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Freespace – Die Architektur-Biennale Venedig 2018

2 min Lesezeit

Biennale-Thema 2018:
FREESPACE

Wo das Architektinnenduo den Begriff „Freiraum“ beginnen und enden lassen wird, kann man nach ihren eher vagen Äußerungen nicht wirklich erahnen. Der Begriff repräsentiere „die Großzügigkeit des Geistes“ und „den Sinn für Menschlichkeit“. Er steht für die freien Gaben der Natur wie „Sonnen- und Mondlicht, Luft, Schwerkraft, Materialien“. Es geht um die „Freiheit der Imagination“, den „Freiraum von Zeit und Erinnerung“, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenbinde.
 

Deutscher Beitrag:
UNBUILDING WALLS

Wolfram Putz, Thomas Willemeit und Lars Krückeberg von Graft Architekten sowie Marianne Birthler bilden das Kuratorenteam für den Deutschen Pavillon in den Giardini. Das Team überzeugte mit seiner Darstellung politisch motivierter räumlicher Ab- und Ausgrenzungen und deren Auswirkungen auf Stadt- und Raumentwicklung. Ausgehend von einem Rückblick auf die deutsche Mauergeschichte und die Zeit danach, setzt sich das Konzept mit architektonischen und stadträumlichen Beispielen der Trennung oder des Zusammenwachsens auseinander. Damit nimmt der deutsche Beitrag auch das kommende Biennale-Motto „Freespace“ auf.

„Mauern haben auch lange Zeit nach ihrer Überwindung eine immense Wirkung auf Stadt- und Landschaftsraum. Der Beitrag von Graft Architekten und Marianne Birthler präsentiert eindrucksvoll, wie sich dieses Phänomen architektonisch und städtebaulich auf unseren Lebensraum und auf unseren Alltag auswirkt“, so Bundesbauministerin Barbara Hendricks, die die Namen der Kuratoren bekannt gab.

Professor Matthias Sauerbruch, Vorsitzender der Expertenkommission: „Zweimal 28 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer handelt der deutsche Pavillon auf der Biennale di Venezia 2018 von dem Raum, den die Wiedervereinigung metaphorisch und buchstäblich freigemacht hat. ‚Freespace‘, das Thema der Architekturbiennale, wird von Graft Architekten und Marianne Birthler als ein Hohlraum in der Geschichte interpretiert. Wie mit diesem Hohlraum umgegangen wird, ist ein für Deutschland und Europa extrem wichtiges und nicht zuletzt eminent architektonisches Thema.“

Das detaillierte Ausstellungskonzept „Unbuilding Walls“ wird Anfang 2018 vorgestellt. BerührungsPUNKTE wird in der kommenden Ausgabe (Magazin Nr. 33) ausführlich darüber berichten.

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