[glitzer]

In unserem letzten Magazin unserer Trilogie „Reflexion“ lassen wir es nach „still_stand“ mal so richtig funkeln, lassen uns blenden vom Glitzern in Mode und Musik, erheben erwartungsvoll die Augen Richtung Himmelszelt, das – weilt man nicht gerade in einer Großstadt, die das Funkeln der Sterne überstrahlt – literarisch zu Poesie und Melancholie verführt.

Wir richten erwartungsvoll den Blick auf die deutsche Baukultur: Glitzer-Glitzer geht eigentlich gar nicht, falls es eben nicht zufällig mattschwarz ausfällt. Und Glamour? Ist Glamour in der Architektur-/Architektenwelt zu finden? Und sind Arroganz und Unnahbarkeit so weit davon entfernt? Rahel Willhardt hat sich wieder für BerührungsPUNKTE auf den Weg gemacht.

Wie gewohnt haben wir in alle Richtungen recherchiert, und es war manchmal nicht einfach, sich nicht blenden zu lassen und neben dem vielen Grau-in-Grau etwas Glamouröses zu finden (um dann zu merken, dass natürlich auch Grau glamourös sein kann – je nachdem, von wem es getragen wird!)

Iris van Herpen, Mader-Stublic-Wiermann, Louis XIV. und Walter Gropius präsentieren in dieser Ausgabe ihren kleinsten gemeinsamen Nenner (strahlen, glitzern, leuchten) und ihre grundlegenden Unterschiede in Materialität, Dimension und Definition.

Wie stehen denn Sie zu Glitzer und Glamour? Lassen Sie sich auf den nächsten Seiten inspirieren und mailen Sie uns, welche Art von Glitzer Sie gelten lassen.

Ach ja, das für uns glamouröseste Event im Jahr 2014:  Der BerührungsPUNKT Venedig, der Meetingpoint für Architekten während der Eröffnungswoche der Architektur-Biennale, öffnet am Abend des 4.6.2014 für Sie wieder seine Gartentür!

Die Herausgeber

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Inhalt

Keine Architektur zum Mitschunkeln

Architektur ist nicht zwangsweise geschmacklos, wenn sie Menschen verzaubert. Auf den Spuren zeitgemäßen Glamours und Glitzers in der Architektur. „Es war eine dämliche Idee, Mies van der Rohes Villa Tugendhat zu kaufen“, dachte Louis XIV. Auf einem Wassily-Stuhl sitzend, drehte er gelangweilt die Locken seiner Perücke und starrte in den perfekt proportionierten Raum. An die kubische Kargheit, die nur Onyxmarmor und Makassar-Ebenholz beseelte, konnte er sich einfach nicht gewöhnen. Eingerichtet mit Le-Corbusier-Stühlen und Haller-Regalen sei es das Formvollendetste, das Wohlhabende heute erreichen können, hatte ihm sein Freund Walter Gropius eingeschärft. Zweifellos tat der Bauhausbegründer gut daran, ihn vom Kauf des „Petit Palais“ von Harald Glööckler abzuhalten. Nicht einmal 400.000 Euro hätte das Prunk-Plagiat gekostet, mit dem sich Menschen mit kleiner Geldbörse die Upper-Class-Illusion erkaufen. Doch ein Einfamilienhaus, dekoriert mit historischen Stilelementen, hätte seine Sehnsucht nach formvollendeter Schönheit auch nicht gestillt! In einem Punkt gab er dem exaltierten Desig-ner jedoch recht: Heutigen Gebäuden fehlte es an […]

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Einfach ist nicht gleich simpel

 „Verwechseln Sie bitte  nicht das Einfache mit dem Simplen.“ Ludwig Mies van der Rohe, 1964 Zu den Widersprüchen der Klassischen Moderne gehört es, dass es ihren Protagonisten zu Lebzeiten so gut wie nie gelang, ihre Entwürfe massentauglich zu machen. Was einst in Dessau erdacht wurde, ist bis heute Edelware geblieben, nachproduziert in limitierter Auflage und hoch gehandelt im Antiquitätengeschäft. Die „Masse“, die mittels durchdachter und effizient gestalteter Industrieware aus dem Bauhaus hätte beglückt werden sollen, trifft sich heute an den Kassen des gleichnamigen Heimwerkermarkts oder sitzt daheim beim Zusammenschrauben global genormter Schwedenmöbel. Musste das alles so kommen? Als Ludwig Mies van der Rohe 1928 von den Eheleuten Grete und Fritz Tugendhat gebeten wurde, ein Wohnhaus für die junge Familie zu bauen, war vieles noch offen. Der Architekt war zu diesem Zeitpunkt mit der Planung des berühmten Pavillons beschäftigt, mit dem sich das frisch demokratisierte Deutschland auf der Weltausstellung in Barcelona präsentieren würde. Mit dem Folgeauftrag für […]

