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Rom - ‚Benvenuti‘ in der Ewigen Stadt! #places2.0

4 min Lesezeit

#places: Rom

Land: Italien
Einwohner: ca. 3 Mio.
Fläche: 1.285 km²
Berühmtes Wahrzeichen: Kolosseum

Als eine der ältesten Städte der Welt ist Rom auch als „ewige Stadt“ bekannt. Der Legende nach von Romulus und Remus 753 v. Chr. auf sieben Hügeln gegründet, zeigen archäologische Funde, dass an derselben Stelle schon um 1.500 v. Chr. gesiedelt wurde. Rom war mit etwa 2 Millionen Menschen die größte und am dichtesten besiedelte Stadt der Antike. Sprichwörtlich an jeder Straßenecke zeugen Säulen und andere steinerne Überreste, mal liegend, mal stehend, mal noch im Gesamtkontext, von jener Zeit. Weltberühmt sind natürlich das Kolosseum, das Pantheon, die Vatikanstadt mit dem Petersdom, der Trevibrunnen, die Spanische Treppe, die Piazza Venezia oder die Trajanssäule, um nur ein paar wenige zu nennen. Die ganze italienische Hauptstadt ist ein einziges riesiges Museum. Und obwohl Rom an Historischem schlicht nicht zu überbieten ist und es alles Neumodische hier schwer hat, gibt es auch moderne Architektur und versteckte Juwelen in der ewigen Stadt.

Petersdom © Verena Gaupp

Architektur

Zunächst wäre da natürlich das Museo dell‘ Ara Pacis, 2005 von Richard Meier als neue Heimstätte für den antiken Friedensaltar des Augustus erbaut – mitten im historischen Zentrum, ein geradliniger Bau aus Beton und Glas (Lungotevere in Augusta, 00186 Roma RM). Dann das von Zaha Hadid entworfene Museum MAXXI für Kunst des 21. Jahrhunderts. Eigentlich Museo nazionale delle arti del XXI secolo (Nationales Museum der Künste des 21. Jahrhunderts), beherbergt es eine einmalige Sammlung zeitgenössischer Kunst und Architektur in zwei Gebäudeteilen. Dazwischen befinden sich Freiluftflächen mit sehenswerten Skulpturen und Installationen (Via Guido Reni, 4a, 00196 Roma RM).

Museo dell‘ Ara Pacis © Verena Gaupp
Museo dell‘ Ara Pacis © Verena Gaupp

Unbedingt einen Ausflug wert ist auch das im Süden Roms, etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt gelegene „neue Viertel“ EUR, das für die Weltausstellung von 1942 entworfen wurde (daher der Name, der von Universal Expo in Rom abgeleitet ist). Aufgrund des Zweiten Weltkriegs fand zwar die Ausstellung nicht statt, aber dennoch wurde ein Großteil des Plans zwischen den 30er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts realisiert. Zu den Highlights zählen ein großer Park mit einem künstlichen See, ein Vergnügungspark und ein pulsierendes Nachtleben. Und mittendrin befindet sich das Kongresszentrum (2014 fertiggestellt), die sogenannte „Wolke“ von Massimiliano Fuksas. Der große, moderne Komplex erscheint schwebend und beinhaltet ein Auditorium für 1.800 Personen. Viele weitere Bauten entdeckt man „en passant“. Das Viertel sollte seinerzeit als Paradebeispiel einer sanierten Stadt einen neuen Eingang zur Stadt markieren.

Adresse: Viale Asia, 40 /44, 00144 Roma RM

Für alle, die vor architektonischer Überladenheit nicht zurückschrecken, ist das Quartiere Coppedè ein überraschendes Kleinod, bestehend aus einem fantastischen Stilmix wie aus einem skurrilen Film. Hier hat sich der Baumeister Gino Coppedè zwischen 1915 und 1926 auf 31 000 Quadratmetern ein geradezu unglaubliches Denkmal gesetzt, ein Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht. So manchem gilt es als architektonischer Sündenfall, doch kann man sich seiner Faszination kaum entziehen. Wer Coppedès Zauberwelt betritt, durchschreitet einen beeindruckenden Torbogen, der bereits einen Vorgeschmack gibt: Auf beiden Seiten überdekorierte Palazzi mit Türmen, Löwenköpfen, Medusen, Putten, Feen, Engeln und anderen Gestalten aller vorstellbaren Reiche. Hinter dem Tor dann ein eklektizistisches Viertel mit jeder Menge Anleihen aus dem Jugendstil und der Antike. Muss man gesehen haben …

Quartiere Coppedè © Nadine Jansen
Quartiere Coppedè © Nadine Jansen

Gastronomie

Eher oder später landen Ausgehwillige in Trastevere – dabei geht es ebenso schön, dafür weniger touristisch auch im Trend-Quartier Testaccio. Hier findet man rund um den Monte dei Cocci zahlreiche Bars, Restaurants und Clubs. Eine Empfehlung ist hier das Ristorante De Oio a Casa Mia Roma, wo man fast ausschließlich auf Einheimische trifft.  

