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Amsterdam: Die Stadt der Grachten #places

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Orte können uns berühren, eine bestimmte Atmosphäre erzeugen, die noch lange nachhallt, und uns neue Eindrücke verschaffen. Was macht eine Stadt aus? Woher kommt dieses Gefühl, diese Wirkung, die man in der Stadt verspürt? In unserer Rubrik #places führen wir Sie in die europäischen Hauptstädte – stellen Ihnen Orte, Persönlichkeiten, Gebäude vor, die die Stadt in all ihren Facetten widerspiegeln. Auf geht’s nach … Amsterdam! 

 

Grachten mit Häuserreihen

#places: Amsterdam


Land: Niederlande
Einwohner: 864.217
Fläche: 219,32 km2
Berühmtes Wahrzeichen: Rijksmuseum Amsterdam

 

Die niederländische Hauptstadt Amsterdam ist nur knapp 120 km von der deutsch-niederländischen Grenze entfernt und bekannt für ihre bezaubernden Häuser, die vielen Museen, die berüchtigten Coffeeshops sowie für ihre wunderschönen Grachten, die man perfekt mit dem Boot erkunden kann. Im Jahr 2010 wurde der aus dem 17. Jahrhundert stammende Amsterdamer Grachtengürtel in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Aus ihm werden jährlich ca. 15.000 Fahrräder gefischt. Wie diese ins Wasser gelangen, ist häufig ein Rätsel. Außerdem werden die Kanäle von vielen Brücken überspannt, die für die Stadt charakteristisch sind und mit ihrer Anzahl sogar Venedig übertreffen. Auch kulturell hat die Stadt so einiges zu bieten: sei es das Anne-Frank-Museum oder das Rijksmuseum, das die umfangreichste Kunstsammlung des Landes beherbergt.

Außenansicht der Openbare Bibliotheek Amsterdam
© I, Ceinturion, BibliotheekOBA 2, CC BY-SA 3.0
Häuserfront mit Kanal im Vordergrund

Architektur

Sie lieben Bücher und Architektur? Dann sollten Sie unbedingt die neue Zentrale der Openbare Bibliotheek Amsterdam besuchen, die sich auf der Oosterdoks-Insel befindet. Mehr als 1,5 Millionen Bücher befinden sich hier auf einer Fläche von 28.000 Quadratmetern. Somit ist sie die größte öffentliche Bibliothek Europas. Entworfen wurde das beeindruckende Bauwerk von dem niederländischen Architekten Jo Coenen, der den Eingangsbereich mit Hilfe eines riesigen Vordachs bewusst als urbanen Treffpunkt gestaltete. Der Kern des Gebäudes ist mit großen Glasfronten ausgestattet, der von einem Baukörper aus Muschelkalk umgeben wird – so entsteht eine besonders elegante Optik. Das imposante, zehnstöckige Gebäude beherbergt nicht nur eine Vielzahl an Büchern, sondern auch zwei Theater sowie ein Restaurant und eine Dachterrasse, von der aus man einen wunderbaren Ausblick genießen kann.

Adresse:  Oosterdokskade 143, 1011 DL Amsterdam

Nahaufnahme der Fassade des EYE Filmmuseums
Geometrische Fassadenelemente erzeugen ein lineares Muster.
EYE Filmmuseum von außen

Ein weiteres architektonisches Highlight der niederländischen Hauptstadt ist das Filmmuseum EYE, das direkt hinter dem Hauptbahnhof liegt und ganz komfortabel per Fähre erreichbar ist. Ursprünglich war das Museum im Vondelpark in einem Pavillon aus dem 19. Jahrhundert untergebracht, bevor es in den 2012 eröffneten spektakulären Neubau umzog – entworfen von dem Wiener Architekturbüro Delugan Meissl Associated Architects. Dieses hat bereits das Porschemuseum in Stuttgart entworfen. Wie ein skulpturales, weißes Raumschiff liegt das Bauwerk am Nordufer des Flusses IJ, das aus jedem Blickwinkel eine andere Gestalt anzunehmen scheint. Auch ein Besuch am Abend lohnt sich, denn dann ist das Museum eindrucksvoll beleuchtet. Im Innern können sich Besucher auf eine Menge Attraktionen freuen: Eine Ausstellung zur Geschichte des Kinos, Multimedia-Installationen, interessante Wechselausstellungen, ein Restaurant sowie vier Kinosäle, die verschiedene Filme zeigen, lassen keine Langeweile aufkommen.

Adresse: Ijpromenade 1, 1031 KT Amsterdam

Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber die Kirche Oude Kerk, das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt, befindet sich mitten im Rotlichtviertel in Amsterdam. Sie beherbergt eine historische Orgel aus dem 17. Jahrhundert sowie eine Querschifforgel und eine Schrankorgel, die für einen wunderbaren Klang sorgen. Der Boden besteht aus rund 2.500 Grabsteinen, unter denen über 10.000 Menschen begraben liegen. In der Kirche finden nicht nur Messen statt, sondern auch Konzerte, Ausstellungen in historischem Ambiente und das internationale Orgelfestival im Sommer.

