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Lost Place: Schlosshotel Waldlust - Schwarze Gedanken im Schwarzwald

3 min Lesezeit

„Das älteste und stärkste Gefühl ist Angst, die älteste und stärkste Form der Angst ist die Angst vor dem Unbekannten.“ H. P. Lovecraft

Ein düsterer Tanzsaal mit schweren Marmorsäulen, der heute allenfalls noch Drehort für einen Kriminaltango ist: Das verfallene Schlosshotel Waldlust in Freudenstadt ist ein Gruselkabinett mit Grandezza mitten im Schwarzwald. Zwischen geplatzten Rohren und staubbedeckten Büchern sollen die unerlösten Seelen früherer Bewohner umherspuken. Kein Wunder, dass das ehemalige Luxusdomizil ein angesagter Schauplatz für Horror und Krimi ist – und ein Wallfahrtsort für Fotografen auf der Suche nach dem Morbiden.

Das Schlosshotel Waldlust kurz nach der Eröffnung – mit Hotelier Erst Luz (links sitzend)

Knarzende Dielen, klappernde Türen, klirrende Fensterscheiben – das Schlosshotel Waldlust, einstmals Treffpunkt für Adel und Prominenz, ist heute ein ebenso verwunschener wie gruseliger Ort. Was könnte faszinierender sein als ein solcher ‚Lost Place‘? Zumal schaurig-gespenstische Anekdoten die Jugendstil-Villa mit dem Hauch des Mystischen umgeben. 1902 als Grandhotel eröffnet, trafen sich unter den prächtigen Stuckdecken Könige, Sultane und Fürsten mit der High Society. Seine grandiose Blütezeit hatte die Edelherberge unter Adele ‚Adi‘ B., die es verstand, mit Tanzveranstaltungen und Kongressen die gesellschaftliche Crème de la Crème in den Schwarzwald zu lotsen. 1949 soll sie in dem damals weltberühmten Hotel ermordet worden sein und seitdem durchs Haus geistern.

Die Stummfilm-Stars Douglas Fairbanks und Mary Pickford zählten in den 1930er-Jahren zu den Gästen des Luxushotels. (Bain News Service, publisher)

Wackelnde Gläser und spukende Geister

Nach dem gewaltsamen Tod von Adele B. wurde in dem Gebäude ein Lazarett installiert – zu jener Zeit starben viele Menschen im prächtigen Ambiente des ehemaligen Grandhotels. Später aber, in den 1960er-Jahren, wurde das Waldlust wieder als Gastbetrieb eröffnet. Schon bald gingen wüste Gerüchte um, das Haus sei verflucht, unerlöste Seelen säßen hier fest und trieben als Geister ihr Unwesen. Das Hotelpersonal berichtete von unerklärlichen Geschehnissen: wackelnde Gläser, eine vorbeihuschende Frau mit weißem Schleier, plötzliche Kälteschauer und Modergeruch, nächtliches Babygeschrei, obwohl kein Baby da ist. Auch der Aufzug soll ohne Grund auf und ab gefahren sein, und Elektrogeräte funktionierten plötzlich nicht mehr. Genauso plötzlich liefen sie dann wieder.

Lost Place
© Peter H.

Das Schlosshotel Waldlust heute

Das Luxushotel wurde 1902 für den Hotelier Ernst Luz nach Plänen des Architekten Wilhelm Vittali (1859–1920) aus Baden-Baden errichtet, der als Spezialist für Kur- und Hotelbauten galt. Aus dem eleganten Sommerhaus Waldlust wurde ein exklusives Hotel mit 140 Zimmern, 60 Privatbädern und 100 Liegebalkonen. Es wurde weltberühmt, allerdings folgte nach dem gewaltsamen Tod der letzten Inhaberin eine wechselhafte Zeit, durchsetzt von Umnutzungen und Leerständen. Seit 2005 ist es ungenutzt und steht zum Verkauf. Der Verein für Kulturdenkmale Freudenstadt e. V. kümmert sich um den Erhalt des Kulturdenkmals und seines Parks. Er sichert Bau und Park und bietet Führungen, Veranstaltungen und Übernachtungen im verfallenen Hotel an. Infos, Termine und Anmeldung unter www.waldlust-denkmal.de

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