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Kollegen und Gäste auf einer Ebene im Gira-Werksneubau

8 min Lesezeit

Das mehrfach ausgezeichnete Architekturbüro Sauerbruch Hutton mit Sitz in Berlin zählt heute zu den renommiertesten Architekturbüros Deutschlands. Der Werksneubau für Gira in Radevormwald war dennoch ein Novum für die erfahrenen Architekten, denn in dieser industriellen Größenordnung hatte das Büro zuvor noch nicht gebaut.

Zwei Mitarbeiter gehen durch eine Halle in der Logistik, Produktion und Entwicklung stattfindet.

Neues Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrum

Die Aufgabe: Produktion, Logistik und Entwicklung unter einem Dach zusammenbringen und vielfältige Begegnungen ermöglichen – nachhaltig, anspruchsvoll gestaltet und in Harmonie mit der Umgebung. Und mit der Option, bei Bedarf um weitere 20.000 Quadratmeter zu erweitern.

Der 30.000 Quadratmeter umfassende Neubau, die größte Investition, die Gira jemals getätigt hat, vereint nun alle Funktionen der Wertschöpfungskette – vom Wareneingang über die Montage bis zum Warenausgang, dazwischen eine höchst effiziente Kommissionier- und Lagerlogistik. Zudem gibt es ein innovatives Entwicklungszentrum. Die Bündelung von Fertigung, Logistik und Entwicklungszentrum wird eine deutliche Verbesserung der Produktivität durch kürzere Wege, intelligente Abläufe und eine verbesserte Prozesseffizienz nach sich ziehen. Rund 550 Menschen werden hier arbeiten, sobald Umzug und Inbetriebnahme im Oktober 2019 abgeschlossen sind.

Komplexe Anforderungen

Das neue Werk sollte die Werte und den Markenkern des Unternehmens Gira widerspiegeln, was spezielle Anforderungen an die Architekten bedeutete: Zunächst mussten die teilweise hochautomatisierten Abläufe der Fertigungs- und Logistikprozesse mit einem ressourcenschonenden, energieeffizienten Gebäudebetrieb in Einklang gebracht werden. Natürlich sollte das Gebäude höchsten gestalterischen Ansprüchen genügen, und nicht zuletzt sollte für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine funktionale, aber in gleichem Maße angenehme Arbeitsumgebung entstehen, die Begegnungen auch mit externen Besuchern zum Vergnügen macht.

 

Angenehme Arbeitsatmosphäre

Letzteres wurde in allen drei Bereichen – Produktion, Logistik und Verwaltung/Entwicklung – perfekt umgesetzt: Viel Tageslicht sorgt für helle, einladende Räumlichkeiten, groß dimensionierte Deckenhöhen und eine raffinierte Akustik kreieren eine angenehme Arbeitsumgebung. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf verbindenden Elementen.

 

Mitarbeiter*innen und Gäste nutzen denselben Eingang und eine gemeinsame Kantine – Räume für alle, die zu Begegnungen über alle Abteilungen und Zugehörigkeiten hinweg sorgen. Für eine optimale Zusammenarbeit unterschiedlicher Bereiche wurde der Innenraum des Gebäudeensembles durch ein Erschließungskreuz gegliedert, das den Eingangsbereich mit den Umkleiden, der Verwaltung und der Entwicklung sowie dem Empfang, den Konferenzräumen und der Kantine verbindet.

Individuelle Fassadengestaltung

Die Gebäudehülle beeindruckt nicht nur durch Größe – bei der Gestaltung der Fassade hielt man sich an zwei Leitlinien, über die der Architekt Matthias Sauerbruch sagt: „Einerseits wollten wir die drei Bereiche des Komplexes mit einer durchgehenden Gestaltung zusammenfassen, andererseits versuchen wir, mit einer farblich oszillierenden Oberfläche die großen Volumina aufzulösen und dem Ganzen ein Erscheinungsbild zu geben, das changiert und sich in unterschiedlichsten Lichtsituationen immer wieder verändert.“ Tausende Bleche in Schwarz, Weiß und Grautönen verbinden sich zu einer Fassade mit hohem Wiedererkennungswert, deren Rhythmus den gewünschten changierenden Effekt erzeugt und eine harmonische Begegnung zwischen Architektur und Natur ermöglicht.

Fassade in Grautönen, Schwarz und Weiß von dem Gira Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrum
30.000 Quadratmeter umfasst der Neubau in Radevormwald. Hier sind Logistik, Produktion und Entwicklung unter einem Dach untergebracht.
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Durchdachte Nachhaltigkeit

Ein energieeffizientes und nachhaltiges Gebäude war natürlich für Gira Pflicht und der Anspruch an das Energiekonzept entsprechend hoch. Das Ensemble entspricht dem Energieeffizienzstandard KfW 55 und verbraucht somit 45 Prozent weniger Energie, als die geltende Energieeinsparverordnung fordert.
In Kooperation mit dem Büro TEN Ingenieure aus Aachen (Fachplaner für Haustechnik) und dem Klimaingenieur Professor Probst wurde ein Konzept erarbeitet, das die Energieerzeugung und -nutzung optimiert.

+ Zeit seit der Grundsteinlegung: zweieinhalb Jahre + 65 Gewerke beteiligt durch 120 Unternehmen mit mehr als 1.200 involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern + 21.000 Kubikmeter bewegte Erde
+ 4.000 Tonnen Stahl + 250 Tonnen Aluminium
+ 2.900 Bohrpfähle zur Stabilisierung des Bodens
+ 15.000 Edelstahldübel verbaut + 70 Kilometer Heizungsrohre und 110 Kilometer EDV-Kabel gelegt.

Innenansicht in einen Lichtdurchflutenden Bereich des Gira Neubaus
Die Gestaltung im Innern ermöglicht Begegnungen unterschiedlichster Art und zugleich angenehmes Arbeiten.
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