Adresse: Oudekerksplein 23, 1012 GX Amsterdam

Besondere Orte

Besuchen Sie doch mal das älteste Kino Amsterdams The Movies. Bereits 1912 wurde es unter dem Namen „Tavanu“ eröffnet und zeigt heute Arthouse-Filme, Dokumentationen und manchmal sogar Hollywood-Produktionen. Im Art-Deco-Ambiente können Sie sich hier in den roten Samtsitzen zurückfallen lassen, auf Zeitreise gehen und einen guten Film genießen. Im gleichen Gebäude, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, befindet sich außerdem ein Restaurant, das asiatische und indonesische Gerichte anbietet – perfekt für eine Stärkung vor dem Kinobesuch oder nach einem anstrengenden Tag.

Adresse: Haarlemmerdijk 161, 1013 KH Amsterdam

© Vera de Kok, The Movies cinema, CC BY-SA 3.0

Wenn Sie eine kleine Auszeit vom Stadttrubel benötigen, machen Sie doch einen Spaziergang durch den botanischen Garten Hortus Botanicus Amsterdam. Bereits 1683 wurde er als Hortus Medicus Amstelodamensis gegründet, um medizinische Pflanzen zu züchten. Heute beherbergt er mehr als 4.000 Bäume und Pflanzen aus aller Welt. Außerdem sollten Sie auf jeden Fall das „Drei-Klimazonen-Treibhaus“ besuchen und zum Abschluss in der Orangery einkehren: ein kleines Café mitten im Park.

Adresse: Plantage Middenlaan 2a, 1018 DD Amsterdam

© Zxempire, HortusBrugOost, CC BY-SA 3.0 NL

Amsterdam ist weltberühmt für seine zahlreichen Museen, wie zum Beispiel das Van-Gogh-Museum. Etwas weniger bekannt, aber mindestens genauso interessant ist das Moco Museum, das sich in einer alten Stadtvilla am Museumsplein befindet und moderne sowie zeitgenössische Kunst für Jedermann präsentiert. Zurzeit können unter anderem die Kunstwerke des Street-Art-Künstlers Banksy und des amerikanischen Künstlers Daniel Arsham bestaunt werden – und das im wunderbaren historischen Ambiente. Im Außenbereich befinden sich außerdem einige Skulpturen, die sehr sehenswert sind. Das berühmte Van-Gogh-Museum befindet sich direkt in unmittelbarer Nähe. Ein kleiner Tipp: Besuchen Sie das Museum an einem Freitagabend, denn dann gibt es neben der Kunst auch noch Cocktails und Musik.  

Moco Museum: Honthorststraat 20, 1071 DR Amsterdam

Van-Gogh-Museum: Museumplein 6, 1071 DJ Amsterdam

© BGCopy, MocoMuseumAmsterdamTHEONE, CC BY-SA 4.0

Cafés und Restaurants

Wenn Sie Lust auf Süßes haben, besuchen Sie Van Wonderen Stroopwafels. Die dünnen Waffeln sind eine niederländische Spezialität und in der Mitte mit Karamell gefüllt. Erfunden wurde diese kleine Sünde im 19. Jahrhundert in Gouda. Im Van Wonderen Stroopwafels werden die Waffeln frisch zubereitet und teilweise mit köstlichen Toppings versehen: von Marshmallows über Nüsse, Schokoraspeln und Krokant. Hier hat man die Qual der Wahl – und gleichzeitig sehen die verzierten Waffeln auch noch wunderschön aus.

Adresse: Kalverstraat 190, 1012 XH Amsterdam, Niederlande

© Takeaway, Stroopwafels 01, CC BY-SA 3.0
Das Café De Sluyswacht von außen
© Hajotthu „De Sluyswach St. Anthoniesluis“
Häuserfront direkt am Wasser

Schlendert man durch die niederländische Hauptstadt, fällt schnell auf, dass viele der Häuser schief stehen. Da früher der Zoll teilweise nach der Hausbreite berechnet wurde, baute man die Häuser in die Höhe, statt in die Breite – und das auf relativ weichem Untergrund. Dadurch begannen einige Häuser einzusinken, so dass sie in Schieflage gerieten. Auch das Haus des Cafés De Sluyswacht ist stark geneigt und bietet Touristen dadurch ein besonderes Fotomotiv. Als Gast bekommt man hier leckere niederländische Kleinigkeiten serviert und kann viele verschiedene Biersorten kosten.

 

Rezept: Niederländische Bitterballen

Bitterballen sind in den Niederlanden sehr beliebt. Es sind panierte, mit Fleisch gefüllte Kroketten, die von außen knusprig und von innen heiß und weich sein sollten. Häufig wird zu dieser Spezialität Senf gereicht.

Zutaten

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 75 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 250 ml Milch (3,5%)
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 150 g Rinderbraten
  • Mehl
  • Ei
  • Paniermehl
© Takeaway, Bitterballen mosterd mayo, CC BY-SA 3.0

Zubereitung

Zuerst schneiden Sie die Gemüsezwiebel in kleine Würfel. Anschließend wird die Zwiebel im Topf mit Butter glasig angeschwitzt und das Mehl hinzugesiebt. Die Milch hinzugeben, 10 Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen und mit Muskatnuss würzen. Danach das Fleisch in Stücke zerteilen, hinzugeben und mit Salz abschmecken. Die Masse nun in eine Form füllen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag Mehl, Ei und Paniermehl bereitstellen und die Masse aus dem Kühlschrank zu kleinen Bällchen formen. Zum Panieren die Bällchen zuerst durch das Mehl, dann das Ei und anschließend das Paniermehl ziehen. Nun die Bällchen entweder 20 Minuten bei 180 °C im Ofen oder in der Fritteuse fertig garen.

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