[erinnerung]

Architektur ist in der Regel auf Beständigkeit angelegt und insofern immer auch ein Stück erbauter Erinnerung. Ist es Aufgabe der Architektur, uns zu erinnern? Wir nähern uns mit unserem Schwerpunktthema dem Begriff Erinnerung auf vielfältige Weise: es geht um „Erinnerungsarchitektur“, einem ungewohnten Blickwinkel aus dem Libanon zum Thema, und wir schauen ins Gehirn, dem vermuteten Ort unserer Erinnerung …
 

 

 

 

dnldbtn

 

 


Inhalt

[erinnerung]

Eine revolutionäre Gestaltungsidee, zufällig entdeckt im Briefkasten, wollten wir Ihnen zum Thema Erinnerung nicht vorenthalten (in memoriam eines Zigarre qualmenden Helden aus Südamerika). Mancher philosophischen Idee gelingt eben erst dann der massenwirksame Durchbruch, wenn sich eigentlich keiner mehr so recht an die damaligen Umstände erinnern kann. (Was antwortet ein Jugendlicher heute auf die Frage, wer Che Guevara war? »Ein berühmtes T-Shirt-Model«) Architektur ist in der Regel auf Beständigkeit angelegt und insofern immer auch ein Stück erbauter Erinnerung. Ist es Aufgabe der Architektur, uns zu erinnern? Kann sie dies überhaupt? Wir nähern uns mit unserem neuen Schwerpunktthema – wie Sie es von BerührungsPunkte gewohnt sind – dem Begriff Erinnerung auf vielfältige Weise. Wir entdecken, dass auch mit »Erinnerungsarchitektur « (z.B. in Deutschland) manche Fragen offen bleiben. Wir setzen dem einen ungewohnten Blickwinkel aus dem Libanon entgegen. Und wir schauen ins Gehirn, dem vermuteten Ort unserer Erinnerung. Wir hoffen, Ihnen ein Heft bieten zu können, das Sie […]

Mehr erfahren

Architektur als Heilungsprozess?

Erinnerungsarchitektur Auch Architektur hilft, sich zu erinnern. An Schönes, sagt man, erinnern wir uns lieber. Und an das Grauen, den Terror? Im Krieg gefallene Architektur reißt Krater, sichtbare Wunden in die Stadt. Einen Ground Zero hat jeder Ort, der durch Gewalt verwüstet wurde. Sogleich beginnt die Diskussion, was aus ihm erwachsen soll – wenn Geld für den Wiederaufbau da ist. Im Berliner Haus der Weltkultur diskutierten im Frühjahr 2003 Intellektuelle aus Deutschland und dem Libanon über Erinnerungsarchitektur. Berlin und Beirut – bei aller Fremdheit der Kulturen entdeckt man Verwandtschaft in der seelischen Befindlichkeit. Während in Deutschland, 50 Jahre nach dem Krieg, ein regelrechter Erinnerungsboom ausbricht, und man darüber streitet, ob die Firma Degussa den Graffititschutz für das Juden-Mahnmal liefern darf, baut in Beirut ein junger Architekt einen Nachtclub mit makabrer Aura: Die Gäste sitzen auf Barhockern, die Krücken für Kriegsversehrte ähneln und tanzen auf Tischen, die Grabstellen gleichen. Je grausamer das, was erinnert wird, desto […]

Mehr erfahren

Berlin

Verordnetes Erinnern oder Vergessen Berlin ist im Jahre 15 nach dem Fall der Mauer von einer ambivalenten Diskussion über das Erhalten und Vernichten von geschichtlichen Spuren in der Stadt geprägt. Einerseits entstehen Stätten des institutionalisierten Erinnerns an die 50 Jahre zurückliegenden Gräuel des Nazi-Terrors wie das Holocaust-Mahnmal von Peter Eisenman. Andererseits werden Bauten und Spuren, die an die DDR erinnern, bedenkenlos abgeräumt oder teilweise zu »ostalgischen« Kultobjekten überhöht, wie die Berliner Mauer oder der Palast der Republik. Keine Stadt in Europa hat sich in den vergangenen 15 Jahren so elementar verändert wie Berlin. Aus einer geteilten Stadt wurde über Nacht eine Metropole mit 3,4 Millionen Einwohnern und der Größe des Ruhrgebiets. Aus der »Hauptstadt der DDR« plus einer eingemauerten Insel ohne Hinterland wurde eine internationale Drehscheibe mit wichtiger Schnittstellenposition zwischen Ost und West und vor allem das Zentrum der politischen Macht in einem wiedervereinigten Deutschland. Diese dramatischen und mit enormem Tempo vorangetriebenen Veränderungen haben im […]

