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UNESCO-Weltkulturerbe, Kulturpalast und die Weichsel in Warschau! #places

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#places: Orte können uns berühren, eine bestimmte Atmosphäre erzeugen, die noch lange nachhallt, und uns neue Eindrücke verschaffen. Was macht eine Stadt aus? Woher kommt dieses Gefühl, diese Wirkung, die man in der Stadt verspürt? In unserer Rubrik #places führen wir Sie in die europäischen Hauptstädte – stellen Ihnen Orte, Persönlichkeiten, Gebäude vor, die die Stadt in all ihren Facetten widerspiegeln. Auf geht’s nach ... Warschau!

Kulturpalast (Warschau)

#places: Warschau


Land: Polen
Einwohner: ca. 1,7 Millionen
Fläche: 517 km2
Berühmtes Wahrzeichen: Kulturpalast

Warschau, auch „die größte Baustelle Europas“ genannt, gilt heute neben Frankfurt, London, Rotterdam und Paris als eine der Städte in Europa mit der höchsten Wolkenkratzerdichte. Der Kultur- und Wissenschaftspalast (1955) des russischen Architekten Lew Wladimirowitsch Rudnew ist das berühmteste Wahrzeichen der polnischen Hauptstadt und eines der Hochhäuser Warschaus. Die Stadt beherbergt zahlreiche Institutionen, Universitäten, Theater, Museen und Denkmäler und das historische Zentrum steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes – und das, obwohl es nach seiner Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg fast vollständig wiederaufgebaut werden musste. Im Sommer gibt es viele Aktivitäten und Pop-up Events an den Ufern der Weichsel.

Ein Garten der Jazdów-Siedlung mit vielen Menschen in Liegestühlen
typisches Holzhaus in der Jazdów-Siedlung

Architektur

Umgeben von Botschaften, Regierungsgebäuden und dem Königlichen Park ist die Jazdów-Siedlung mit ihren finnischen Holzhäusern, auch Finlandia genannt, heute eine der teuersten Gebiete Warschaus. 1945 wurde die Siedlung im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt als provisorische Unterkunft für Architekten und Ingenieure errichtet und befand sich im Besitz der Stadt. In den Jahren danach wurde dem Gebiet lange Zeit keine große Beachtung geschenkt – lediglich Menschen mit niedrigem Einkommen fanden hier bezahlbare Unterkünfte. Im Jahr 2011 plante die Stadt, die Siedlung abzureißen und das Gebiet zu verkaufen. Seitdem setzen sich jedoch die dort lebenden und arbeitenden Menschen für den Erhalt dieser geschichtsträchtigen Siedlung ein, die als Lebens-, Arbeits-, und Veranstaltungsraum dienen soll. In den 27 Holzhäusern und den angrenzenden Gärten befinden sich ganz dicht beieinander: Bürger, nichtstaatliche Organisationen, Stadtgärtner und Barkeeper, Akademiker und Studenten, Künstler und Unternehmer, Genossenschaften, Botschaften und öffentliche Institutionen.

Adresse: Jazdów 3/6, 00-001 Warschau

Das Katyń-Museum beherbergt eine Ausstellung, die an das Massaker von Katyń im Jahr 1940 erinnern soll, bei dem rund 4.000 polnische Offiziere von dem sowjetischen Geheimdienst NKVD ermordet wurden. Das Museum befindet sich im südlichen Teil der Zitadelle von Warschau aus dem 19. Jahrhundert und wurde in deren Befestigungsanlagen integriert. Die neuen Wände verweisen dank ihrer hellroten Farbe auf die historischen Anlagen der Festung. Im Kellerbereich werden über 6000 persönliche Gegenstände der Ermordeten ausgestellt – Dokumente, Fotos und Filme zu den Hinrichtungen und Opfern ergänzen die Ausstellung. Im Jahr 2017 wurde das Gebäude von BBGK Architekci für den Europäischen Mies van der Rohe Architekturpreis nominiert.

