Dirk Brömmel

2003 begann Dirk Brömmel, Wasserfahrzeuge aus unkonventioneller Perspektive zu fotografieren. Er stellte sich auf eine Brücke und fotografierte die passierenden Schiffe aus der Vogelperspektive.

Markant kommt die Melancholie der Schiffsmontagen in der Serie zum Tragen, die er 2005 in Venedig fotografierte. Hier nahm er im selben Verfahren – wie könnte es anders sein – die typischen schwarzen Gondeln auf. Auf den Fotografien sieht man die Touristen in Regenjacken und Wanderschuhen im Rumpf der schlanken, eleganten Boote sitzen. Familien haben es sich zwischen ihren Rucksäcken bequem gemacht, den Gondoliere im Rücken. Vergangenheit und Gegenwart der Lagunenstadt prallen in Brömmels Aufnahmen aufeinander – die Gondeln, früher zum Verschiffen lebenswichtiger Waren bestimmt, halten auch heute, als verklärtes Relikt, die Stadt am Leben, indem sie die Besucher für kurze Zeit am morbiden Charme der Stadt teilhaben lassen.

Die bemerkenswerte Strenge, die Brömmel mit seinen Serien „La Gondola“ und „kopfüber“ ausgedrückt hat, hat er auch in seiner Serie „Venedig“ wieder aufgenommen.

Die Arbeit zeigt Hausfassaden aus der Untersicht, die später zu überraschenden Stadtansichten zusammengesetzt wurden. Die geheimnisvoll-dunklen Panoramen, die von einem weißen Gitterraster durchzogen werden, wirken wie ein auf den Kopf gestellter Straßen- oder besser Kanalplan der Stadt. Für diese eindrucksvolle Arbeit erhielt Brömmel 2011 eine Auszeichnung beim europäischen Architektur-Fotografie-Preis.

 

 


db_prtraitDirk Brömmel, geboren 1968 in Bonn-Bad Godesberg, studierte nach seiner Ausbildung zum Fotografen, in Wiesbaden Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie sowie darauf freie Künste an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Mit seinen ungewöhnlichen Stadtansichten Venedigs wurde er im Jahre 2011 beim europäischen Architekturfotografie-Preis ausgezeichnet.
www.dirk-broemmel.de