Mehr erfahren

Häuserspuren

Zeichen an der Fassade Auch wenn vom eigentlichen Gebäude nur noch ein Schutthaufen liegen geblieben ist, bleiben manchmal Erinnerungsfetzen an der Fassade des Nachbarhauses kleben. Vergänglichkeit ist relativ. Die in den übriggebliebenen Fassadenspuren sichtbaren Abdrücke eines Hauses verraten auch Geheimnisse aus seinem Innenleben, die wir im Vorbeigehen nicht entdeckt hätten. Architektur-Fotograf Daniel Sumesgutner sammelt die Fassadenspuren auf seinen Streifzügen und rettet Sie auf Zelluloid vor dem endgültigen Verschwinden. Ihn fasziniert die kurzlebige Offenlegung eines früheren Hausbildes – einer Häuserspur, die durch neue Bauten (für immer?) verbaut oder unsichtbar gemacht wird. Fotos: Daniel Sumesgutner Dortmund/Hamburg www.sumesgutner.de

Mehr erfahren

Design macht komplexe Technik leicht bedienbar

              1990: Tastensensor, 2-fach Gira S-Color                 1991: Tastensensor, 4-fach Gira S-Color   1993: Tastensensor, 4-fach Gira S-Color   1995: Tastsensor, 4-fach Gira Edelstahl   2000: Tastsensor2, 3-fach Gira Esprit   2003: Tastsensor 2plus, 2-fach Gira E2   2004: Gira SmartSensor   2004: Gira SmartTerminal Anschaulich lässt sich anhand der Designentwicklung der Gira Tastsensoren ablesen, wie die Form der Funktion folgt. Als sich die führenden Unternehmen der Gebäudeinstallationstechnik im Jahr 1990 zusammenschlossen, um einen europäischen Instabus- Standard zu schaffen, stand fest: Die leichte Bedienbarkeit der komplexen Gebäudetechnik würde ausschlaggebend für die Akzeptanz des EIB sein. Dabei spielten die Tastsensoren, die beim Instabus die normalen Schalter ersetzen, für Gira von Anfang an eine entscheidende Rolle. Denn hinter ihrer formschönen und zweckmäßigen Gestaltung verbirgt sich die intelligente Gebäudesteuerung. Anfangs war die Funktionalität der Tastsensoren noch kaum entwickelt: Mit dem ersten Gira Tastsensor aus dem Jahr […]

Mehr erfahren

Wie funktioniert unsere Erinnerung?

Das menschliche Gedächtnis Das menschliche Gehirn – ein Organ von ungefähr 1,5 Kilogramm Gewicht. Doch in welcher Form halten sich darin unsere Gedanken auf? Wie erinnern wir uns? Warum vergessen wir? Das Speichermedium für unser Gedächtnis sind die Nervenzellen des Gehirns und insbesondere ihre Verbindungen untereinander. Es gibt nach verschiedenen Schätzungen 10 bis 100 Milliarden dieser Zellen und jede einzelne ist mit bis zu 10.000 anderen verbunden. Das Gehirn ist vergleichbar mit einem gigantischen Kabelnetz. Und wie in einem Stromkabel fließt entlang der Nervenbahnen Strom. Wird eine Nervenzelle, bzw. ein Neuron, durch ankommende elektrische Reize stimuliert, feuert sie chemische Botenstoffe an ihre Nachbarn. Auf diese Weise werden Zusammenhänge in der Welt im Hirn als Zusammenhänge zwischen Neuronenaktivitäten dargestellt. Je öfter eine einmal erstellte Verbindung im Gehirn benutzt wird, um so sicherer kann sie immer wieder hergestellt werden. All unser Wissen, das im Laufe eines Lebens erworben wird, ist auf diese Weise in unserem Gehirn niederlegt. […]

