Von dem wohlhabenden und prominenten Industriellen Harrison Lee Van Buren (Guy Pearce) erhält er kurz darauf den Auftrag, ein imposantes Kulturzentrum zu Ehren seiner verstorbenen Mutter zu errichten – ein Projekt, das zu seinem Lebenswerk wird. Seine kompromisslose, vom Brutalismus geprägte Architektur bringt seine innere Zerrissenheit zum Ausdruck – ebenso wie seinen unbeugsamen Willen, sich in einer neuen Welt zu behaupten.
Was den Film besonders macht, ist die Verbindung von Architekturgeschichte, persönlichem Schicksal und politischem Zeitgeschehen. Mit seiner strengen, fast skulpturalen Bildsprache gelingt es Corbet, das Spannungsfeld zwischen Utopie und Realität, zwischen Entwurfsfreiheit und gesellschaftlichen Grenzen einzufangen. Architektur dient hier nicht nur als Kulisse, sondern als treibende Kraft einer ganzen Biografie.
Erzählt wird die Geschichte in vier Teilen – Ouvertüre, zwei Kapitel (1947–1953 und 1953–1960) sowie Epilog – und hat eine Gesamtlänge von über dreieinhalb Stunden. Gedreht auf klassischem VistaVision-Zelluloid, vermittelt der Film eine visuelle Monumentalität, die der Thematik der brutalistischen Architektur entspricht. Unterstützt wird die Bildsprache durch den Soundtrack von Daniel Blumberg, der mit reduzierter Instrumentierung und experimentellen Klängen die emotionale Spannung der Handlung unterstreicht.
Für seine eindrucksvolle Umsetzung und die herausragenden Leistungen des Teams erhielt „Der Brutalist“ bereits zahlreiche Auszeichnungen: Er gewann drei Oscars, darunter bester Hauptdarsteller für Adrien Brody, beste Kamera für Lol Crawley und beste Filmmusik für Daniel Blumberg. Zudem wurde der Film mit drei Golden Globes geehrt – bester Film (Drama), beste Regie für Brady Corbet und beste Darstellerleistung für Adrien Brody. Außerdem erhielt er den London Critics’ Circle Award sowie den New York Film Critics Circle Award – jeweils für den besten Film des Jahres. Darüber hinaus wurde „Der Brutalist“ mit zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet.
„Der Brutalist“ ist ein außergewöhnliches filmisches Porträt, das Architektur, Geschichte und persönliche Schicksale zu einem intensiven Gesamterlebnis verbindet. Dabei macht der Film sehr eindrücklich sichtbar, wie eng Architektur mit Identität und Macht verknüpft ist.
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