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Ein Besuch in der grünen Hauptstadt: Oslo #places

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Orte können uns berühren, eine bestimmte Atmosphäre erzeugen, die noch lange nachhallt, und uns neue Eindrücke verschaffen. Was macht eine Stadt aus? Woher kommt dieses Gefühl, diese Wirkung, die man in der Stadt verspürt? In unserer Rubrik #places führen wir Sie in die europäischen Hauptstädte – stellen Ihnen Orte, Persönlichkeiten, Gebäude vor, die die Stadt in all ihren Facetten widerspiegeln. Auf geht’s nach … Oslo! 

Barcode Project

#places: Oslo


Land: Norwegen
Einwohner: ca. 681.071
Fläche: 454 km2

 

Die norwegische Hauptstadt Oslo versprüht skandinavisches Lebensgefühl und wurde 2019 offiziell zur Grünen Hauptstadt Europas ernannt, denn zwei Drittel ihrer Fläche sind von Wald und Wasser bedeckt. Besonders im Sommer lädt unter anderem das Hafenviertel Aker Brygge zum Verweilen und Genießen ein. Hier treffen alte Werftgebäude auf moderne Architektur. Das Stadtbild der Hauptstadt verändert sich rapide: Wo einst stark befahrene Straßen oder Brücken waren, entstehen nun Aussichtspunkte und Naherholungsgebiete für Einwohner und Besucher, Stadtviertel werden umgestaltet oder neu geschaffen. Das große Umweltbewusstsein des Landes ist überall zu spüren. Gleichzeitig gibt es in der grünen Stadt viel zu entdecken, seien es kulturelle Sehenswürdigkeiten, architektonische Highlights, niedliche Cafés oder angesagte Second-Hand-Shops.

Eine große Spiegelwand direkt am Wasser mit einer Häuserfront im Hintergrund
Das skandinavische Lebensgefühl wird am Wasser besonders spürbar.
Blick auf den Hafen

Architektur:

Das Barcode Project im Stadtviertel Bjørvika ist ein Gebäudeensemble, das aus 12 Hochhäusern besteht – jedes unterschiedlich in seiner Architektur – und im Jahr 2016 fertiggestellt wurde. Auch die Höhen sowie Breiten der Gebäude unterscheiden sich. Zwischen den Bauten befinden sich jeweils schmale, unbebaute Flächen. Von Weitem betrachtet ähnelt das Zusammenspiel der Gebäude einem Barcode. Namhafte Architekturbüros wie Dark Arkitekter, A-lab, MVRDVund Snøhetta waren an dem Entwurf und der Umsetzung des Gebäudekomplexes beteiligt, das Teil des Großprojekts zum Aus- und Umbau des ehemaligen Hafengeländes ist.

Adresse: Dronning Eufemias Gate, Oslo 0191, Norwegen

 

Wenn Sie gerade im Stadtviertel Aker Brygge unterwegs sind, statten Sie doch dem Astrup Fearnley Museum of Modern Art einen Besuch ab, das eine Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst beherbergt. Doch nicht nur die Kunstwerke im Innern, die von bedeutenden Künstlern unter anderem aus Amerika, Europa und Brasilien stammen, gilt es zu bestaunen, auch die Architektur des Museums ist äußerst sehenswert. 2012 wurde das Museum von dem italienischen Architekten Renzo Piano entworfen, der drei Pavillons unter einem markanten Glasdach in Form eines Segels zusammenfasste und somit eine direkte Verbindung zum Hafen schuf.  Kleiner Tipp: Direkt nebenan befindet sich das Designerhotel „The Thief“, das über einen eigenen Kunst-Kurator verfügt, denn eine Sammlung zeitgenössischer Kunst ziert die Wände der 119 Zimmer und die öffentlichen Bereiche.

Adresse: Strandpromenaden 2, 0252 Oslo, Norwegen

Die Neue Oper Oslo
Ein Teil des Innenbereichs der neuen Oper Oslo

Wie ein riesiger Eisberg ragt das Neue Opernhaus Oslo am Fjord der Bjørvika-Bucht empor und begeistert seine Besucher mit einer einzigartigen Akustik und Architektur. Zum Teil auf Pfählen erbaut, geht es eine direkte Verbindung zum Wasser sowie zum Hafen ein und bietet mit seiner begehbaren Dachlandschaft eine großflächige Aussichtsplattform. Entworfen wurde das eindrucksvolle Gebäude von dem Architekturbüro Snøhetta im Rahmen eines ausgeschriebenen Wettbewerbs. Besonders auffällig ist die Fassade des Gebäudes, die aus 36.000 weißen italienischen Carrara-Marmor-Platten sowie aus Glaselementen besteht. Um den edlen Marmor im Winter nicht durch Streusalz zu beschädigen, wird der Eingangsbereich mit Hilfe einer Fußbodenheizung erwärmt. Der hufeisenförmige Zuschauersaal im Innern ist außerdem mit deutscher Eiche verkleidet, die durch eine Ammoniak-Behandlung in besonderem Glanz erstrahlt. Darüber hinaus ist der Saal dem der Semper-Oper in Dresden nachempfunden, so dass eine optimale Opernform entstand, die für beste Akustik sorgt.

Seit 2010 können Besucher die Skulptur „Hun Ligger (She Lies)“ bewundern, die im Hafenbecken direkt vor der Oper liegt. Erschaffen wurde sie von der Künstlerin Monica Bonvicini, die sich von dem Gemälde „Das Eismeer“ von Caspar David Friedrich inspirieren ließ.

