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Kein bisschen Stillstand – Die Architektenberater von FSB, Gira und KEUCO im Gespräch

12 min Lesezeit

Die BerührungsPUNKTE-Redaktion hat die Architektenberater von FSB, Gira und KEUCO zu einem Gespräch eingeladen. Einige von Ihnen werden sie kennen – aus beratenden Gesprächen im Projektkontext oder als Gastgeber im Sommer letzten Jahres im Meetingpoint für Architekten in Venedig. Wolfgang Reul (FSB), Kay Berges (Gira) und Andreas Lohmann (KEUCO) trafen sich mit uns in den Büroräumen des Dortmunder Architekturbüros Schamp & Schmalöer. Sie sprachen mit uns über ihr Verhältnis zu Architekten, ihren arbeitgebenden Firmen, über Venedig, ihre Architekturbegeisterung und ihre persönliche Meinung zu Stillstand.

v.l.n.r. Kay Berges (Gira), Andreas Lohmann (KEUCO) und Wolfgang Reul (FSB)
v.l.n.r. Kay Berges (Gira), Andreas Lohmann (KEUCO) und Wolfgang Reul (FSB)

BerührungsPUNKTE: Was schafft die größte emotionale Verbindung zwischen Ihnen und dem Unternehmen, für das Sie arbeiten?

Andreas Lohmann (KEUCO): KEUCO verfügt als mittelständisches Unternehmen über diese besondere und vielzitierte Unternehmenskultur: Es gibt unkomplizierte Strukturen, was zählt, ist der Mensch, gesunder Menschenverstand und eine klare Linie, die für alle nachvollziehbar ist. Wir können uns aufeinander verlassen, sprechen die gleiche Sprache, verfolgen dieselben Ziele – KEUCO ist einfach ein Teil eines jeden, der hier arbeitet.

Wolfgang Reul (FSB): Bei FSB ist einerseits die Kontinuität des festen und lange bestehenden Mitarbeiterstamms und andererseits die permanente Veränderung gerade in den letzten 25 Jahren, in denen sich das Unternehmen ununterbrochen weiterentwickelt hat, bemerkenswert. Eine konsequente Designorientierung in den 1980er-Jahren, danach das wachsende Bewusstsein für die Umwelt, mit der Jahrtausendwende dann die Erschließung neuer Geschäftsfelder wie barrierefreie Griffsysteme, Türschlösser und elektronische Zutrittskontrolle.

Kay Berges (Gira): Die emotionale Verbindung zu Gira besteht darin, dass wir hier große kreative Freiräume haben. Im Unternehmen sind wir individuelle Persönlichkeiten, die sich nach ihren Möglichkeiten, Fähigkeiten und Begabungen einbringen und die somit Gira weiterentwickeln und vorantreiben.

BeP: Welche Möglichkeiten sehen Sie bei sich als Architektenberater, positiv auf die Qualität von Architektur einzuwirken?

W.R.: Wir wissen ja, dass Architekten unsere Produkte sehr schätzen. Leider gelingt es ihnen gerade bei öffentlichen Ausschreibungen immer seltener, ihren Anspruch an Qualität durchzusetzen. Hier orientiert man sich immer häufiger am Mainstream, also an gängigen Produktgestaltungen, die neutral ausgeschrieben werden müssen. Und in der Regel ist der Architekt/die Architektin dann mit der Qualität, die er/sie bekommt, nicht zufrieden. Hier wird deutlich, dass sich die öffentliche Hand immer mehr von höchster Qualität und von innovativen Produkten verabschieden muss.  Dass es auch anders geht, vermitteln wir den Architekten gemeinsam mit einer Fachanwältin seit ca. zwei Jahren in einem speziellen VOB-Seminar. Teil II dieser Veranstaltungsreihe beginnt übrigens im Mai 2013.

K.B.: Grundsätzlich stoßen wir mit unseren Produkten auf großes Interesse bei Architekten. Die Form, die Funktion, die Ausführung – alles ist aufeinander abgestimmt, von zeitloser Eleganz und an künftige technische Entwicklungen anpassbar. Natürlich gibt es auch unter Architekten noch Vorbehalte, wenn nicht gar Ängste vor zu viel Technik. Wir weisen dann darauf hin, dass Technik nicht dominieren, sondern die Architektur unterstützen soll, dass sie die Gestaltungssprache und die Konzeption eines Gebäudes fördert und positiv beeinflusst.

