Nicht selten erweisen sich Natur und Mathematik als die besten Wegweiser bei der Suche nach dem Richtigen und Schönen. Nach der Lektüre eines Buches über „Die Natur der Schönheit“ von Friedrich Cramer und Wolfgang Kämpfer kam FSB auf die Idee, das Geheimnis der Schönheit in der Welt der Türklinken mit Hilfe des Goldenen Schnitts zu ergründen.

Das Geheimnis der Schönheit, so ist dort zu lesen, sei eng mit der Geschichte einer irrationalen Zahl verbunden, deren geheimnisvolle Kraft die Menschen seit Vitruv (letztes Jahrhundert vor Christus) auszudeuten versuchen. Man erfährt von vielfältigen Bemühungen bedeutender Geister, diese geheimnisumwitterte Zahl zu visualisieren, liest von den Proportionenskizzen des Leonardo da Vinci und der Zahlenreihe des Leonardo von Pisa (1170 bis 1220), von fliegenden Quadraten und weniger flugtauglichen Rechtecken. Die Designer von FSB lernten, dass „diese unaussprechliche Zahl“ (Johannes Kepler, 1571 bis 1630) ein Symbol für die Dynamik des Lebensprozesses ist, der in der Regel dann als schön gilt, wenn er nach dem Prinzip der Selbstähnlichkeit verläuft. Man betrachte nur die natürliche Wachstumsspirale einer Muschel, eines Gänseblümchens oder den Samenstand einer Sonnenblume.

Fasziniert von diesen mathematischen Ausdeutungen der Schönheit in der Natur interpretierte FSB die Dynamik des Goldenen Schnitts durch das Schlüsselloch der Beschlagbranche in eine gefällige Türklinkenform um. Im CAD-System wurde ein radiales Gitterwerk angelegt, die technischen Vorgaben für eine Türklinke hinterlegt und mit Hilfe von rechten Winkeln und der Fibonacci- Zahlenreihe (0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, …) eine Linie durch die wirbelnden Rechtecke konstruiert. Prompt erschien auf dem Bildschirm die ästhetische Seele einer sich sanft zum Türblatt zurückneigenden Griffform – ein einleuchtendes irrationales Maß an Griffigkeit.

Alles Weitere war Routine. In Kombination mit einem runden Griffquerschnitt entstand eine Alternative zur klassischen Türdrückerform, die auf den Gesetzen des Pythagoras fußt und sich in „harmonia et symmetria“ erschöpft: FSB 1160. Der Türdrücker verjüngt sich vom Griffhals bis zum Griffende – ebenfalls den Regeln des Goldenen Schnitts folgend. Diese Verschlankung steigert die Spannung des natürlichen Kurvenverlaufs. Die Gestaltung ist zurückhaltend, griffsicher und laufrichtungsorientiert.