[spiele]

Lehnen wir uns zurück, denken darüber nach, ob das, was sonst die erste Geige spielt, dies auch weiterhin tun soll, lassen wir uns anstecken von Verspieltheit, wo wir sie treffen, öffnen wir die Sinne für den Geruch des Ganzen …

Um es mit Arthur Schnitzler zu sagen: „Wir spielen alle. Wer es weiß, ist klug.“
 

 

 

 

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Inhalt

Zwischen Spiel und Regel

Entwurfsstrategien im architektonischen Raum »Der Architekt ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.« (frei nach Schiller*) Das Spiel wird gemeinhin als zweckfreie Betätigung oder als unterhaltsame Aktivität nach bestimmten Regeln definiert. Dies sind Kriterien, die man der Architektur zunächst nicht unterstellt. Gelten für sie doch eher Aspekte der Ernsthaftigkeit, der Zweckgebundenheit und der Nachhaltigkeit. Themen also, die Begriffe wie Zufall, Unterhaltung, Humor und Fehler von vornherein ausschließen. Am Beginn des architektonischen Schaffensprozesses steht allerdings das Entwerfen, bei dem die Besten ihrer Zunft sich ganz bewusst in den Zustand des Spielenden begeben. Bei diesem magischen Moment des Entwerfens gilt es, Gefundenes neu zu interpretieren, Regeln zu erfinden und im selben Augenblick wieder zu verwerfen, um die oft selbst gestellte Aufgabe bis an ihre Grenzen auszuloten. Und nur da, wo die an den Architekten gestellte Aufgabe, eine selbst gestellte Aufgabe, ein eigenes, ein freies Spiel wird, wo der Architekt als homo sapiens auch homo ludens ist, […]

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Der Drang heraus aus den Sicherheiten

Prof. Jürgen Mansel über den Sinn des Spielens Spielen schult Fertigkeiten, fördert die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren, lehrt Mitgefühl und Kooperation. Spielen funktioniert nur freiwillig und hat damit anderen Formen des Lernens einiges voraus. Die Plätze zum Spielen allerdings sind immer mehr eingeschränkt. Neue eröffnen sich (ausgerechnet) in der zweidimensionalen Realität der Computer. Nicht nur die Kinder, wir alle brauchen mehr Spiel-Räume. Im Kinderwagen liegt ein Baby und bewegt – mal schlagend, mal tastend die Figuren an der vor ihm hängenden Rasselkette. Dabei verändert es ständig seinen Gesichtsausdruck, es lächelt, staunt, blickt verärgert und hebt das Fäustchen zu einem Schlag. Auch die vor dem Kinderwagen sitzenden Eltern freuen sich, dass sich das Kind beschäftigt, dass es spielt, sich durch seine eigene Tätigkeit die Langeweile vertreibt und daran Freude findet. Für das Kind ist seine Tätigkeit jedoch mehr als Zeitvertreib. Es beobachtet die Bewegungen der Figuren und lauscht den Geräuschen. Es bemerkt, dass sein eigenes Tun […]

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Magische Welten

Die Lochbildfotografien von Bethany de Forest Bethany de Forests Ziel ist es, »realistische« imaginäre Welten zu erschaffen, in denen man glaubt, herum wandern zu können. Die wirkliche Größe der Modelle macht dies zu einer Unmöglichkeit. Sie schafft es dennoch, diesen Eindruck zu erzeugen – mit Hilfe der Lochbildkamera, bei der das Licht den Film nicht durch eine Linse, sondern durch ein winziges Nadelloch erreicht. Eine Lochbildfotografin zu sein, hat Bethanys Blick auf die Welt ziemlich verformt. Sie betrachtet ihre tägliche Umgebung durch ein Lochbildauge. Zuckerwürfel werden zu Ziegelsteinen und Schinkenscheiben zu Marmorplatten. Ihre unüblichen Nahaufnahmen verschieben den Blickwinkel auf die Realität: Lebloses wird plötzlich lebendig, während das Lebendige aus seinem normalen Kontext herausgelöst in ein beinahe feststehendes Stilleben transformiert wird. De Forest arbeitet hauptsächlich mit alltäglichen Materialien: Kerzenwachs zum Bauen eines Eis-Palastes, Süßigkeiten für ein farbenfrohes Puppenhaus. Tausende Zuckerwürfel formen das Schloß des Froschkönigs. Baumwollknäule, Stangenspargel und Himbeeren, Blätter und Zweige sind schwer wiederzuerkennen in […]