BeP: Was macht denn die Zielgruppe der Architekten aus? Worin genau besteht Ihrer Meinung nach die Herausforderung in der Kommunikation mit ihnen?

W.R.: Man muss natürlich unterscheiden zwischen den Architekten, die man schon lange kennt, zu denen eine vertrauliche Beziehung besteht, und denjenigen, die man noch nicht kennt. BerührungsPUNKTE erleichtert uns das gegenseitige Kennenlernen, das Vertrauen-Fassen und ebnet durch die vielen Veranstaltungen wie „Architektur im Bau“ und die Magazine allen Beteiligten den Weg zu einer angenehmen Kommunikation. Es ist ungemein wichtig, kontinuierlich in Kontakt zu bleiben. Unser gemeinsamer Nenner sind die Architektur und ihre Themen – Beratungsgespräche, Detailplanung und Verhandlungen werden dann zu gegebener Zeit in den Büros automatisch geführt.

Die große Herausforderung besteht darin, diejenigen Architekten, die sich immer häufiger an den gängigen drei, vier Türklinkenmodellen orientieren, davon zu überzeugen,  die Vielfalt des FSB-Sortimentes zu nutzen, um so auch mit Ihrer Auswahl sicherer ans Ziel, sprich an die Tür zu kommen.

A.L.: Die Arbeit der Architekten ist sehr komplex. Wir als Berater müssen uns in die Projekte einarbeiten, die Hintergründe kennen, die Sachzwänge, das Budget, das Konzept erfassen. Das kostet manchmal Zeit und auch viel Geduld. Bei den Architekten, die uns kennen, ist das einfach. Man kennt sich, die individuellen Ansprüche, die Arbeitsweise. Man kennt die Abläufe und die Architekten wissen, dass sie sich auf uns verlassen können. Bei uns gibt es keine automatisierte Hotline, sondern persönliche Ansprechpartner, die die Fragestellungen ernst nehmen. Und bevor wir sagen „Das geht nicht!“, prüfen wir, ob es nicht doch eine Option gibt.  So entstehen immer wieder neue Aufgaben und Lösungen. Es geht schließlich um das „große Ganze“ und wir sind froh, wenn wir mit unseren KEUCO-Produkten einen ästhetischen Beitrag leisten können.

BeP: Wo treffen Sie Ihre Kunden am liebsten?

A.L.: Ich persönlich? Am liebsten auf der Baustelle. Da ist die perfekte Schnittstelle. Da gibt es eine konkrete Aufgabe, die direkt gelöst werden kann. Oder mit vielen Produkt-Mustern im Büro, um für den aktuellen Objekttyp die perfekte Umsetzung des Bades zu erarbeiten. Es geht darum, Formen und Dimensionen einander gegenüberzustellen, abzuwägen und schließlich die Entscheidung für eine Produktfamilie zu fällen, die allen Beteiligten als beste Lösung erscheint, das ist der schönste Teil der Arbeit. Persönliche Begegnungen, wie zum Beispiel auf Architekturveranstaltungen oder im vergangenen Jahr zur Architektur-Biennale in Venedig, sind natürlich noch mal etwas ganz anderes. Man lernt sich kennen, tauscht sich zwanglos aus, teilt das Erlebnis des gehörten Vortrags oder der gesehenen Ausstellung.

K.B.: Unterhaltungen in ungezwungener Atmosphäre mit einem spannenden kulturellen Anlass sind immer sehr angenehm, da es nicht darum geht, sich oder sein Unternehmen zu präsentieren, sondern eine Gemeinsamkeit, das Interesse an Architektur, zu teilen. Projektbezogene Termine haben natürlich auch ihren Reiz, da die konkreten technik- und designbezogenen Aspekte der Produkte mit den Architekten besprochen werden. Die Stimmung, um zu einem zielgerichteten Gesprächsergebnis zu kommen, ist immer dann am besten, wenn sich der Architekt verstanden fühlt.

