Ende der 1950er Jahre entstand rund um die Ferus Gallery in Los Angeles eine Kunstszene, die sich bewusst von New York abgrenzte. Larry Bell, Wallace Berman, Craig Kauffman, Edward Kienholz und Ed Ruscha arbeiteten mit industriellen Materialien, mit Licht als Werkstoff, mit Wahrnehmung als Thema.
Aus diesen Ansätzen entwickelten sich die Bewegungen Light and Space und Finish Fetish, die später unter dem Begriff L.A. Look zusammengefasst wurden. Kunstkritiker Philip Leider prägte für die beteiligte Szene den Namen Cool School. Möglich wurde das Ganze durch günstige Ateliers in Gewerbezonen, die weiten Strukturen der Stadt und das besondere Licht der Pazifikküste.
Frank Gehry war Teil dieser Szene, nicht nur als Beobachter. Der Umgang mit gefundenen, günstigen, oft rohen Materialien wie Wellblech, Sperrholz, Maschendraht oder Klinker findet sich in seinen frühen Bauten unmittelbar wieder.
Seine Gehry Residence in Santa Monica, entstanden 1978 durch den Umbau eines bestehenden Bungalows, ist bis heute ein Schlüsselwerk: eine gebaute Assemblage, die den fertigen Zustand nie ganz erreicht und genau darin ihre Kraft entfaltet. Die Nähe zu den Arbeiten von Kienholz oder Rauschenberg ist offensichtlich.
Die Ausstellung führt Arbeiten aus der Sammlung Schürmann, europäischen Museen, Nachlässen und Galerien mit sieben Projekten von Gehry zusammen, darunter Entwurfsskizzen, Modelle und Fotografien. Sichtbar werden formale Parallelen, geteilte Materialsprachen und ein Netzwerk aus Freundschaften und Ateliergesprächen, das die klassische Trennung zwischen Bildender Kunst und Architektur längst hinter sich gelassen hatte.
Was: Mindset Los Angeles
Wann: 27. Juni 2026 bis 10. Januar 2027
Wo: Marta Herford