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Stefano Boeri auf der Kunstbiennale: Erkennen Sie den Ausstellungsort?

3 min Lesezeit
Installation views “Chun Kwang Young: Times Reimagined”, 2022, Palazzo Contarini Polignac, Venice. Courtesy CKY Studio, Copyright © Alice Clancy.

Richtig! Das ist der Palazzo Contarini Polignac in Venedig, wo alle zwei Jahre unser BerührungsPUNKTE Meetingpoint stattfindet. Hier hat der renommierte Mailänder Architekt Stefano Boeri einen Pavillon zur Kunstbiennale 2022 installiert. Als temporäres Bauwerk ist er Teil der Ausstellung „Times Reimagined“ des koreanischen Künstlers Chun Kwang Yeung – im mehrfach von Monet gemalten Palazzo Contarini Polignac direkt am Canal Grande.

BerührungsPUNKTE Meetingpoint im Palazzo Contarini Polignac, 2018

Im Palazzo ist derzeit die Ausstellung „Times Reimagined“ zu sehen. Hier zeigt der bekannte koreanische Künstler Chun Kwan Young (*1944) Erstaunliches aus Papier, seinem favorisierten Werkstoff: 40 großformatige Arbeiten, darunter Reliefs, Skulpturen und Installationen verwendet. Das verwendete Hanji-Papier, das seit Jahrtausenden aus der Rinde des Papiermaulbeerbaums gewonnen wird, ist namensgebend für den Pavillon von Stefano Boeri: Hanji House.

6. Chun Kwang Young - Portrait Copyright © <PUCLIC ART> SEO, JIYOUN
7. Stefano Boeri, Hanji lighthouse, conceptual drawing, 2021, colored felt-tip pen, paper

Ein papierartiges Kunstwerk mitten im Garten

Direkt auf den ersten Blick ist die Verwandtschaft des kleinen Bauwerks im Garten des Palazzo zur asiatischen Papierfaltkunst zu sehen, wenngleich es komplett aus Holz besteht. Vier weiße Spitzen schauen aus der Gartennatur hervor. Sie setzen die Gebäudekanten des kubischen Gebäudes in Form von Pyramiden nach oben fort. Das Team um den Mailander Architekten hat sich beim Entwurf an geometrische Grundformen gehalten. Der rechtwinklige Grundriss des schneeweißen Gebäudes beinhaltet im eigentlichen Kubus den Besucherraum. Dort ist eine Installation des Mediakünstlers Calvin J. Lee zu erleben, mit der er virtuellen Bezug nimmt auf das Werk Chuns.

Installation views “Chun Kwang Young: Times Reimagined”, 2022, Palazzo Contarini Polignac, Venice. Courtesy CKY Studio, Copyright © Alice Clancy.

Goldene Löwen für …

Damit befindet sich im Palazzo und im Garten ein beeindruckendes Gesamtwerk, das unbedingt einen Besuch lohnt. Einen Goldenen Löwen hat es dennoch nicht gewonnen. Die gehen in diesem Jahr an Sonia Boyce für den britischen Pavillon und an Simone Leigh als beste Künstlerin. Die Kunstbiennale ist noch bis zum 27. November 2022 für Besucher*innen geöffnet. Das nächste Jahr steht dann wieder im Zeichen der Architekturbiennale. Dann wird der Palazzo Contarini Polignac wieder zum BerührungsPUNKTE Meetingpoint

Simone Leigh, 2021. Artworks © Simone Leigh. Courtesy the artist and Matthew Marks Gallery. Photo credit: Shaniqwa Jarvis
Simone Leigh, 2021. Artworks © Simone Leigh. Courtesy the artist and Matthew Marks Gallery. Photo credit: Shaniqwa Jarvis
Sonia Boyce © British Council
Room 1 in the British Pavilion © British Council

Ausblick: Architekturbiennale 2023

Nach der Kunstbiennale folgt im Wechsel stets die Architekturbiennale von Venedig, das bedeutendste Architekturereignis der Welt. Anfang dieses Jahres wurde die schottisch-ghanaische Architektin und Wissenschaftlerin Lesley Lokko zur ersten schwarzen Kuratorin ernannt.

Britischer Pavillon: Was wir bereits wissen

Das British Council hat angekündigt, dass der britische Pavillon 2023 von Jayden Ali (Gründer des Architekturstudios JA Projects), Meneesha Kellay, (Kuratorin des Victoria and Albert Museum) Joseph Henry (Mitbegründer von Sound Advice) und Sumitra Upham (Leiterin der öffentlichen Programme des Crafts Council) kuratiert wird. Sie werden eine Ausstellung kuratieren, die die Architektur der britischen Diaspora durch eine vorkoloniale Brille betrachtet. „Unsere Ausstellung wird die Architektur der Diaspora durch eine vorkoloniale Linse erforschen und das Spektrum der architektonischen Philosophien, der Herstellungspraktiken und des materiellen Wissens innerhalb dieser Gemeinschaften würdigen“, so das Kuratorenteam. „Indem wir ihre Aktualität in einer Zeit zunehmender sozialer Polarisierung und ökologischer Degradierung in den Vordergrund stellen, wollen wir Stimmen und Perspektiven verstärken, die in der britischen Architektur bisher übersehen wurden.“ Die Gruppe wird mit zahlreichen Architekten und Forschern zusammenarbeiten, um einen möglichst großen Pluralismus zu erzeugen. Der Titel der Ausstellung ist noch nicht bekannt.

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