BerührungsPUNKTE fragt nach kleinen Anekdoten und Wolfgang Reul ist bestens vorbereitet. Er hat einen dicken Bücherstapel mitgebracht. Unter anderem der Biennale-Katalog mit vielen Lesezeichen und ein Buch von Hans Kollhoff liegen rechtwinklig ausgerichtet an der seitlichen Tischkante. Er schlägt das Kollhoff-Buch auf, zeigt die handschriftliche Signatur des Meisters und Verfechters der eher traditionellen Formensprache und beginnt:

Hans Kollhoff ist 2012 nach 25 Jahren Lehrtätigkeit von der ETH Zürich verabschiedet worden. Er konnte FSB als Sponsor für die geplante Ausstellung und für die Publikation seiner „Architekturlehre II“ gewinnen. Seitens eines seiner Assistenten wurden wir zur Verabschiedung und gleichzeitigen Ausstellungseröffnung geladen, haben aus Termingründen aber nicht zusagen können. Irgendwann kam der zweite Anruf, mit der Bitte, doch der Veranstaltung beizuwohnen – und da habe ich dann ohne Ende Termine verschoben, bis ich schließlich mit seinen geladenen Gästen und Studenten im Foyer der ETH Zürich stand. Hans Kollhoff erwähnte in seiner Abschiedsrede all diejenigen, die ihn in all den Jahren unterstützt und begleitet haben, und erwähnte dabei auch die Industriepartner. Er hat sich dann vor den 500 Gästen bei mir persönlich für mein Kommen bedankt und mit großer Begeisterung erwähnt, dass er den vor fast 20 Jahren für FSB gemeinsam entworfenen Türdrücker FSB 10 1163 bis heute einsetzt. Was will man mehr?

BeP: Wo sehen Sie die größte Schwäche von Architekten? Und ihre größte Stärke – um kurz mal zu polarisieren?

K.B.: Aufgrund des stetigen, wachsenden Anforderungsprofils an Architekten sehe ich eine „Schwäche“ darin, dass es ihnen kaum noch möglich ist, bei allen relevanten Komponenten rund um den Bau „up to date“ zu sein. Im Vergleich zu früher ist das Bauen heute eine so komplexe und vielschichtige Angelegenheit mit so unglaublich vielen Bestimmungen und Auflagen, dass es extrem anspruchsvoll ist, alle Faktoren zu berücksichtigen. Aber die Zusammenarbeit eines Architekturbüros mit externen Partnern – auch aus der Industrie – erweist sich immer mehr als Stärke, da sich so komplexe Themen und Schnittstellen einfacher und kompetenter koordinieren lassen.

W.R.: (grinst) … diese Eitelkeit, die manchmal aufglimmt, macht einem den Umgang hin und wieder schwer. Aber das wird dann durch die Leidenschaft, mit der Architekten ihren Beruf bis ins hohe Alter ausüben, wieder wettgemacht. Die Leidenschaft, mit der sie bis zuletzt des Beste für ihr Projekt erreichen wollen, mit höchstem Anspruch und einem Drang zur Perfektion … das finde ich schon immer sehr bemerkenswert. Und wenn die Architekturleidenschaft die FSB-Leidenschaft kreuzt … dann ist alles wunderbar. An ihrem eigenen Marketing könnten einige Büros noch arbeiten. Zum Teil werden tolle Häuser gebaut, aber leider erfährt man manchmal nur durch Zufall davon …

BeP:  Was veranlasste die Firmen vor 15 Jahren, „BerührungsPUNKTE“ ins Leben zu rufen? Welche persönlichen Highlights hat es in den letzten Jahren gegeben?

A.L.: Ausgangspunkt war das Material Edelstahl, das damals, neben unserer gro-ßen Designaffinität, die Grundlage dieser gemeinsamen Kommunikationskooperation darstellte. Wir wollten den Architekten aufzeigen, dass wir Architektenmarken sind, dass wir ebenfalls höchste Ansprüche an Funktion, Design und Ästhetik täglich realisieren. Mit den interdisziplinären Themen, mit denen uns, die Initiatoren, und unsere Architekten, BerührungsPUNKTE seit 1997 inspiriert, bildet und fordert, vergrößern sich unsere gemeinsamen Schnittstellenthemen über unsere Produkte hinaus. Unsere Baustellenbesichtigungen „Architektur im Bau“ sind damals extrem gut angekommen. Diese Besuche hatten immer etwas ganz besonderes. Es war ein zeitlich sehr begrenzter Zustand, extrem temporär – denn schon kurze Zeit später wurden alle Gebäude fertig gestellt und niemand wird jemals wieder das Gebäude in jenem, im Bau befindlichen Zustand erleben.