Adresse: Via Galvani, 41/43/45, 00153 Roma RM

 

Wer rund um den Trevibrunnen unterwegs ist, findet in einer unscheinbaren Seitenstraße die Spaghetteria L’archetto Auch hier kaum Touristen, dafür umso mehr Trubel – vor allem im Kellergeschoss. Außensitzplätze gibt es leider nur wenige.

Adresse: Via dell'Archetto, 26, 00187 Roma RM

Gastronomie © Verena Gaupp

Natürlich darf in Italien auch die Gelateria nicht fehlen: Seit 1947 bietet die Eisdiele La Romana mit 5 Zweigstellen in Rom und vielen weiteren nicht nur in Italien das wohl beste Eis der Stadt.Achtung: Hier ist es meist sehr voll, als Geduld mitbringen. Zuerst geht’s zur Kasse, wo man das Eis nach Größe bezahlt. Erst dann, nach einer weiteren Runde Anstehen, wird man nach den Geschmacksrichtungen gefragt. Becher oder Waffel, mit oder ohne Sahne? Ecco! Das lohnt sich!

Adresse: Via Venti Settembre, 60, 00184 Roma RM

Sehenswürdigkeiten

Eigentlich ist jede der nahezu 1.000 Kirchen in Rom sehenswert, aber wir können nicht jede erwähnen und lassen die ganz berühmten mal außen vor. Empfehlen wollen wir aber die Kirche Santa Maria Immacolata a Via Veneto. In der Kapuzinergruft an der Via Veneto schräg gegenüber dem Hardrock-Café kann man gegen eine Spende das außergewöhnliche Gewölbe mit seinen Ornamenten bewundern – diese sind ausschließlich aus den Knochen verstorbener Mönche angefertigt. Eine Führung oder das Ausleihen eines Audioguides erschließt dem Besucher spannende Informationen.

Adresse: Via Vittorio Veneto, 27, 00187 Roma RM

Die Basilika Sankt Paul vor den Mauern, eine der vier Patriarchalbasiliken Roms, die zweitgrößte nach dem Petersdom, steht an der Stelle, an der der Apostel Paul begraben ein soll. Damals errichtete man ihm eine Grabkapelle, die später von Kaiser Konstantin in eine Basilika umgewandelt und im Jahr 324 von Papst Sylvester I. geweiht wurde. In der heutigen Form wurde die Kirche zwischen 1825 und 1854 von Pasquale Belli in Kooperation mit weiteren Architekten erbaut, nachdem die alte Basilika durch einen Brand im Jahr 1823 zerstört worden war. Sehenswert sind die Fassade mit Mosaiken und dem Glockenturm von Luigi Poletti sowie natürlich der Marmorsarg de Heiligen Paulus im Innern und viele weitere Details, darunter ein beeindruckendes Mosaik in der Apsis. Die Basilika ist gut mit der Metro erreichbar.

Adresse: Piazzale San Paolo, 1, 00146 Roma RM

Roma San Paolo fuori le mura © Berthold Werner

Wer es moderner mag und sich für Street Art interessiert, kommt in Rom aber auch nicht zu kurz: Das Social Housing Project Big City Life in der ehemaligen Problemsiedlung Tor Marancia ist ein echter Geheimtipp. Hier, etwas außerhalb des Zentrums, leben etwa 500 Familien in elf Gebäuden, deren Fassaden 22 monumentale Wandmalereien von Künstlern aus elf Ländern und von vier Kontinenten zieren. So wurde der soziale Brennpunkt zu einer Sehenswürdigkeit, die nicht nur toll aussieht, sondern auch Geschichten erzählt. Unter bigcitylife.it findet man Infos über die Gemälde, die oft einen Bezug zu den im Gebäude lebenden Menschen herstellen.

Adresse: Viale di Tor Marancia 63, 00147 Roma RM



Für Liebhaber von Kunsthandwerk, Design und Vintage sei noch ein Besuch des Mercato Monti Urban Market angeraten. Das Viertel Monti mit reichlich Restaurants und kleinen Läden (keine Ketten!) befindet sich zwischen dem Hauptbahnhof Termini und dem Forum Romanum. Samstags und sonntags findet in einer Halle der Markt statt, der an die Portobello Road in London erinnert. Der ideale Ort, um ein individuelles Mitbringsel, Souvenir oder sonstiges Accessoire zu erstehen.

Adresse: Via Leonina, 46/48, 00184 Roma RM

Tagesausflug nach Frascati

Wer zwischendurch eine Pause von der Großstadt braucht, findet nur eine halbe Stunde mit dem Zug entfernt das beschauliche Örtchen Frascati mit vielen römischen Patrizier-Villen und einer malerischen Altstadt, die sich rund um die Kirche San Pietro Apostolo mit schönem Glockenturm aus dem Jahr 1305 gruppiert. Bereits seit der Antike ist Frascati Ort der Sommerfrische für die Betuchten – und auch der ein oder andere Papst soll schon dort gewesen sein. Zum Essen kehrt man schon seit 1947 in die Osteria Fraschetta Trinca ein. Im Gewölbekeller kommen Käse, Schinken, Ricotta, Oliven und vieles mehr auf den Tisch – dazu natürlich ein Glas Frascati!

Adresse: Viale Balilla 14, 00044 Frascati (RM)

© Friedhelm Dröge
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