Filmtipp: Der Brutalist

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Im Januar 2025 feierte ein Film in den deutschen Kinos Premiere, der das Schicksal eines Architekten zum Spiegel einer ganzen Epoche macht: Der Brutalist. Das epische Drama von Brady Corbet erzählt die Geschichte des jüdisch-ungarischen Architekten László Tóth (Adrien Brody), der 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA emigriert. In Pennsylvania beginnt er einen radikalen Neuanfang – sowohl beruflich als auch persönlich.

© Screenshot Film-Trailer

Von dem wohlhabenden und prominenten Industriellen Harrison Lee Van Buren (Guy Pearce) erhält er kurz darauf den Auftrag, ein imposantes Kulturzentrum zu Ehren seiner verstorbenen Mutter zu errichten – ein Projekt, das zu seinem Lebenswerk wird. Seine kompromisslose, vom Brutalismus geprägte Architektur bringt seine innere Zerrissenheit zum Ausdruck – ebenso wie seinen unbeugsamen Willen, sich in einer neuen Welt zu behaupten.

© Screenshots Film-Trailer

Architektur als Erzählmittel

Was den Film besonders macht, ist die Verbindung von Architekturgeschichte, persönlichem Schicksal und politischem Zeitgeschehen. Mit seiner strengen, fast skulpturalen Bildsprache gelingt es Corbet, das Spannungsfeld zwischen Utopie und Realität, zwischen Entwurfsfreiheit und gesellschaftlichen Grenzen einzufangen. Architektur dient hier nicht nur als Kulisse, sondern als treibende Kraft einer ganzen Biografie.

© Screenshot Film-Trailer

Struktur und visuelle Umsetzung

Erzählt wird die Geschichte in vier Teilen – Ouvertüre, zwei Kapitel (1947–1953 und 1953–1960) sowie Epilog – und hat eine Gesamtlänge von über dreieinhalb Stunden. Gedreht auf klassischem VistaVision-Zelluloid, vermittelt der Film eine visuelle Monumentalität, die der Thematik der brutalistischen Architektur entspricht. Unterstützt wird die Bildsprache durch den Soundtrack von Daniel Blumberg, der mit reduzierter Instrumentierung und experimentellen Klängen die emotionale Spannung der Handlung unterstreicht.

© Screenshots Film-Trailer

Auszeichnungen und Anerkennung

Für seine eindrucksvolle Umsetzung und die herausragenden Leistungen des Teams erhielt „Der Brutalist“ bereits zahlreiche Auszeichnungen: Er gewann drei Oscars, darunter bester Hauptdarsteller für Adrien Brody, beste Kamera für Lol Crawley und beste Filmmusik für Daniel Blumberg. Zudem wurde der Film mit drei Golden Globes geehrt – bester Film (Drama), beste Regie für Brady Corbet und beste Darstellerleistung für Adrien Brody. Außerdem erhielt er den London Critics’ Circle Award sowie den New York Film Critics Circle Award – jeweils für den besten Film des Jahres. Darüber hinaus wurde „Der Brutalist“ mit zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet.

© Screenshot Film-Trailer

„Der Brutalist“ ist ein außergewöhnliches filmisches Porträt, das Architektur, Geschichte und persönliche Schicksale zu einem intensiven Gesamterlebnis verbindet. Dabei macht der Film sehr eindrücklich sichtbar, wie eng Architektur mit Identität und Macht verknüpft ist.


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