Das etwas andere Architekturmagazin: BerührungsPUNKTE. Vielfältige Themen rund um Kunst und Technik, um Historie und Zeitgenössisches, um Theorie und Praxis. Jede Ausgabe ist einem Schwerpunktthema gewidmet, das die Architektur berührt. Das Magazin erscheint seit 2001 zweimal im Jahr und kann kostenlos abonniert werden. Herausgeber ist die Kommunikationsinitiative BerührungsPUNKTE, die für Architekten, Planer und Architekturinteressierte Inspirator und Ideengeber ist. Dahinter stehen die drei Unternehmen FSB, Gira und KEUCO, die mit BerührungsPUNKTE ihre gemeinsame Affinität zu Architektur, Design und Kultur leben und dokumentieren. Lesen Sie die älteren Ausgaben in unserem Archiv oder bestellen Sie kostenlos das BerührungsPUNKTE-Magazin.

 

Das neueste Magazin Nr. 29 [wandel]

titel-m29

Veränderungen passieren meistens nur durch eine Initialzündung von außen. Zu träge ist das menschliche Wesen, als dass es ohne Grund seine gewohnte Komfortabilität verlässt und aufbricht zu Neuem. Jeder weiß, dass dem Wandel – ganz gleich, ob im privaten oder beruflichen, im gesellschaftlichen oder persönlichen Bereich – Chancen innewohnen, er aber auch Verluste mit sich bringt: den Verlust gewohnter Strukturen, gewohnter Verhältnisse, gewohnter Umstände.

Mit der Architektur-Biennale in Venedig wird in diesem Jahr die Forderung nach Veränderungen architektonischer, städtebaulicher, politischer und damit einhergehend auch persönlicher Art recht laut. Ein Umdenken und entsprechend ein verändertes Handeln wird allen Beteiligten vieles abverlangen. Was bis dahin vorherrschen wird, ist die Hoffnung, dass die Ausstellungen der Biennale genügend Impulse geben werden, um die Notwendigkeit von Veränderungen aufzuzeigen und die Lust auf Wandel zu wecken.

In einem exklusiven Interview stellt sich der Direktor des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt und Kurator des deutschen Pavillons in Venedig, Peter Cachola-Schmal, den Fragen der BerührungsPUNKTE-Redaktion und formuliert schon einige Monate vor der Eröffnung Antworten, die sicher einigen zu denken geben werden. Matthias Böttger und Olaf Bahner geben uns einen kleinen Einblick in die Vorbereitung ihrer kommenden Ausstellung im DAZ in Berlin und mögliche Lösungen auf die Forderung des Wandels im Wohnungsbau.

Die Kunsthistorikerin Bettina Rudhof untersucht in ihrem Beitrag die architekturhistorischen Zusammenhänge des neuen BerührungsPUNKTE-Meetingpoints, des Palazzo Contarini Polignac, und präsentiert uns in vergleichender Betrachtung einige ihrer formalästhetischen Studien. Dazu beschreibt sie die bewegte Nutzungsgeschichte, in deren Verlauf der Palazzo sowohl zum mondänen Treffpunkt von Künstlern und Literaten als auch zum malerischen Motiv wurde. Außerdem sprach BerührungsPUNKTE mit den heutigen Bewohnern des Palazzo und gewährt Ihnen einen Einblick in deren Leben in Venedig und ihre Familienbande, die einen solchen Ort zu dem machen, was er war und künftig bleiben sollte: ein Ort für Musik, Kultur und Kommunikation.

Unsere Fotostrecke: Der Land-Artist Jim Denevan erschafft immense Zeichnungen in der Natur – auf Eis, Sand oder Erde. Seine Werke sind nur von kurzer Dauer. Je nach Wetterlage oder Gezeiten werden die ästhetischen Gebilde immensen Ausmaßes schnell wieder zerstört. Denevan lässt einen zwiespältigen Dialog zwischen künstlerischem Schaffen und Temporärität entstehen, in dem sich Faszination und Vergänglichkeit gegenüberstehen.

Wir sind gespannt auf die Vielfalt der Themen, der Begegnungen und der Eindrücke, die in Venedig auf uns warten, und freuen uns, wenn Sie uns vom 25.5. bis zum 1.6.2016 (wieder) besuchen. Sie haben sich noch nicht angemeldet? Na, dann mal flott: www.beruehrungspunkte.de/biennale

Die Herausgeber

dnldbtn

Zur Bestellung des Print Magazins hier klicken.