Mehr erfahren

Wissen, was Wert ist

Keuco PLAN: Neue Nachhaltigkeit der Bad-Architektur »Universelles Design«, das klingt wie ein überholtes Schlagwort. KEUCO PLAN zeigt, wie dieser Anspruch umfassend mit Leben gefüllt wird – und dabei sogar noch eine neue Vision der Gestaltung für morgen entworfen werden kann. Was bedeutet das? Qualität & Funktion. Jedes PLAN Element ist bewusst kompromisslos an der Funktion orientiert. Jedes Detail ist durchdacht. Diese Qualität ist bei der Benutzung mit allen Sinnen zu erleben, so wie das sanfte »blobb« beim Zuschlagen der Mercedestür ganzheitlichen Komfort und Qualität markiert. PLAN ist die Weiterführung der KEUCO Philosophie. Diese wird begreifbar, wenn Sie ehrliche Materialien in bester Verarbeitung spüren. Design & Ästhetik. Beide ergeben sich aus der Funktionalität und sind zeitlos. PLAN erfüllt die Forderungen des »Industrial Designs« und bildet in seiner Formschönheit einen Aspekt zeitgemäßer Architektur. PLAN läuft keinen Trends nach, schafft zeitloses Design und ist damit auf dem Weg zum Klassiker. Weg von der »Geiz-ist-geil«-Mentalität, hin zur Nachhaltigkeit wertiger […]

Mehr erfahren

Leserbriefe

»Schöner Zusammenbruch« Glückwunsch zum neuen Heft, aber ein kleiner Hinweis zu Ihrem Editorial der letzten Ausgabe: Alexis bewundert den totalen Zusammenbruch einer Seilbahn zum Transport von Holzstämmen (nicht einer Wasserleitung) mit den Worten »Hast du schon einmal etwas so schön zusammenbrechen sehen?«. Dies stellt für mich eine sehr tiefe, positive Lebenseinstellung dar, die in dem Hauptthema des Filmes gipfelt: Alexis Dance. Soviel für heute, weiterhin guten »Wirkungsgrad« für weitere Projekte, Herzlichst, Willi Weyerhäuser, Projektleiter Faust Consult, Frankfurt »Szintillationsgitter« Zuerst möchten wir Ihnen einen Glückwunsch aussprechen zur Umsetzung der Idee einer unternehmenseigenen oder unternehmensbegleitenden Zeitschrift. Magazine mit Vorstellung von eigenen Produkten in Verbindung mit Berichten über Architektur oder begleitenden Themen gibt es auch von anderen Unternehmen. Doch Ihres hebt sich heraus, da es übergreifend und gleichberechtigt von drei Unternehmen herausgegeben wird. Ebenfalls loben wir den Gleichklang von Inhalt und Gestaltung. Wir konnten es bisher auf Grund des Kontaktes zu Handelsvertretern des Hauses FSB lesen, möchten es […]

Mehr erfahren

Großer Andrang auf der Baustelle

Ortstermin: Lufthansa-Verwaltung in Frankfurt Eine beeindruckende Kulisse: Der Rohbau des Lufthansa-Verwaltungsgebäudes am Frankfurter Flughafen. 115 Architekten, angereist aus Bayreuth, Hannover und Düsseldorf, folgten unserer Einladung zur Besichtigung der Baustelle, die sich gerade im Übergang von Rohbau zum ersten Ausbau befand. 1.600 Menschen sollen in dem Komplex einen Arbeitsplatz finden und ein späterer Ausbau ist im Konzept auch vorgesehen. Verantwortlich: das Architekturbüro Ingenhoven, Overdiek & Partner. Zwischen A 3 und Flughafen gelegen, sind Schallschutzmaßnahmen ganz vorne auf der Prioritätenliste. Eine zweischalige Fassade umspannt das Gebäude, sodass man Fenster aufmachen und auf Balkone treten kann. In vier Gruppen von Finger zu Finger Weil der Besucherandrang so groß war, mussten die Interessierten in vier Gruppen eingeteilt werden, von denen eine Objektleiter Klaus Frankenheim führte. Er erläuterte das Konzept der 16 »Finger« im ersten Bauabschnitt. Möglich ist ein späterer Ausbau zu einem Gesamtkomplex von 28 Fingern. Großzügige Atrien sind eine besondere Attraktion des Gebäudes. Sie werden später intensiv begrünte […]

