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Hast du Töne? – Archive für gefährdete Geräusche

2 min Lesezeit

Erinnern Sie sich noch an das Klackern einer alten Schreibmaschine, das Surren des Modems beim Einwählen, das Rattern eines Wählscheibentelefons oder den typischen Nokia-Klingelton?

Wählscheibentelefon

Um uns herum ist es eigentlich niemals still – überall gibt es etwas auf die Ohren, doch einige dieser Geräusche sind vom Aussterben bedroht. Da viele technische Geräte heutzutage keine Anwendung mehr finden, alte Videospiele von neuen abgelöst werden und die Entwicklung immer weiter voranschreitet, werden einige uns einst vertraute Töne bald in Vergessenheit geraten. Gäbe es da nicht das Projekt „Conserve the Sound“ und das „Museum of Endangered Souds“, die sich die Konservierung dieser Retro-Klänge zur Aufgabe gemacht haben.

Conserve the sound

Im Rahmen des Pilotförderprogramms „Innovative Audiovisuelle Inhalte“ von der Film- und Medienstiftung NRW ist das freie Projekt „Conserve the sound“ von CHUNDERKSEN aus Essen entstanden. Dieses ist ein Online-Archiv für verschwindende Geräusche, das laufend erweitert wird. Über 120 Töne sind bereits für Besucher zugänglich. Darunter auch das Geräusch des dreimotorigen Flugzeugs Ju-52 aus den 30er-Jahren – eines der spektakulärsten Töne aus dem Archiv. Wer selber Audiomaterial zuhause hat, darf dieses auch zur Veröffentlichung an das Museum schicken, doch der Kriterienkatalog, nach dem die passenden Geräusche ausgesucht werden, ist strikt. Zusätzlich zu den Geräuschen stellt das Projekt Text- und Videointerviews zur Verfügung, in denen das Thema der verschwindenden Geräusche nochmal tiefgehender beleuchtet wird. Im Jahr 2013 wurde das Projekt zudem mit dem Deutschen Kulturförderpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft BDI e.V. ausgezeichnet.

► Conserve the sound

Collage: Radio, Kassetten, Nokia Phone, Schallplattenspieler, Schreibmaschine

Museum of Endangered Sounds

Seit 2012 können Interessierte in dem virtuellen Museum verschiedensten Geräuschen von nicht mehr hergestellten Digital- und Nichtdigitalapparaten in Endlosschleife lauschen. Die Idee für dieses Museum stammt von Brendan Chilcutt, der bereits über 30 Töne auf der Internetseite seines Museums veröffentlicht hat – vom Nadeldrucker über einen Filmprojektor bis hin zum bekannten Pac-Man-Sound. Besucher können diese altvertrauten Geräusche so lange hören, wie sie möchten und sich so in längst vergangene Zeiten zurückversetzen lassen. Dadurch möchte Brendan Chilcutt verhindern, dass kostbare Töne aus unserer Alltagswelt verschwinden.

Save the sound

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