Die ganzen Magazine, die Wettbewerbspublikationen „p-west 2020“ und „Ko(r)relation“ und die früheren Messebeteiligungen waren unisono erstmalig, auf das Erleben ausgerichtet und mit zeitgemäßen Themen immer auch ein wenig Vorläufer.

BeP: Warum sollten sich Architekten ausgerechnet für Ihre Produkte entscheiden?

W.R.: Aus meiner Sicht gibt es dafür drei essenzielle Gründe: erstens die Qualität – und zwar nicht nur die Qualität der Herstellung – auch der gestalterische Wille, die gestalterische Absicht, die durch viele den Produkten anhaftende Geschichten belegt werden. Es gibt Produkte für alle Architekturstile der vergangenen 120 Jahre. Qualitativ immer gleich hochwertig, gestalterisch stets umfassend konzeptionell einsetzbar. Den zweiten Grund liefert die Tatsache, dass all unsere Produkte nach ISO 14025 zertifiziert sind. Diese Umweltproduktdeklarationen belegen ganz klar unseren Nachhaltigkeitsgedanken, der schon lange kein Gedanke mehr ist sondern eine Tatsache, auf die wir großen Wert legen. Der dritte Aspekt ist für mich das Thema Cross-Selling: Wir sind mittlerweile Ansprechpartner für Türklinken, elektronische Zutrittskontrollsysteme, Türschlösser und barrierefreie Griffsysteme. Das ist für Architekten und Bauherren gleichermaßen interessant.

K.B.: Gira zeichnet sich durch innovatives Design der in Deutschland gefertigten Produkte aus. Technologisch sind und bleiben wir ganz weit vorne, wir garantieren Kontinuität und Sicherheit hinsichtlich der Lieferung und Kompatibilität unserer Produkte und schützen letztlich die Investitionen in Gebäuden. Entscheidend sind aber sicher die Menschen, die hinter diesen Produkten stehen, seien es Entwickler, Konstrukteure, Ingenieure oder auch diejenigen, die die Produkte in den Markt bringen und sie dort „begleiten“, beispielsweise mit Broschüren.

A.L.: Schauen Sie sich doch unsere Serien PLAN, EDITION 11, EDITION 300 oder die neue COLLECTION MOLL an. Da ist der Name Programm. Wir entwickeln Armaturen und Accessoires mit großer Leidenschaft. Zweckdienliche, ganzheitliche, durchgängige Badeinrichtungskonzepte, die durch perfekte Oberflächen und Proportionen bestechen und in unzähligen Varianten aufeinander abgestimmt sind. Das ist sicher eine große Gemeinsamkeit von uns allen: Uns gibt es schon eine Weile, wir setzen auf Design und Qualität made in Germany.

BeP: An was denken Sie, wenn Sie Sommer, Canal Grande und Palazzo hören? (Alle Interviewpartner grinsen breit und man sieht förmlich die Gedanken zu den unvergesslichen Momenten im Palazzo Loredan dell´Ambasciatore im Sommer letzten Jahres schweben. Diese Frage hat sich wohl erübrigt …, also mal im Ernst:) Welcher war für Sie der beeindruckendste Biennale-Beitrag 2012?

W.R.: Ganz einfach! Norman Foster mit Gateway, Grafton-Architekten mit Modellen von Paulo Mendes da Rocha und schließlich der Beitrag „Wunderkammer“ von Tod Williams Billie Tsien Architects mit den Habseligkeitskisten am Ende des Arsenals.