Adresse: Jana Jeziorańskiego 4, 01-521 Warschau

Juliusz Sokolowski, BBGK Architekci
Blick von oben auf das Służew-Kulturzentrum

Das Służew-Kulturzentrum von WWAA, 307kilo Architekten, wurde in einem Park am Rande einer modernistischen Plattenbausiedlung errichtet. Seine Architektur spielt mehrdeutig auf die Geschichte der Gegend an, die vor der Wohnsiedlung in den 1970er Jahren ein Dorf am Stadtrand war. Das Zentrum besteht aus mehreren kleinen, holzverkleideten Gebäuden, die um einen gemeinsamen Innenhof angeordnet sind dadurch wie ein ländliches Gehöft wirken. Die Hauptfunktionen des Służew-Kulturzentrums sowie der Eingang befinden sich im Kellerbereich, der über eine amphitheatrischen Treppe zugänglich ist.

Adresse: Jana Sebastiana Bacha 15, 02-743 Warschau

Versteckter Ort

Das nur 1,22 Meter breite Keret-Haus ist zwischen den beiden benachbarten Gebäuden versteckt. Der Architekt Jakub Szczęsny (Mitglied der Designergruppe Centrala) baute für den israelischen Schriftsteller Etgar Keret das kleinste Haus der Welt. Es befindet sich im Stadtteil Wola, dem ehemaligen Warschauer Ghetto. Kerets Mutter wurde als Kind hierher verschleppt und entkam dem Tod. Neben dem Schriftsteller können Künstler und Intellektuelle aus aller Welt das Keret-Haus als Atelier nutzen. Nach polnischen Maßstäben ist das Gebäude zu klein für ein Wohnhaus und gilt daher als Kunstinstallation.

Adresse: Żelazna 74, 00-875 Warschau

Der Garten der Wozownia Bar mit Gästen
Wozownia Bar

Bars und Restaurants

Die Wozownia Bar befindet sich in einem alten Kutscherhaus und ihr Innenhof liegt hinter einem alten Stadthaus auf dem Platz der drei Kreuze. Die Bar ist ein versteckter Geheimtipp mit entspannter Atmosphäre, gutem Essen, leckeren Cocktails und vielen liebevoll gestalteten Bereichen im Freien – und das mitten im Zentrum der Stadt.

Adresse: Plac Trzech Krzyży 16A, wejście od Nowego Światu, 00-499 Warschau

Der so genannte Nachtmarkt (Nocny Market) befindet sich in einer Seitenstraße in der Nähe des Eisenbahnmuseums – er ist im Freien, aber überdacht. Hier reihen sich verschiedene Stände aneinander, die eine Vielzahl an verschiedenen Gerichten anbieten. Von traditionellen polnischen Speisen, wie Pierogi oder süße Desserts, über Thai-Spezialitäten bis hin zu Burgern. Die einzigartige Kulisse entsteht durch die kunstvollen und farbenfrohen Neonröhren und natürlich die Livemusik eines DJs.

Adresse: Towarowa 3, 01-210 Warschau

 

Rezept

Pierogi – Polnische Ravioli


Zutaten:

Für die Füllung:

  • 500 g Weißkohl
  • 500 g Sauerkraut
  • 200 g getrocknete Champignons
  • 50 g fein gewürfelte Zwiebeln

Für den Teig:

  • Salz
  • Pfeffer
  • 350 g Mehl
  • 1 Ei
  • 1 / 4 Liter Wasser

Zubereitung:

Streuen Sie das Mehl auf die Arbeitsfläche und drücken Sie in die Mitte eine Vertiefung. Das Ei aufschlagen, in die Vertiefung geben und mit dem Waser übergießen. Salz und Pfeffer hinzufügen und alles langsam verkneten. Den Teig ca. 15 Minuten ruhen lassen und anschließend dünn ausrollen. Mit einem Glas oder Ausstecher runde Kreise mit einem Durchmesser von ca. 5 cm ausschneiden. Etwa einen Teelöffel Füllung in die Mitte geben, den Teig zuklappen, fest auf die Kanten drücken und die Pierogi in gesalzenem Wasser kochen. Wenn die Ravioli oben schwimmen, weitere 2 Minuten kochen und erst dann aus dem Wasser nehmen. In geschmolzener Butter mit Semmelbröseln anbraten. Die Pierogi können auch mit einer süßen Füllung z.B. mit Obst oder auch mit Käse serviert werden. Dafür nur etwas Salz in den Teig geben und auf Pfeffer verzichten.

 

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