Mehr erfahren

Griffprogramm Thomas Sandell

Auch wenn vom eigentlichen Gebäude nur noch ein Schutthaufen liegen geblieben ist, bleiben manchmal Erinnerungsfetzen an der Fassade des Nachbarhauses kleben. Es wird wohl kaum jemanden überraschen, wenn wir hier verraten, dass FSB genau zum Mittsommernachtsfest nach Schweden aufbrach, um dort im Rahmen der designorientierten Europastrategie nach einem fähigen Designer zu suchen. Der Architekt Thomas Sandell war uns empfohlen worden. Doch er hatte uns mitgeteilt, vor dem Mittsommernachtsfest sei er mit seiner Familie in den Bergen wandern und nach dem Mittsommernachsfest sei er mit seiner Familie in den Schären segeln. Aber dazwischen habe er gern 24 Stunden Zeit für FSB. Man könne sich ja in Stockholm treffen. Thomas Sandell ist ein in Schweden sehr bekannter Architekt und Designer. Für uns Südeuropäer – aus schwedischer Sicht – ist er einer der großen anonymen Designer anonymer Massenware, vom Kerzenständer bis zum Stuhl, aus dem alles andere als unbekannten Möbelhaus mit dem Elch. Also genau der richtige Partner für […]

Mehr erfahren

Kreativität zwischen Verzweiflung und Glück

 Ute Fritzsch aus Bautzen Den Charme alter Gemäuer zu erhalten, sie für den neuen Zweck ästhetisch und funktional nutzbar zu machen, ist das Anliegen von Ute Fritzsch. Sie will nicht historisieren, wie es einige Denkmalpfleger und Handwerker verstehen und nicht modernisieren, wie es »die unsensiblen Ökonomen predigen«. Bei jedem Gebäude eine harmonische Verbindung von Bestand und neuer Nutzung zu finden, dieser Anspruch erfordert für Fritzsch oft »endlose Gespräche« mit den jeweils beteiligten Präsidenten, Pfarrern, Gemeindemitgliedern oder Geschäftsführern. Ute Fritzsch, Jahrgang 1941, wurde in Ostdeutschland, in Bautzen geboren. Nach dem Abitur und einer Lehre zum Werkzeugmacher ging sie zum Studium an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Sie arbeitete freischaffend in Berlin, für die Industrie, im Auftrag des damaligen Amt für Industrielle Formgestaltung. Später bekam sie in Frankfurt/Oder Aufträge von Stadt und Kirche zur Ausstattung öffentlicher Räume. Seit 1990 unterhält sie ein IABüro in Bautzen, empfindet sich dabei als »Einzelkämpferin«. Sie studierte zu DDR-Zeiten in Berlin-Weißensee Industrieformgestaltung, also Design, […]

Mehr erfahren

»Was hat Sie in letzter Zeit besonders berührt,…

…Hartmut Dalheimer?« KEUCO, die Marke fürs Bad, feierte im vergangenen Jahr 50. Geburtstag. Ein guter Anlass, um sich daran zu erinnern, wie die Marke groß geworden ist. Wir sprachen mit Hartmut Dalheimer (Geschäftsführer), seit 13 Jahren bei KEUCO. BerührungsPUNKTE: Nach zehn Jahren bei Villeroy & Boch gingen Sie ein Jahr lang in eine Werbeagentur, anschließend aber wieder in die Sanitärbranche, zu KEUCO. Gefällt Ihnen diese Branche? Dalheimer: Auf jeden Fall. Weil es um schöne Dinge des Lebens geht. Und weil man ursprüngliche Bedürfnisse befriedigt wie Baden, Waschen, Entspannung – Wasser ist ja etwas sehr archaisches. Von den Menschen, die dort arbeiten, und von der ganzen Vertriebsstruktur her ist diese Branche glücklicherweise noch sehr mittelständisch geprägt. In anderen Branchen etwa gibt es nur noch zwei, drei große Gruppen, die den Markt beherrschen. Das ist hier doch ein bisschen anders. Man hat hier mehr Möglichkeiten, zu gestalten. Die Produkte sind außerordentlich interessant und vielfältig. Ich bin ein […]

Mehr erfahren

Schreibe einen Kommentar