A.L.: Für mich war ebenfalls „Gateway“ einer der beeindruckendsten Beiträge. Ich hätte Stunden dort verweilen können, die Bilder, Geräusche und Assoziationen, die da in kürzester Zeit auf einen eingeprasselt sind – Emotion pur … das war unglaublich. Der russische Pavillon mit den verbotenen Städten ist mir ebenfalls stark in Erinnerung geblieben. Und dabei weniger die QR-Codes als eher der Mut, die „verbotenen Städte“ zu zeigen …

BeP: Was werden wir denn 2014 anders machen? Sehr wahrscheinlich werden wir alle zusammen ja wieder dort sein, zum Beginn der Architektur-Biennale in Venedig, am gleichen Ort … Sie wissen schon … der Palazzo mit dem blauen Löwen …

A.L.: Sollten wir 2014 wieder dort sein, werden wir alles so machen wie im letzten Jahr – oder besser. Die Leute, mit denen ich geredet habe, waren durchweg begeistert. Der Ort, der Service, die Wassertaxen … der Garten am Canal Grande … das war eine unvergleichliche, entspannte Atmosphäre. Ich denke da an die vielen Gäste, die nach unzähligen Stunden auf dem Biennale-Gelände abgekämpft aus dem Wassertaxi stiegen und sich mit einem kühlen Drink in die Liegestühle im Garten fallen ließen. Alle kamen direkt miteinander ins Gespräch, die Themen waren hochinteressant, es war unkompliziert und hat alle Gäste nachhaltig beeindruckt. Wenn es eine Fortsetzung gibt, freuen wir uns auf inspirierende Gespräche und zahlreiche neue Begegnungen. Vielleicht werden wir etwas internationaler …

W.R.: Ich stimme voll zu! Es war eine fantastische Zeit. Es war eine große Freude, die Architekten, die man schon kannte, wiederzusehen und es war eine ebenso große Freude, denen, die man noch nicht kannte, als Gastgeber gegenüberzustehen. Das Niveau des ganzen Meetingpoints ist eigentlich nicht zu toppen – also machen wir es einfach genauso wieder. Eine internationalere Ausrichtung wäre sicher für alle eine Bereicherung und das Einbeziehen mehrerer Hochschulen würde ich befürworten. Dann schließt sich der Kreis. Und die Atmosphäre inmitten einer generationsübergreifenden, praktizierenden und lernenden Architektenschaft könnte kreativer kaum sein.

BeP: Kommen wir jetzt zu unserem abschließenden Thema „Stillstand“. Welche Assoziationen haben Sie bei dem Begriff? Welchen Stellenwert nimmt der Akt der „Reflexion“ innerbetrieblich ein und was sagen Sie zu „Qualität braucht Zeit – und Zeit ist Geld“?

W.R.: Stillstand bedeutet für mich ein bisschen auch auf der Stelle treten, und das ist für mich ganz und gar nicht negativ behaftet. Auf der Stelle zu treten und das für einen Neuanfang, für ein Umdenken zu nutzen, ist eine Riesenchance. Vor 25 Jahren trat FSB auch auf der Stelle und Otl Aicher (mehr zur Rolle Otl Aichers bei FSB auf der Website von FSB,  Anm. d. Red.) hat ein Umdenken bewirkt, dessen Früchte wir bis heute ernten. Dieser Prozess des Nachdenkens hat damals lange gedauert, führte aber dazu, dass wir alle in die neuen Prozesse hineinwuchsen – niemand blieb zurück, alles wurde auf den Prüfstand gestellt und ein neues altes Unternehmen ging daraus hervor. Der Wandlungsprozess ging nach dem Jahrtausendwechsel mit den neuen Geschäftsfeldern nahtlos weiter.

A.L.: Ganz ehrlich… meine erste Assoziation bei dem Wort „Stillstand“ ist: Stillstand ist das Endstadium der Langeweile. Reflexion geht bei uns immer einher mit der Bewegung nach vorn. Ist der eine Entwicklungsprozess abgeschlossen, fließen das Feedback und die Erfahrungen unmittelbar in die nächsten Entwicklungen mit ein. Unsere Motivation ist am besten mit der Neugierde eines Kindes zu vergleichen… die reißt auch nicht ab. Also immer schön neugierig und in Bewegung bleiben.

Wolfgang Reul

FSB Franz Schneider Brakel GmbH+Co KG

Jahrgang 1961, Projektmanagement Architektur

Vor langer Zeit ein kurzes Intermezzo im Studiengang Holztechnik, der für ihn nicht das hielt, was er versprach, es folgte eine kaufmännische Ausbildung, bis schließlich 1988  seine Laufbahn bei FSB begann. Das ist nun 25 Jahre her, er ist zusammengewachsen mit diesem Unternehmen, er erzählt die Unternehmensgeschichte kurzweilig und gespickt mit beeindruckenden Anekdoten. Im Laufe der Zeit ist er immer weiter in die Architektenberatung gerutscht, war aktiv dabei während des Aufbaus Berlins in den 1990ern – stets nah an den Architekten, ihren Architekturen und den FSB-Produkten, die in unzähligen Gebäuden ihre Bestimmung fanden.