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Fotostrecke: Illusionisten

  „Wir wollen die Wahrnehmung für den realen Ort stärken. Wir suchen Möglichkeiten, in einer neuen verständlichen Sprache ‚er-leb-bare’ Räume zu schaffen.“ Dass die neue Wahrnehmung eine Illusion ist, der neue Raum zwar erlebbar aber nicht materiell ist, spielt in ihrem Fall keine Rolle. Das interdisziplinär arbeitende Berliner Medienkunst-Büro Mader Stublic Wiermann projiziert eine Welt in die Welt, Räume in Räume und Innerstes ins Außen. Es stellt Raumzusammenhänge her, indem sie die traditionellen raumbildenden Mittel der Architektur um die zeitgebundenen Medien, wie zum Beispiel Licht, Video und Ton, ergänzen und so eine neue Realität schaffen. Für uns haben ihre Projekte einen hohen Glamourfaktor, wenn sie nicht gar anmuten wie magisches Sternengefunkel. Lichtbäche fließen durch den urbanen Raum, Gebäudekonturen geraten in Bewegung, verändern ihre Größe, ihre Form, und aus statischer Unbeugsamkeit wird dynamischer Flow. Licht – insbesondere Video als fein gerastertes Licht – kann den Baukörper bei Nacht neu interpretieren, vorgefundene Formen dekonstruieren und neue, alternative […]

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Der perfekte Begleiter

Der Kosmetikspiegel steht auf der Beliebtheitsskala täglicher Accessoires für die Schönheitspflege ganz oben. Kein Wunder – schließlich hängt Wohlgefühl unmittelbar mit dem Wissen um die eigene Schönheit zusammen. Als praktisches Utensil für die tägliche Schönheitspflege überzeugt der Kosmetikspiegel iLook_move von KEUCO insbesondere durch seine innovative Scharnier- und Lichttechnik. Aber auch die hochwertige Spiegelfläche mit Fünffach-Vergrößerung und das schlanke, edle Design von Tesseraux+Partner (Potsdam) brillieren. Die stabile Wandbefestigung und die erstklassige Verarbeitung lassen ihn so für viele Jahre zu einem unverzichtbaren Begleiter im Bad werden. Auch für den abendlichen Ausgehlook ist der Kosmetikspiegel unverzichtbar. Der beleuchtete Kosmetikspiegel ist mit zwei Lichtfarben erhältlich. Dank der Möglichkeit, die beiden Lichtfarben stufenlos einzustellen, setzt der iLook_move damit seinen Betrachter stets ins rechte Licht. Der Kosmetikspiegel iLook_move lässt sich in der Höhe, zur Seite und in der Neigung optimal ausrichten. Er besticht durch sein puristisches, schlankes Design – das belegt der Award Design Plus powered by ISH. Mit diesem Gütesiegel […]

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Meetingpoint für Architekten Venedig 2014

 Wir sind wieder da! 4.–11. Juni 2014 Nach dem phänomenalen Auftakt in 2012 werden wir auch zur kommenden Architektur-Biennale 2014 wieder die Türen des Palazzo Loredan dell´Ambasciatore in Venedig für Sie öffnen.   Die 14. Architektur-Biennale Venedig läuft von Samstag, 7.6., bis Sonntag, 23.11.2014. In diesem Zeitraum werden die Pavillons in den Giardini und die Ausstellungsbereiche im Arsenal von den jeweiligen Ländern bespielt. Rem Koolhaas ist 2014 der Leiter der Biennale, die unter dem Motto „Fundamentals“ steht. Er wird die Hauptausstellung kuratieren – mit dem von ihm klar definierten Schwerpunkt, keine Architekten-Schau zu inszenieren, sondern eine Architektur-Ausstellung. Fast drei Monate früher als in den vergangenen Jahren beginnt dieses Event: Offizielle Biennale-Eröffnung ist am Samstag, 7.6.2014. (Ein Biennale-Besuch an den Preview-Tagen (5.+6.6.2014) ist nur mit über www.labiennale.org käuflich erworbenen Eintrittskarten möglich.) Unser BerührungsPUNKT Venedig ist vom Abend des 4.6. bis zum 11.6.2014 für Sie geöffnet. Eine verbindliche Anmeldung zum Besuch unseres Palazzos und die Bestellung unseres Leistungspakets* ist ab sofort über www.beruehrungspunkte.de oder das […]

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Funkel-Business

Eleganz – Glamour ohne Glitzer Mode ist das Glitzer- und Glamour-Business schlechthin. Modenschauen erzeugen Blitzlichtgewitter, Laufsteginszenierungen übertrumpfen sich gegenseitig, Schmuck und Pailletten funkeln um die Wette – doch auch schlichte Kreationen können einen hohen Glamourfaktor haben. Ein paar kleine Exkurse in die Welt der Mode – mit dabei: Designer, Rockstars und ein paar nicht zu unterschätzende Kleinigkeiten … Freiheit statt Flitter Als Coco Chanel den Ausspruch „Eleganz ist Verweigerung“ prägte, wollte sie damit wohl sagen, dass Eleganz nichts mit Kleidung zu tun hat, sondern mit dem Verzicht auf unnötigen Tand. Tand? Also Klunker, Glitzer, Flitter … Zudem erfand sie einen neuen Stil – elegant-schlicht und geeignet für selbstbewusste, berufstätige Frauen. Im Gegensatz zum bis dato angesagten Stil eine Mode, die nicht einengte. Freiheit statt Korsett! „I don‘t need no glitter, no Hollywood …“ Eric Clapton Der für seine eleganten Outfits bekannte Eric Clapton hatte schon immer ein Faible für Mode und Stil. Bereits mit 15 Jahren soll […]