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Das Q! Hotel schlägt Wellen

KEUCO PLAN Selten jubelte die Architekturpresse so einmütig euphorisch wie bei der Eröffnung des Q!-Hotels in Berlin. Das Designhotel, gestaltet von dem jungen und wilden Büro »Graft«, hat sein Ausrufezeichen verdient. Eine offene, fast organisch wirkende Struktur umhüllt den Gast, macht ihn zum Akteur in einer futuristischen Landschaft. Mit dabei: Passende Elemente aus der Collection KEUCO Plan. Das junge Team »Graft« kennen inzwischen alle, genauso wie die Story: Brad Pitts Hollywood-Villa stylten die jungen Männer aus Braunschweig, ebenso wie Videoclip-Filmsets. Ihr Meisterstück: Aus einem durchschnittlichen Berliner Plattenbau machten Sie das außergewöhnlichste Design-Hotel in Berlin. Der Grundgedanke war eine »Welle«, aus der eine architektonische Landschaft wird, in der Boden, Wand und Decke fließend ineinander übergehen. Podeste drücken sich aus der Wand heraus und werden zu Sitzgelegenheiten; Nischen übernehmen die Funktion von Regalen. Der Fußboden geht fließend in das Bett über und dieses quasi in eine Badewanne. Extravaganter Mix von Oberflächen Möbel und Architektur sind hier nicht […]

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Vom Detail zum Ganzen

  KEUCO PLAN-Armaturen: Was macht ein Bad perfekt? Eine Badarmatur muss viel leisten können: funktional, intelligent, langlebig und ästhetisch soll sie sein. KEUCO PLAN-Armaturen zeigen, wie dieser Anspruch konsequent erfüllt werden kann: Unaufdringlich machen sie aus einem Bad ein perfektes Ganzes. Armaturen sind wahrscheinlich der am häufigsten benutzte Gegenstand in einem Badezimmer. Durchdachtes Design und Funktion machen aus einer einfachen Armatur, die tagtäglich ihre Qualitäten beweisen muss, einen sinnlichen Gebrauchsgegenstand. Deswegen hat KEUCO die Funktionalität und Form der PLAN-Armaturen perfektioniert: Denn erst sinnvolle und ästhetische Details machen aus der Architektur eines Bades ein stimmiges Ganzes. Das klare, unaufdringliche Design der KEUCO PLAN-Armaturen fügt sich mit Leichtigkeit in die Badgestaltung ein. Die zeitlose Form der Armaturen ergibt sich aus ihrer Funktionalität, schnelllebige Trends bleiben außen vor. Diese Grundsätze machen Armaturen von KEUCO im Objekt- wie im Privatbereich zu klassisch schönen Details. Konzentration auf das Wesentliche Intelligente Technik ermöglicht bei der Formgebung die Reduktion auf das Wesentliche: […]

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Die Löwen fuhren Aufzug

Ein Architekt als Bauforscher des Altertums: Dr. Heinz-Jürgen Beste vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) hat im römischen Kollosseum fünf Jahre lang Stein um Stein analysiert und dabei entdeckt, wie Löwen und Nilpferde in die Arena des Kolosseums gelangten. Die blutigen Kraftproben in der römischen Kampfbahn kosteten unzählige Tiere und Menschen das Leben. Im Hintergrund der rohen Gewalt der Spiele stand eine ausgeklügelte Technik: Die gefährlichen Tiere, gegen die Gladiatoren antreten mussten, wurden über Aufzüge aus dem Untergeschoss direkt in die Arena gehievt. Heinz-Jürgen Beste hat fünf Jahre lang das Untergeschoss des Kolosseums erkundet. Dabei fand er Spuren, die auf ehemals vorhandene Aufzüge und bewegliche Plattformen im Boden der Kampffläche hinweisen. Von diesen Einbauten ist heute nichts mehr erhalten, denn sie waren aus Holz. Doch sie haben Spuren hinterlassen: Rillen, Aussparungen und Löcher im Stein setzten sich für Beste nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen. Große Steinblöcke mit runder Aushöhlung markieren beispielsweise ziemlich sicher den […]

