Dabei geht es nicht um möglichst unauffällige Eingriffe. Im Gegenteil: Die vorgestellten Projekte setzen selbstbewusste Kontraste. Eine Amöbe aus Aluminiumlamellen schiebt sich zwischen zwei historische Wohnhäuser in Paris. Beim Militärhistorischen Museum in Dresden durchschneidet ein Metallkeil den klassizistischen Bestand. Und die dicken Mauern der Moritzburg in Halle werden durch ein neues Dach und markante Metallergänzungen zu einem zeitgenössischen Museum.
Die Folge über Museumsbauten macht deutlich, wie unterschiedlich Alt und Neu zusammenspielen können. Mal ergänzt die neue Architektur den Bestand, mal setzt sie einen bewussten Bruch. Entscheidend ist, dass die Lösungen aus dem jeweiligen Ort und seiner Geschichte heraus entstehen.
Auch ehemalige Industriebauten bieten viel Potenzial für neue Nutzungen. Ihre großzügigen Räume und robusten Konstruktionen eignen sich für Museen, Kulturzentren oder gemischte Quartiere. Zu den gezeigten Beispielen gehören das Zeitz MOCAA in Kapstadt, das in einem früheren Getreidesilo entstand, sowie die Battersea Power Station in London. Aus industriellen Relikten werden so neue Anlaufstellen für die Stadt.
Besonders spannend ist der Blick auf Sakralbauten. Die Reihe zeigt unter anderem die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, die heute als Restaurant genutzte GlückundSeligkeit-Kirche in Bielefeld und eine mittelalterliche Backsteinkapelle in Brüssel, die durch eine Cortenstahl-Fassade zum Kulturzentrum wurde.
Die vierte Folge widmet sich dem Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Gewerbe. Historische Gebäude werden dabei zu Wohnungen, Büros, Cafés oder multifunktionalen Quartieren. Die Beispiele zeigen: Weiterbauen im Bestand muss nicht leise sein. Es darf sichtbar, mutig und zeitgemäß sein – solange die Geschichte des Ortes erhalten bleibt.
Die Dokumentation ist bis zum 01.11.2026 in der Arte-Mediathek abrufbar.
Folge 4/4: Wohnen und Arbeiten
Alle Bilder: © ARTE, Ausschnitte aus der Reihe „Alt wird neu – Neues Leben für historische Gebäude“ in der arte-Mediathek.