Adresse: Kirsten Flagstads Plass 1, 0150 Oslo, Norwegen

 

Außenansicht der Mathallen
© Helge Høifødt, Mathallen Oslo entrance south, CC BY-SA 3.0
Die Marktstände im innern der Mathallen
© Helge Høifødt, Mathallen Oslo sett fra annen etasje, CC BY-SA 3.0

Besondere Orte:

In den Mathallen findet man allerlei Leckereien – ob Fisch und Meeresfrüchte, frische Fleischwaren oder Käsespezialitäten. Die Produkte sind qualitativ sehr hochwertig und die Vielfalt ist wirklich riesig. An den Marktständen oder in den Restaurants können die Köstlichkeiten oftmals direkt probiert werden. Außerdem finden dort regelmäßig Kochkurse sowie informative Vorträge rund um das Thema „Essen und Genuss“ statt.

Adresse: Vulkan 5, 0178 Oslo, Norwegen

 

Ein echtes Highlight in Oslo ist das nomadische Kunstprojekt SALT, das Musik, Architektur, Kunst und Wellness vereint. Mehrere spektakuläre Holzkonstruktionen, entworfen von Sami Rintala (Rintala Eggertsson Architects), bieten Platz für Konzerte, Veranstaltungen und die größte Sauna der Welt! Bis zu 80 Personen können hier bei 60 – 80 °C ganz entspannt saunieren. An manchen Tagen finden in der Sauna sogar Veranstaltungen oder Filmabende statt. Mit Wasser gefüllte Holzfässer sorgen anschließend für die perfekte Abkühlung. Wer nach dem Saunagang Appetit bekommt, kann sich außerdem in dem schönen Saunacafé Naustet stärken.  

Adresse: Langkaia 1, 0150 Oslo, Norwegen

Restaurants und Cafés:

Das Ostebutikken ist ein kleiner Delikatessenladen in dem angesagten Szeneviertel Grünerløkka. Gleichzeitig kann man hier auch lecker essen. Preiswerte Gerichte und schmackhafte Suppen sind perfekt für eine kleine Mahlzeit zwischendurch. Das Geschäft hat sich zudem auf Käse spezialisiert: Der typisch norwegische Käse Brunost sieht nicht nur aus wie ein Karamellbonbon, sondern besticht auch durch seinen süßlich-karamellartigen Geschmack. Er ist ein Molkenkäse, der aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch hergestellt wird und auf Knäckebrot am besten schmeckt. Wer Lust auf eine Kostprobe hat, ist hier genau richtig. Darüber hinaus lohnt sich auch ein Bummel durch das Viertel Grünerløkka, das mit seinen netten Cafés, seinen originellen Designer- und Vintageläden sowie seinen hippen Bars einiges zu bieten hat.

Adresse: Thorvald Meyers gate 27A, 0555 Oslo, Norwegen

 

© Bihor, Braunkaese, CC BY-SA 3.0

Der Kaffee ist in Norwegen ein sehr beliebtes Heißgetränk, so dass sich auch in Oslo eine bedeutende Kaffeekultur entwickelt hat. Die Zubereitung dieses „Wachmachers“ beherrscht der mehrfache Barista-Weltmeister Tim Wendelboe in Perfektion. In seiner Rösterei und Kaffeebar bietet er die verschiedensten Sorten an, ob aus Kenia, Honduras oder Brasilien – und das in absoluter Spitzenqualität. Als Kaffeegenießer sollte man hier unbedingt einkehren!

Adresse: Grüners gate 1, 0552 Oslo, Norwegen

Shopping:

Wer ein schönes Mitbringsel sucht, wird im Keramikstudio Embla Keramikk sicher fündig. Die Künstler fertigen hier Tassen, Teller, Schüsseln und noch vieles mehr aus Keramik und beliefern damit unter anderem ein Osloer Drei-Sterne-Restaurant. Außerdem kann man den Mitarbeitern bei der Herstellung der einzigartigen und handgefertigten Stücke über die Schulter schauen – ein tolles Erlebnis!

Adresse: Hegdehaugsveien 14, 0167 Oslo, Norwegen

Das norwegische Modelabel FIN zeigt sehr eindrucksvoll, dass Kleidung auch nachhaltig und umweltfreundlich produziert werden kann. Als völlig CO2-neutral arbeitende Modefirma kauft sie Zertifikate, mit denen klimafreundliche Energieprojekte in den Herkunftsländern der Materialien finanziert werden. Für ihre Kleidung verwenden sie unter anderem handgesponnene Wildseide, Baumwolle, Bambus und Alpakawolle. Die Produzenten in den jeweiligen Ländern werden selbstverständlich nach den Prinzipien des „Fair Trade“ bezahlt. Wer sich ein klimafreundliches Kleidungsstück, das zudem auch noch schick aussieht, zulegen möchte, findet die Kollektionen des Modelabels FIN im Kaufhaus Steen & Strøm bei Koma.

Adresse: Nedre Slottsgate 8, 0157 Oslo, Norwegen

Rezept: Fårikål

Zutaten:

  • 500g Lammfleisch
  • ½ Weißkohl
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Pfeffer
  • 200-300ml Wasser

Zubereitung:

Zuerst wird das Fleisch in Stücke geschnitten und der Kohl in vier Teile geteilt. In einem großen Topf Fleisch und Kohl abwechselnd schichten und die einzelnen Lagen mit Mehl, Salz und Pfeffer bestreuen. Nun das Wasser hinzugeben (Kohl und Fleisch müssen vollständig bedeckt sein) und alles aufkochen lassen. Bei geringer Hitze 1 bis 1 ½ Stunden köcheln lassen, bis das Fleisch schön weich ist.

Übrigens: Am letzten Tag im September wird in Norwegen der Fårikål-Tag gefeiert, an dem überall im Land Fårikål zubereitet und verzehrt wird.

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