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Flexibles Multi-Talent Gira ITS 30

Für die intelligente Installation in Trennwandsystemen Der kreative Umgang mit Tageslicht und dessen optimale Nutzung werden verstärkt zum Architektenthema. Glas ist mittlerweile zum elementaren Bestandteil der Fassade geworden und steht als Symbol für transparente und kommunikative Unternehmenskulturen. Weil Glas aber auch im Innenraum eine lichtdurchflutete Atmosphäre schafft und den Teamgedanken stärkt, spielen transparente Trennwandsysteme bei der Gestaltung moderner Raumkonzepte eine immer größere Rolle im Objektbau. Bei gläsernen Trennwänden setzt die Architektur vermehrt auf flexible Lösungen, die sich den fortlaufenden Veränderungen der Unternehmensstruktur anpassen. Die geforderte Anpassungsfähigkeit stellte die Elektroinstallation bislang jedoch vor Probleme. Gira hat die Herausforderung angenommen und ein Installationssystem für Glastrennwände mit größtmöglicher Funktionalität und Flexibilität vorgestellt, das die Designansprüche im hochwertigen Objekt-Innenausbau erfüllt. Mit modernen Trennwandsystemen können unterschiedliche Raumkonzepte kurzfristig realisiert und später wieder verändert werden. Von der Elektrotechnik verlangt dies natürlich eine enorme Anpassungsfähigkeit. Gerade hier setzt das für die intelligente Installation in Trennwandsystemen entwickelte Gira ITS 30 neue Standards. Als […]

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Technikpalast

Intelligente Gebäudetechnik für das private Wohnhaus Für einen Gebäudesystemtechniker mit innovativen Ideen war es eine überaus reizvolle Aufgabe: Matthias Schmidt hat in seinem privaten Wohnhaus zahlreiche Einzelkomponenten der Elektrotechnik und Teilnetzwerke miteinander verknüpft und zu einer durchdachten Gesamtlösung verbunden. Das Architekturbüro Archi Viva hat für dieses »smarthouse213« eine geradlinige, kubistisch anmutende Formensprache entwickelt, die die intelligente Gebäudetechnik widerspiegelt. Die Integration der modernen Haustechnik war deshalb von vornherein zentraler Planungsbestandteil. Das Ziel dabei: die einheitliche Bedienung sämtlicher Gebäudefunktionen über eine einzige Oberfläche. Neben den klassischen Funktionen, wie Beleuchtung, Jalousiesteuerung, Einzelraumregelung für die Heizung und Lüftung sowie schaltbaren Steckdosen, wurde auch eine Gastherme mit Warmwasserbereitung und eine Wohnraumlüftungsanlage in das Automatisierungskonzept integriert. Über geeignete Schnittstellen wurden zudem diverse Überwachungskameras, eine Wetterstation, die Telefonanlage, ein Rauchmeldernetz, ein lokales PC-Netzwerk, der Briefkasten und die Klingelanlage sowie ein Zufahrts- und das Garagentor darin eingebunden. In einen Wandschrank im Erdgeschoss ist ein 18“-TFT-Display eingelassen, das mit einem PC im Keller des […]

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Blick zurück auf die Gemütlichkeit

Architektur für Modelleisenbahnen In den Landschaften der Miniatureisenbahn lebt es sich gemütlich, dörflich, in den meisten Fällen unmodern. Modellbauer wollen Fachwerk, möglichst aus Süddeutschland, das in eine Berglandschaft passt. Denn die Eisenbahn muss durch einen Tunnel fahren. Die Eisenbahn schiebt sich auf Berge, um durch mindestens einen Tunnel zu fahren. Ein absolutes Muss. Warum das so ist, kann sich Michael Lang von der Firma Faller auch nach 30 Jahren Miniaturen-Marketing nicht erklären: »Das muss ein Instinkt aus der Steinzeit sein, ich weiß aber nicht, welcher.« Ein Zug fährt in einen Tunnel hinein und wieder heraus – da bekommen Sieben- wie Siebzigjährige gleichermaßen glänzende Augen. Die Firma Faller ist ein Traditionsunternehmen aus dem Schwarzwald. Sie steht seit über 55 Jahren als Synonym für Modellbau-Bedarf. Hier wird nicht an den Eisenbahnen, sondern an der Architektur der Miniaturwelt gebastelt. Wie wird gebaut in den Welten im Maßstab 1:45? Auf den Anlagen der Wirtschaftswunderzeit der 50-er und 60-er Jahre […]