Inhalt

MAGISCH SCHÖN

Land-Artist Jim Denevan spielt mit elementarem Wandel   Er malt auf Sand, Eis und Erde. Er malt über Horizonte hinaus, und ohne ein vertrautes Accessoire verlöre der Betrachter jegliches Gefühl für Maßstäblichkeit. Faszination, Ungläubigkeit, Begeisterung und auch ein wenig Trauer schwingt bei der Betrachtung der Bilder mit: Faszination wegen der Dimensionen seiner Werke, Ungläubigkeit bezüglich ihrer Entstehung durch Menschenhand, Begeisterung ob ihrer Ästhetik und Trauer wegen ihrer Vergänglichkeit. Den Elementen Wind, Regen und Meer ausgesetzt, verändern sich seine Skizzen und Gemälde, unterziehen sich einem Wandel, werden unscharf – und verschwinden schließlich für immer.   www.jimdenevan.com      

Mehr erfahren

Wandel und Kontinuität

111 Jahre Gira Am Beginn der inzwischen 111-jährigen Geschichte der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG stand die Bereitschaft zu Veränderung und Wandel. Genauer gesagt: zwei Männer, die aus einem schweren Fahrradunfall das Beste zu machen wussten. Weil sie mutig genug waren, vieles in ihrem beruflichen Leben grundlegend zu ändern und sich auf Neues einzulassen. Weil sie echten Unternehmergeist in sich trugen und sie das für die Menschen im Bergischen Land typische Selbständig-sein-Wollen antrieb. Richard Giersiepen, der durch den Unfall seinen erlernten Beruf als Bäcker nicht weiter ausüben konnte, entdeckte seine Begeisterung für die Elektrotechnik und entpuppte sich als begabter Tüftler auf diesem damals noch jungen Technologiefeld. 1903 erhielt seine Weiterentwicklung des Tumbler-Schalters ein Patent. Damit war die Basis für die Gründung eines eigenen Unternehmens gelegt. Auch weil sein Bruder Gustav dazu bereit war, dafür aus seinem Baugeschäft mit Schreinerei auszusteigen. Gemeinsam eröffneten die Gebrüder Giersiepen am 1. August 1905 in zwei angemieteten Räumen in Wuppertal-Wichlinghausen eine […]

Mehr erfahren

Multitalent für die Gebäudetechnik

Gira G1 – Bedienzentrale für ein KNX System Der Gira G1 ist das neue kompakte und optisch ansprechende Raumbediengerät für ein KNX System. Über das exzellente Multitouch-Display lassen sich alle Funktionen intuitiv per Fingertipp oder Geste bedienen – und zwar so leicht wie nie zuvor. Die leichte Bedienung garantiert das von Grund auf neu entwickelte Gira Interface mit seinem nutzerfreundlichen Zeichensystem samt großer Schrift und leicht verständlichen Symbolen. Der Gira G1 lässt sich ganz vielseitig nutzen: Von der Licht- und Jalousiesteuerung über die Einstellung der Raumtemperatur, die Programmierung von Zeitschaltuhren, den Abruf von Szenen bis hin zur Türkommunikation. Betrieben wird das KNX Raumbediengerät über PoE (Power over Ethernet). In Verbindung mit dem Gira Tastsensor 3 oder einem KNX CO2-Sensor lässt er sich auch als Raumtemperatur-Nebenstelle nutzen. Mit der Einbindung des kostenlosen Online-Wetterdienstes von Gira sind mit dem G1 selbst Wetterprognosen abrufbar. In Verbindung mit dem Gira TKS-IP-Gateway und einer Türstation Video wird der Gira G1 zudem […]

Mehr erfahren

Renaissance und Moderne

Der Palazzo Contarini Polignac in Venedig Der um 1490 vollendete Palazzo Contarini ist einer der ersten Renaissance-Paläste Venedigs und steht damit am Beginn einer für die Lagunenstadt damals neuen, von toskanischen Vorbildern geprägten Baukultur. Ihr wichtigster Fürsprecher war Andrea Gritti, der als regierender Doge den Anschluss der Serenissima an die „Wiedergeburt“ (frz. renaissance) eines an der Antike orientierten Geistes und einer den Prinzipien des Ebenmaßes und der Zurückhaltung folgenden Gestaltung betrieb. Obwohl der Palazzo Contarini den großen Renaissance-Bauten Pisas, Luccas und Florenz’ nicht nachsteht, kennen wir weder seinen Architekten noch den Bauherrn, der ihn in Auftrag gab. Weil er mit seinen antikisierenden Schmuckformen, seinen fassadengliedernden Rundbögen, Medaillons und ionischen und korinthischen Säulen und Pilastern signifikante Ähnlichkeiten zu den zeitgleich errichteten Kirchen Santa Maria dei Miracoli (1489) und San Zaccaria (1490) aufweist, halten einige Historiker deren Architekten Pietro Lombardo und Mauro Codussi für die Entwerfer auch des Palazzo Contarini. Zweifelsfrei dokumentiert ist allerdings lediglich die Beteiligung des aus Lugano stammenden Steinmetzes Giovanni Antonio Buora. Florenz und Venedig  Seinen Namen hat der Prachtbau am Canal Grande von der noblen Familie der […]