Er ist ständig unterwegs und bestens informiert über die gesamte Architekturszene. Er wohnt nach dem Prinzip „Less is more“ in einem aufgeräumten (Bücher-)Chaos unterm Dach, reist und fotografiert in seiner Freizeit, und die Liebe zur Architektur ist sein treuer Begleiter, ganz gleich wo er sich gerade befindet.

Vier Fragen an Wolfgang Reul

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Architekten am meisten?
Leidenschaft

Wen würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Tadao Ando, Tojo Ito

Haben Sie einen Lieblingsort/-platz?
Heilandskirche, Sacrow

Welches Gebäude löst bei Ihnen leidenschaftliche Gefühle aus?
Neue Nationalgalerie, Berlin

Kay Berges

Gira Giersiepen GmbH & Co. KG

Jahrgang 1963, Leiter Key Account Management

Seit 10 Jahren bei Gira tätig, wohnt er privat in einem 120 Jahre alten Haus im Dauerumbauzustand. Was seine Familie von seinen Planungsfähigkeiten hält, haben wir nicht herausfinden können, wohl aber dass ihn sein Faible für sachliche Architektur mit technischen Raffinessen antreibt. Irgendwo zwischen seinem Zuhause, seiner Oldtimer-Begeisterung und leidenschaftlicher Handballerei würde man ihn finden, wenn man ihn außerhalb seines Engagements für Gira suchte.

Vier Fragen an Kay Berges

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Architekten am meisten?
Kreativität, gepaart mit technischem und ökonomischem Verständnis

Wen würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Kim Jong Un

Haben Sie einen Lieblingsort/-platz?
Sporthalle Wellinghofen

Welches Gebäude löst bei Ihnen leidenschaftliche Gefühle aus?
Eiffelturm

Andreas Lohmann

KEUCO GmbH & Co. KG

Jahrgang 1959, Leiter Objektbetreuung

Nach der Ausbildung zum Tischler folgte ein Studium mit der Fachrichtung Holzbetriebstechnik. Daran schlossen sich verschiedene berufliche Stationen an: Produktionsleiter bei einem Zulieferer für die Möbelindustrie und in einem Fensterbaubetrieb, Key Account Manager bei einem Objektausstatter, parallel ein Abendstudium mit Schwerpunkt BWL/Marketing – und alles mit höchstem Anspruch und im hochwertigen Bereich, gerade im Innenausbau. Wie seine Kollegen ist auch Andreas Lohmann viel unterwegs und genießt sein Zuhause mit Familie im modernen Wohnambiente. Das durch seinen Werdegang geprägte Interesse für Design und schöne Dinge hat er sich bis heute bewahrt.

Vier Fragen an Andreas Lohmann

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei Architekten am meisten?
Liebe zum Detail

Wen würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Gerhard Polt

Haben Sie einen Lieblingsort/-platz?
Draußen! Atlantikküste Südfrankreich

Welches Gebäude löst bei Ihnen leidenschaftliche Gefühle aus?
Barcelona Pavillon

Susanne Schamp und Richard Schmalöer gründeten 1992 das Büro für Architektur und Städtebau in Dortmund. Am heutigen Standort im Labor Phoenix in Hörde arbeiten Susanne Schamp und Richard Schmalöer in einem Team aus 15 Architektinnen und Architekten an den verschiedensten Projekten. Freundlicherweise wurde BerührungsPUNKTE der Besprechungsraum und die grüne Kommunika-tionsinsel für das Gespräch zur Verfügung gestellt. Für alle Gesprächspartner war die Atmosphäre sehr inspirierend und herzlich – wir danken Susanne Schamp, Richard Schmalöer und ihrem Team an dieser Stelle für die angenehmen Stunden.

www.schamp-schmaloeer.de
www.facebook.com/SchampundSchmaloeer

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