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Existenz: Der Weg zum eigenen Architekturbüro

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So … Studium abgeschlossen und rein ins eigene, erfolgreiche Architekturbüro. Als erstes einen ruhmreichen Wettbewerb gewinnen – und ab sofort geht es zum Abendessen nur noch in Begleitung von Rem Koolhaas, Zaha Hadid und Norman Foster.

Existenz: Der Weg zum eigenen Architekturbüro

Nein, ganz so einfach ist es leider nicht.

Nichtsdestotrotz bietet die Möglichkeit ein eigenes Architekturbüro zu gründen für viele eine spannende Alternative zum Angestelltenverhältnis. Für alle, die bereits während des Studiums mit der Vorstellung liebäugeln, sich im Anschluss mit einem eigenen Architekturbüro selbstständig zu machen, haben wir ein wenig recherchiert. Nachfolgend haben wir euch die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die für eine Existenzgründung in puncto Architekturbüro zu beachten sind.

Wer bin ich und was kann ich?

Zuallererst solltet ihr die Grundlagen klären: Wer bin ich, was kann ich und wo stehe ich? Und ebenfalls wichtig: Was will ich machen und wo will ich hin? Kann ich es allein oder benötige ich einen Partner? Dabei solltet ihr vor allem ins Auge fassen, euch mit eurem  Architekturbüro von der Masse der Konkurrenten abzuheben. Architekturbüros gibt es wie Sand am Meer. Eine Spezialisierung, die es so noch nicht gibt, oder andere Dienstleistungen, die euch vom Standard-Architekturbüro unterscheiden, können hilfreich sein. Bei der Ideenfindung kann euch auch eine Gründerberatung unterstützen.

Grundlegendes, das ihr vor der Gründung eures Architekturbüros zu beachten habt: Ihr müsst Mitglied in einer Architektenkammer sein. D. h., in dem jeweiligen Bundesland (DE), in dem ihr lebt/arbeitet/gründen wollt, solltet ihr in der „Liste“ eingetragen sein. Um zu diesem Punk zu gelangen, müsst ihr nach achtsemestrigem Studienabschluss (ArchitektIn, InnenarchitektIn, LandschaftsarchitektIn oder StadtplanerIn) einen Nachweis über eine zweijährige praktische Tätigkeit, in deren Verlauf ihr Kenntnisse in den wesentlichen Teilen der Berufsaufgaben erworben habt, erbringen. Zusätzlich dazu müsst ihr Weiterbildungsmaßnahmen gemäß der Fort- und Weiterbildungsordnung der jeweiligen Architektenkammer vorweisen. Detaillierte Informationen zur Kammerfähigkeit des jeweiligen Bundeslandes findet ihr bei der Bundesarchitektenkammer.

Ran an die Planung

Sind diese Voraussetzungen geklärt, heißt es „ran an die Planung“. Dazu gehört neben der Klärung der Förderungsmöglichkeiten und Versicherungen auch die Erstellung eines Businessplans. Informationen und eine Übersicht zu Förderungsmöglichkeiten findet ihr unter anderem bei dem Existenzgründungsportal des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 

Ebenfalls sehr wichtig: der oben genannte Businessplan. Er beinhaltet eine schriftliche Zusammenfassung eures unternehmerischen Vorhabens. Dazu ist vor allem die Geschäftsidee wichtig, die ihr euch für euer Architekturbüro überlegt habt. Sie sollte die Grundlage des Businessplans bilden. Schreibt vor allem die Ziele auf, die ihr mit dem Architekturbüro erreichen wollt, und wie ihr das Ganze anzustellen gedenkt. Der Plan dient euch als Kommunikationsmittel gegenüber den Kreditgebern und Interessenten und sollte sie von eurer Idee überzeugen.

Macht euch Gedanken zu folgenden Punkten und schreibt sie nieder. Inhalte eines Businessplans sind u. a.:

  • Geschäftsidee/Kundennutzen
  • Gründerprofil/Gründungsteam
  • Markteinschätzung/Wettbewerbssituation
  • Marketing/PR
  • Standort
  • Unternehmensorganisations- und Personalmanagement
  • Chancen und Risiken

Ideal ist es, einen 20 bis maximal 30 Seiten umfassenden Businessplan zu erstellen. Eine Mustervorlage gibt es z. B. bei der Industrie- und Handelskammer München.

Habt ihr diese Punkte abgearbeitet, so habt ihr einen großen Schritt auf dem Weg zum eigenen Architekturbüro geschafft. Die Architektenkammer Hessen stellt auf ihrer Website allen interessierten ArchitektInnen einen Leitfaden zur „Eröffnung eines Architekturbüros“ aus dem Jahr 2010 zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dort sind viele nützliche Hinweise sachlich aufbereitet.

… beim nächsten mal widmen wir uns in dieser Rubrik dem Thema „Wettbewerbe“.

BerührungsPUNKTE wünscht allen Gründern viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

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