Ein Hilfsprojekt, für das wir zu Spenden aufrufen, würde sich an dieser Stelle förmlich aufdrängen. Doch: Medizinische Hilfe in ein Land zu entsenden ist das eine.

logoEinem Land beim (Wieder-) Aufbau zu helfen, Infrastruktur zu entwickeln, Gebäude zu erstellen, in denen es sich lernen, heilen oder wohnen lässt – das andere. Ortsansässige Architekten und Fachleute sollen bei der Planung und Umsetzung von Gebäuden mit Rat und weniger mit Tat dabei unterstützt werden, Gebäude der Kultur und den üblichen Materialien entsprechend, nachhaltig für die Benutzer zu unterhalten.

Architekten über Grenzen beraten vor Ort, stellen in Absprache mit den vor Ort Beteiligten Gelder und Fachleute zur Verfügung. Sie klären auf, informieren und geben die Hoffnung nicht auf – auch wenn ihr Tagesgeschäft aus Windmühlen besteht, gegen die sie ankämpfen müssen. Ungeduld ist hier fehl am Platz – „steter Tropfen höhlt den Stein“ eher angemessen.

Unserer Meinung nach ist es wichtig, an dieser Stelle den Fokus zu richten auf eine so gar nicht laute, schnell Erfolge bringende, in der Öffentlichkeit stehende Institution – die mit Bildern aktueller Neueröffnungen wirbt – sondern auf eine, deren Mitarbeiter genau wissen, was sie aus einem bestimmten Grund tun – oder eben unterlassen. Weil in den betroffenen Ländern Korruption herrscht oder Unklarheit über das was am nötigsten gebraucht wird. Weil die Mühlen langsam mahlen – und die Ämter der von Armut betroffenen Länder das Tempo angeben.

Architekten über Grenzen wurde 1997 in Berlin von Architektinnen und Architekten aus ganz Deutschland gegründet und hat heute über 200 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im April 2007 wurde im belgischen Hasselt das internationale Netzwerk „Architecture sans Frontières“ gegründet. Es umfasst über 15 Partnerorganisationen, vorwiegend aus Europa, aber auch aus Nordamerika und Australien.

Welche Hilfe bieten sie an?
Architekten über Grenzen hat das Ziel, Nicht-Regierungs- und kleine Hilfsorganisationen bei der Realisierung ihrer Bauprojekte im Ausland zu unterstützen, sofern diese keine eigenen Planungsund Baufachleute beschäftigen. Hierbei versuchen sie „Architektur-Export“ zu vermeiden, sondern lokale Planerinnen und Planer in die Projekte einzubinden und ihrerseits vor allem Beratung und Hilfe bei der Suche nach geeigneter Projektfinanzierung zu geben.

Wie arbeiten sie?
Architekten über Grenzen e.V. arbeitet von Deutschland aus nach einer festen Projektstruktur. An den Verein herangetragene Projekte werden hinsichtlich ihrer Zielsetzung und ihrer Umsetzbarkeit detailliert überprüft. Es werden Projektgrundlagen abgefragt, die aufzeigen sollen, ob das Projekt Chancen auf Unterstützung hat. Ist dies der Fall, wird das Projekt gemeinsam mit dem hilfesuchenden Partner Schritt für Schritt umgesetzt. Hierbei trägt Architekten über Grenzen die eigenen anfallenden Beratungskosten und – wo notwendig – auch Entsendekosten von Fachpersonal. Neben dieser konkreten Projektarbeit versucht der Verein auch, ein Bewusstsein für das weltweite Grundrecht auf Unterkunft zu schaffen.

www.architekten-ueber-grenzen.de