Mehr erfahren

Hier pulsierten Musik und Kunst

Der Palazzo Contarini Polignac ab 1900 Nach dem Erwerb des Palazzo Contarini Polignac 1900 machte Winnaretta Singer diesen Ort zu einem lebendigen und kreativen Treffpunkt für Musiker, Schriftsteller und Künstler der Avantgarde aus ganz Europa – ebenso, wie sie ihre regelmäßigen und einflussreichen Soirées musicales in ihrem Pariser Salon etabliert hatte. Ihr Mann Edmond starb, kurz nachdem sie den Palazzo erworben hatte – für Winnaretta ein persönlicher Verlust, denn sie war Edmond, trotz der Scheinehe, freundschaftlich und geistig eng verbunden. Jedes Jahr verbrachte sie nun während der Sommer- und Herbstmonate lange Zeit in Venedig, während der sie musikalische Zusammenkünfte gestaltete: Die Pianistinnen Clara Haskil und Renata Borgatti und die Violinistin Olga Rudge traten so oft im Palazzo auf, dass sie praktisch „Hausmusikerinnen“ waren. Arthur Rubinstein verbrachte gar seine Flitterwochen hier. Zum engen Freund Winnarettas wurde Vladimir Horowitz, der einige Jahre im Palazzo lebte. Ihr Einfluss in der zeitgenössischen Musikszene war groß: Sie war Ehrenpräsidentin des […]

Mehr erfahren

Ein Ort für Kultur – und für die Familie

Der Palazzo Contarini Polignac heute Heute gehört der Palazzo Contarini Polignac einer Eigentümergemeinschaft aus Nachfahren der Familie Singer. Bikem und Roger de Montebello, ein Nachfahre einer Schwester Winnaretta Singers, wohnen permanent im Palazzo. Jeder ist auf seine Weise mit dem Gebäude verbunden: Bikem kümmert sich um den Erhalt und das Programm, für Roger ist der Palazzo Ort seines künstlerischen Schaffens.   Bikem de Montebello – füllt den Palazzo mit Leben Geboren in Rheinfelden (D) als Kind eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter, verbrachte Bikem de Montebello ihre Kinder- und Jugendjahre in der Türkei. Deutsch lernte sie vor allem in den Sommerferien bei ihrer deutschen Oma. In Nürnberg begann sie ein BWLStudium, das sie in der Türkei abschloss. Nach langen Jahren in der Kosmetikbranche und Aufenthalten in Deutschland, der Schweiz und Frankreich studierte de Montebello schließlich Mode – und lernte Roger de Montebello kennen, mit dem sie vor vier Jahren zusammen nach Venedig zog. Seitdem ist der Palazzo Contarini Polignac ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt.   Was […]

Mehr erfahren

Meetingpoint für Architekten

FSB, Gira und KEUCO laden ein und freuen sich auf Sie! Der Begriff „Kommunikationsinitiative“ BerührungsPUNKTE kommt nicht von ungefähr. Miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen, voneinander lernen, sich kennenlernen und miteinander in Kontakt treten sind seit 17 Jahren das Ziel der Kooperation. In Venedig wird nun zum dritten Mal der Meetingpoint für Architekten initiiert. Nach den überaus erfolgreichen Events in den Jahren 2012 und 2014 freuen wir uns in diesem Jahr auf einen neuen Ort, den auf den vorigen Seiten ausführlich beschriebenen Palazzo Contarini Polignac. 1.850 Anmeldungen sind bisher eingegangen – also zögern Sie nicht! Buchen Sie Ihren Flug, suchen Sie sich ein nettes Hotel und seien Sie vom 25. Mai bis zum 1. Juni unsere Gäste.                

