Ausstellungstipp: Suburbia – Träume vom Eigenheim neu gedacht

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Grüner Rasen. Weißer Gartenzaun. Doppelgarage.

Das Einfamilienhaus ist mehr als eine Bauform. Es ist ein Versprechen. Vom guten Leben, von Freiheit, von Rückzug ins Private. Der „American Way of Life“ hat dieses Bild weltweit exportiert – und es tief in unsere kollektive Vorstellung eingeschrieben.

Die Ausstellung Suburbia – Träume vom Eigenheim. Wege aus der Wohnungskrise im Deutsches Architekturmuseum (DAM) nimmt genau dieses Ideal unter die Lupe. Und sie tut das mit kritischer Neugier statt nostalgischem Blick.

Angela Strassheim, Untitled (Elsa). Series Left Behind, 2005

Zwischen Sehnsucht und System

Suburbia taucht ein in die Bildwelten der US-amerikanischen Vorstadt. Filme, Magazine, Werbung – jahrzehntelang haben sie das Eigenheim als Bühne für Glück und Wohlstand inszeniert. Parallel erzählt die Ausstellung die deutsche Geschichte des Einfamilienhauses in den Wirtschaftswunderjahren. 

Eine Bibliothek mit Ausgaben von Schöner Wohnen aus den 1960er- und 1970er-Jahren lädt zum Blättern ein. Zwischen Pastelltönen, Teppichlandschaften und offenen Grundrissen wird deutlich, wie eng Wohnträume, Familienbilder und politische Ideale miteinander verwoben sind. Was dabei sichtbar wird: Das Eigenheim war nie nur Architektur. Es war immer auch Ideologie.

SW Sonderheft o.D. - Cover einer Schöner-Wohnen Sonderausgabe, Constanze-Verlag, ca. 1955. Foto: Ursula Rink

Suburbia unter Druck

Heute stehen diese Wohnmodelle auf dem Prüfstand. Wohnraummangel, Klimakrise, alternde Gesellschaft – das Versprechen vom Einfamilienhaus als individuelle Freiheit wirkt plötzlich komplexer. Die Abhängigkeit vom Auto, der Flächenverbrauch, soziale Homogenität. All das wird neu diskutiert. Und genau hier setzt die Ausstellung an: Nicht mit der Frage, ob das Einfamilienhaus ausgedient hat, sondern wie es weitergedacht werden kann.

Man waters lawn; Contemporary Suburbium, 2017, Ed Templeton; Digital print on paper Courtesy of Roberts Projects, Los Angeles

Weiterbauen statt abreißen

Viele Einfamilienhäuser werden heute nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt. Gleichzeitig fehlt in Ballungsräumen dringend Wohnraum. Suburbia zeigt, welches Potenzial im Bestand steckt. Energetische Sanierung, Erweiterungen, Umnutzungen – durch kluge Transformation könnte gerade im Umfeld von Frankfurt am Main erheblicher neuer Wohnraum entstehen. Das Einfamilienhaus wird vom Endpunkt eines Traums zur Ressource für die Zukunft.

Rotonda West, Florida, 2023, Benjamin Grant; Digital print Images created with Overview, original images © Nearmap

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) und des DAM, gemeinsam mit Forschungsinitiativen aus München und Bremen. 

Foto: Moritz Bernoully

Für Architekt:innen ein Muss

Suburbia ist keine nostalgische Reise in die Vorstadtidylle. Es ist eine Einladung zur Neubewertung.

Wie wollen wir künftig wohnen?
Was tun wir mit dem Bestand?
Und wie viel Traum verträgt die Realität?

Wer sich mit Wohnungsbau, Transformation und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigt, findet hier reichlich Diskussionsstoff.

Fotografien: Moritz Bernoully

Eröffnung: 20. März 2026
Ausstellung: 21. März – 18. Oktober 2026
Ort: Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main

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