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Griffprogramm Jahn/Lykouria

Angetrieben von dem Wunsch, das FSB-Griffprogramm noch internationaler zu machen, begaben wir uns erneut auf die Suche. Dabei stießen wir auf Helmut Jahn, dessen Architektur sich durch klare Formen in enger Verbindung mit Ästhetik und Technik ausdrückt. Über München, Berlin und Chicago erreichten wir schließlich in London das Büro Jahn/Lykouria Design. Hier arbeiten Helmut Jahn und der Designer Yorgo Lykouria an interdisziplinären Designprojekten. Jahn und Lykouria lassen sich durch die Wirklichkeit einer sich schnell wandelnden Welt anregen. Vorurteilsfrei gehen sie jedes Projekt an, als sähen sie eine Sache zum ersten Mal. So gelingt es ihnen immer wieder, neue Formen zu entdecken – und vielleicht sogar so etwas wie eine neue Poesie für die banalen Gebrauchsgegenstände unseres Alltags. Nach ihrem Verständnis hatte der klassische Türdrücker aus gebogenem Rundrohr den eigentlichen Zweck, Herstellungspotentiale gemäß den Gestaltungsgrundsätzen der Moderne auszuschöpfen. Für Jahn/Lykouria entspricht dieses Prinzip jedoch keineswegs der heutigen Zeit, hat man sich doch inzwischen mit der Idee […]

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Den Maßstab der Kinder entdecken

Erweiterung einer Kindertagesstätte in Berlin-Reinickendorf Wie kann man für Kinder bauen? Wie kann es gelingen, die Proportionen eines Gebäudes wieder mit den Augen eines Kindes zu erleben? In Berlin- Reinickendorf ist ein ausgefallenes Beispiel eines solchen Kindermaßstabs zu sehen. Der 1998 fertiggestellte Erweiterungsbau der Kindertagesstätte Letteallee komplettiert den bestehenden Altbau zum städtebaulichen Ensemble. Hochwertige Außenräume geben dem funktionalen Bau Qualität. Auch bei den Details wurde Wert auf Qualität gelegt: FSB-Drückergarnituren entsprechen sowohl dem ästhetischen als auch dem praktischen Anspruch der Architekten. Wie erleben Kinder die Umgebung? »Bei unserem Entwurf sind wir sehr stark vom Städtebau ausgegangen«, meint Architektin Rebecca Chestnutt vom Büro Chestnutt und Niess, Berlin. Die Architekten überlegten sich, wie die städtebauliche Situation der Kita wohl aus Kindersicht empfunden wird. Aus diesem Ansatz heraus entstand vor dem Gebäude ein städtischer Platz, der von dem denkmalgeschützten Pfarrhaus und dem Neubau an drei Seiten umschlossen wird. Mit den Proportionen dieses Außenraums hofft Architektin Chestnutt, den »Kindermaßstab« […]

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»Was hat Sie in letzter Zeit besonders berührt,…

… Rudi Gutendorf?« Rudi Gutendorf ist ein Rastloser in Sachen Fußball. Er fahndete nach Talenten auf Jamaika, übte im Garten des Königs von Tonga und führte die Balltreter der Fidschi-Inseln ins Südsee-Finale, wo sie den Linienrichter verprügelten. Er gründete die Nationalmannschaft von Botswana, entdeckte in Ghana ein malariakrankes Talent namens Anthony Yeboah und gewann mit dem kleinen Nepal gegen das große Indien. Er war Trainer des Jahres in Australien, wurde im Iran als Ungläubiger gefeuert und betreute die Krisenrepublik Ruanda. BerührungsPUNKTE sprach mit ihm über das Leben mit dem Spiel der Spiele. BerührungsPUNKTE: In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Sie manchmal Angst bekommen, in die peinliche Situation zu geraten, wie ein Besucher zu sein, der zu lange bleibt. Warum? Gutendorf: Das will heißen, immer wieder erscheine ich in der Presse, und ich befürchte, dass das vielleicht auch mal ein bisschen zuviel wird, denn wer hat schon mit 78 Jahren noch so eine Popularität? BerührungsPUNKTE: Sie […]

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