Mehr erfahren

Alter Silo, neue Gäste

Speicher 7 im Mannheimer Hafen Schmucker und Partner haben im Mannheimer Hafen einen ehemaligen Notgetreidespeicher umgebaut und sind mit ihrem Büro eingezogen. Nach 20 Jahren Leerstand hat sich der schlichte Zweckbau zu einer angesagten Location für Veranstaltungen entwickelt – auch Büros, Gastronomie und ein Hotel profitieren von den besonderen Räumen und der exponierten Lage zwischen Rhein und Innenstadt.   Nicht die maximale Ausnutzung der Fläche war das Konzept, sondern die Bewahrung des Vorhandenen und eine gute Vernetzung der Nutzer. Die Nachbarschaft des „Speicher 7“ darf man sich nicht allzu schick vorstellen: Die Mannheimer Innenstadt und das Barockschloss sind zwar nur ein paar Schritte entfernt, doch abgeschnitten durch die ICE-Trasse und die Hochstraßen der Nachkriegszeit. Der umgebaute Speicher aus den 50er-Jahren steht auf dem Betriebsgelände der Mannheimer Hafengesellschaft, die im Hochhaus nebenan einen der größten Binnenhäfen Europas verwaltet. Ein wenig Industrieromantik kommt erst an der Wasserseite auf, wo Flusskreuzfahrtschiffe ablegen und Eisenbahnbrücken den Weg über den Rhein nach Ludwigshafen bahnen. Die Architekten Schmucker und Partner, ein Mannheimer Familienunternehmen in dritter Generation, kosten diesen […]

Mehr erfahren

FSB Fenstergriffe für schmale Profile

Ästhetik beweist sich im Detail: Die neuen FSB Fenstergriffe für schmale Profile sind die Antwort auf einen Trend, der filigrane und sich zurückhaltend in die umgebende Architektur integrierende Konstruktionen fokussiert. Es ist ein ästhetisches Ärgernis: Übliche Fenstergriffe harmonieren nur unzureichend mit schmalen Fensterprofilen, da die Rosette im maßlichen Verhältnis überproportioniert wirkt. Hierzu wurde das tradierte Rosettenmaß von 33 x 70 x 14 mm deutlich verschlankt. Mit 27 x 62 x 10 mm ragt die speziell auf schmale Profile abgestimmte neue Rosette nicht mehr über die Glashalteleiste und fügt sich perfekt ins zurückhaltende Gesamtbild des Fensters oder einer komplexeren Fassadenlösung. Ganz im Sinne einer durchgängigen und ganzheitlichenObjektausstattung sind FSB Fenstergriffe für schmale Profile kombinierbar mit nahezu allen FSB Griffdesigns und erhältlich in den Materialien Aluminium, Edelstahl, Messing und Bronze. Hinzu gesellen sich Planungs- und Montagevorteile: Entgegen der üblichen Bauweise, bei der Griff, Rosette und Vierkantstift fest miteinander verbunden sind, hat FSB diese mittels der bewährten Adaptertechnik voneinander entkoppelt. Die ab Werk vormontierten Unterkonstruktionen sind von den Lochteilen getrennt – es muss im Zuge der Montage nicht mehr umständlich am Griff […]

Mehr erfahren

Perspektivischer Wandel

Wie aus Flüchtlingen Einwanderer, aus Unterkünften Heimaten und aus Ängsten Chancen werden können. Die BerührungsPUNKTE-Redaktion hat sich mit dem Kommissar des diesjährigen Deutschen Pavillons anlässlich der Architektur-Biennale in Frankfurt getroffen und im Foyer des DAM ein intensives Gespräch über die Biennale, den Wandel im Denken und das Heimatgefühl als Ziel geführt. Wie und wann ist die Idee zu Ihrem Konzept „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ entstanden? Peter Cachola Schmal: Unsere Idee zu „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ gab es schon vor Bekanntgabe des Oberthemas. Irgendwann bin ich auf das Buch „Arrival City: Über alle Grenzen hinweg ziehen Millionen Menschen vom Land in die Städte. Von ihnen hängt unsere Zukunft ab“ von Doug Saunders aufmerksam geworden und war vollkommen begeistert von seinen Thesen. Im Frühjahr 2015 stand ich dann vor der Wahl, noch einmal in der Jury für den Deutschen Beitrag mitzuwirken oder selbst einen Antrag einzueichen. So reichten wir im Juli 2015 unser Konzept ein. Die Jurysitzung fand im September statt, danach folgte die Einladung. Am 20. Oktober präsentierten wir das weiter […]

