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„Team 2038“ kuratiert deutschen Pavillon in Venedig

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Jetzt stehen die Kuratoren des deutschen Beitrags zur 17. Architekturbiennale 2020 in Venedig fest: Es sind Arno Brandlhuber, Olaf Grawert, Nikolaus Hirsch und Christopher Roth, die als „Team 2038“ das Ausstellungskonzept für den Deutschen Pavillon liefern.

Pavillon der Architektur Biennale
Hauptpavillon in den Giardini, Biennale 2018

Beim Namen Arno Brandlhuber kommt einem sicher zuallererst seine Antivilla bei Potsdam in den Sinn. Die Villa am Krampnitzsee, diese scheinbar ungestaltete ehemalige Textilfabrik mit eingebrochenen Fensteröffnungen, über die sich die Nachbarn erzürnten, war nicht nur bei der Architektenschaft in aller Munde. Muck Petzet nahm das Projekt 2012 als Kurator des Deutschen Pavillons (unter dem Titel „Reduce. Reuse. Recycle.“) als Beispiel für eine neue Bauästhetik und den Aufruf zum Umdenken hinsichtlich der grauen Energie in bestehenden Gebäuden als Ressource. Brandlhuber und seine Teamkollegen werden zukunftsorientierte Lösungen für aktuell relevante gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Probleme aufzeigen. Und das sicher höchst interdisziplinär durch Filme und Abbildungen, Worte und Taten.

 

Kuratoren „Team 2038“ – Rückblick aus der Zukunft

Arno Brandlhuber studierte Architektur in Darmstadt und Florenz, bevor er in Projekten mit Günter Zamp Kelp und Julius Krauss arbeitete. Es folgten eine Partnerschaft mit Bernd Kniess sowie offene, wechselnde Projektpartnerschaften. Seit 2003 hat er den Lehrstuhl für Architektur- und Stadtforschung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg inne. 2006 gründete er sein Atelier in Berlin. Zehn Jahre später steuerte er einen Beitrag für den Central Pavillon der Architekturbiennale Venedig bei. Seit 2017 lehrt und forscht er an der ETH Zürich.

Olaf Grawert plant, schreibt und spricht über Architektur. Er studierte Architektur und Städteplanung in Innsbruck und Berlin (Schwerpunkte: Architekturtheorie und Stadtforschung) und war u. a. Gastlehrender und Vortragender am Joint Master of Architecture Suisse, an der Accademia di Architettura Mendrisio und der Chicago Architecture Biennial. Grawert ist Co-Redakteur der Plattform „WIA“ und arbeitet seit 2015 mit Brandlhuber+. Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich.

Nikolaus Hirsch ist Professor für Architektur und seit 2010 Rektor der Städelschule Frankfurt am Main. Sein Portfolio umfasst die preisgekrönte Dresdner Synagoge, das Hinzert Document Center sowie zahlreiche Ausstellungs-Architekturen. Hirschs Forschung im Bereich institutioneller Modelle mündete in Projekten wie dem Bockenheimer Depot Theater (mit William Forsythe), unitednationsplaza in Berlin (mit Anton Vidokle), European Kunsthalle, Cybermohalla Hub in Delhi und einer Studio-Struktur für Rirkrit Tiravanijas „Das Land“.

Christopher Roth ist Filmeditor, Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er studierte von 1983 bis 1989 an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sein Spielfilmregisseur-Erstling war 1995 der Film „Looosers!“. Bei der Berlinale 2002 ging er mit seinem Film „Baader“ in den Wettbewerb um den Goldenen Bären. Er wurde für „neue Perspektiven der Filmkunst“ mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. 2018 erschien sein Film „Architecting after Politics“, der sich um die Frage dreht: Wer baut die Welt? 

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