Mehr erfahren

Badarchitektur im Wandel der Zeit

Design hat bei KEUCO Tradition  Von der nützlichen Nasszelle, in der man nicht länger als nötig verweilte, entwickelte sich das Badezimmer seit Mitte der 50er-Jahre zu einem Lebens-, Wohlfühl- und Entspannungsbereich innerhalb der eigenen vier Wände. Die Geschäftsmänner Paul Keune und Hermann Bönner profitierten von der zunehmenden Bedeutung des Badezimmers. KEUCO wurde – damals noch unter dem Namen Paul Keune & Co. KG – im Jahre 1953 gegründet. Das Unternehmen ist auch heute noch im Familienbesitz. Die Hauptgesellschafter sind alle Familienmitglieder der Unternehmensgründer von damals. Die Serie DE LUXE ging 1961 als erste Eigenentwicklung von KEUCO in die Produktion. Vom damaligen Kleinbetrieb für Beschläge hat sich KEUCO heute zum internationalen Komplettanbieter für Badausstattungen etabliert. Mit der Übernahme des damals größten Konkurrenten „Turk & Bolte“ aus Iserlohn im Jahr 1986 sicherte sich KEUCO nicht nur die Marktführerschaft im Bereich Bad-Accessoires, sondern auch das 100-jährige Know-how des Traditionsfabrikanten. 1987 gelang es KEUCO durch den Zukauf des Herforder Herstellers für Küchen- und Badmöbel „Herzküchen“ ab sofort ebenfalls Badmöbel selbst zu fertigen. Der Spiegelschrank-Produzent „Twick & Lehrke“ aus Gütersloh wurde 1995 […]

Mehr erfahren

Werkzeuge des Architekten im Wandel

Sitzt ein Architekt heutzutage eigentlich noch mit einem Kohlestift vor seinem Zeichenbrett und zieht manuell Lineale und Winkel über sein Transparentpapier? Rechnet er den ganzen Tag Formeln zu Materialstärken und Belastungswerten?  Oder visualisiert er seine Projekte in fotorealistischen Renderings? Es gibt sicherlich alles. Noch?! Genauso wie niemand weiß, ob E-Books gedruckte Bücher irgendwann ersetzen werden, können Architekten sich größtenteils noch nicht vorstellen, schon erste Ideen und Skizzen auf Tablets zu zeichnen. In Ausstellungen über das Werk einzelner Architekten sind oftmals Skizzen auf Papierservietten oder schnell aus einem Block herausgerissenen „Fetzen“ zu sehen. Hier werden Brainstormings festgehalten und die allerersten Volumenstudien ausprobiert. Am Pfefferberg in Berlin-Prenzlauer Berg wurde 2013 ein eigenes „Museum für Architekturzeichnung“, die Tchoban Foundation, entworfen von SPEECH, Architekten Sergei Tchoban und Sergei Kuznetsov, eröffnet. Das Thema scheint weiterhin aktuell zu sein. Wenn es an die detaillierte und konkrete Planung von Bauwerken geht, kommt jedoch heutzutage kein Architekt mehr um CAD-Programme und Visualisierungen herum. Der Wandel der Werkzeuge des Architekten – von Transparentpapier und Schattenkonstruktion mit Tuschestift bis hin zu fotorealistischen […]

Mehr erfahren

Wohnen: Neue Standards

von Olaf Bahner und Matthias Böttger Friedrich Engels prognostizierte nichts Geringeres als die soziale Revolution, um die Wohnungsnot im England des 19. Jahrhunderts zu lösen. Nun ist die Wohnungsfrage in Deutschland wieder akut, wie zahlreiche Artikel, Debatten und Ausstellungen zeigen. Und es gibt einen Bedarf nach einem Wandel im Wohnen. Auch global sind Fragen nach der Qualität der gebauten Umwelt virulent. In seinem programmatischen Konzept zur 15. Architekturbiennale spricht Alejandro Aravena in militärischer Sprache von einer Front, an der für das Wohlergehen und die Lebensqualität von Menschen gekämpft wird und an der es noch viele Schlachten zu schlagen gilt. In Venedig will er gelungene Beispiele und Vorbilder zeigen, um diesem Kampf nach Qualität Munition zu liefern. Weniger martialisch, aber nicht weniger dringlich scheint die Situation heute in Deutschland zu sein. Ob die politische Planvorgabe von 350.000 neuen Wohnungen pro Jahr ausreicht, um die immense Nachfrage nach leistbarem Wohnraum in den Griff zu bekommen, bleibt abzuwarten. Engagiert ist das Neubauvolumen allemal: Seit 2010 steigt der Wohnungsneubau langsam wieder an. In den 2000er-Jahren wurden jährlich nur ca. 150.000 Wohnungen […]

Mehr erfahren

Schreibe einen Kommentar