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Außergewöhnliches Design

Schalterprogramm Gira ClassiX Das Schalterprogramm Gira ClassiX fällt ins Auge: Statt puristischer Form- und Farbgebung überrascht Gira mit harmonisch abgerundeten Ecken, goldglänzenden Oberflächen und kunstvollen Details. Die Schalterserie aus hochwertigen Materialien ist prädestiniert für exklusive Architektur und luxuriöses Wohnambiente. Eine umfangreiche Funktionsvielfalt aus der modernen Elektroinstallation macht diese Gira Designlinie zum intelligenten Kunstelement. Es gibt sie noch, die schönen Dinge – voll Stil und Eleganz, mit einem Hauch von Luxus. Nach dieser Devise hat Gira das Programm ClassiX gestaltet: vollendete Oberflächen und Rahmenvarianten in goldglänzendem Messing und in gebürsteter Bronze. Die Ausstrahlung ist einzigartig – der intensive und warme Goldglanz oder die sichtbaren Schliffstrukturen in Bronzematt machen aus dem massiven Schalter einen echten Hingucker im stilvollen Ambiente. Die Rahmenvarianten in Messing und Bronze gibt es mit inneren Rahmenelementen aus dem jeweils gleichen Metall, aber auch mit elegantem Schwarz oder Cremeweiß. Zusammen mit harmonisch abgerundeten Ecken erzeugt diese doppelte Rahmung optische Komplexität. Die großen Oberflächen sorgen […]

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Hightech unterm Fernsehturm

Das MIO in Berlin mit modernster Gebäudetechnik Am Fuße des 368 Meter hohen Berliner Fernsehturms liegt ein einzigartiges Restaurant: Das MIO ist eine Mixtur aus mondänem Interieur und gehobener Gastronomie sowie faszinierender Technik und Illumination. Technikaffine Besucher begeistern vor allem die interaktiven Touch-Tables – clevere Lösungen hat System-Integrator Christoph Schroeter aber insbesondere für ganz individuelle Beleuchtungsszenen realisiert, für Lüftung, Musik, Unterhaltungselektronik und Sicherheit. Dank der Einbindung in ein KNX/EIB-System läuft fast alles automatisch oder lässt sich komfortabel über iPad oder ein Gira Touchpanel an der Wand bedienen. In eine unverwechselbare Location wollten die Brüder Ayhan und Hasan Aslan die Räumlichkeiten verwandeln und holten sich dazu die Unterstützung von Architekt und Designer Pakalolo Philipp Jahn. Er kombinierte im Innern futuristische Formen mit hochwertigen Deko-Elementen und ganz gezielten Stilbrüchen. Aufgrund der Betonarchitektur des Fernsehturms mussten die Decken komplett abgehängt werden. Als Erstes fällt dem Besucher die neue Deckeninstallation aus 620.000 Swarovski-Kristallen ins Auge. Mit diesen sowie zig LED-Lichtbändern […]

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Haute Sculpture

Über die Kreationen der Amsterdamer Modedesignerin Iris van Herpen Wild und gefährlich, skulptural und abgehoben: Während die internationale Modeszene Iris van Herpen als angesagte Newcomerin feiert, empfindet manch einer bei den extravaganten Arbeiten der 29-jährigen Holländerin auch Aversionen. Stars wie Björk, Lady Gaga und Tilda Swinton hingegen lieben ihre Kostüme. Iris van Herpens Mode gilt als untragbar und ist für den Alltag nicht geeignet – doch keine Angst, sie will nur spielen. Mit ihren turbulenten, fantasievollen und glamourösen Kreationen spannt sie einen Bogen zwischen Mode, Kunst und Architektur: Haute Couture wird Haute Sculpture. Das zeigt auch ihre fünfte Kollektion. Auf der Pariser Fashion Week im Juli präsentierte van Herpen zusammen mit Rem D. Koolhaas Schuhe, die aus dem 3D-Drucker kommen. Iris van Herpen (* 1984), niederländische Modedesignerin, studierte in Arnheim, volontierte in London (Alexander McQueen) und Amsterdam (Claudy Jongstra), eigenes Label seit 2007, seit 2011 Gastmitglied der Pariser Chambre Syndicale de la Haute Couture. Rem D. Koolhaas, […]

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Plädoyer für eine sternfunkelnde Romantik

Eine kleine literarische Himmelskörperreise Ein Glitzern und Funkeln am Himmel: Die Sterne – ferne, leuchtende Himmelskörper – beflügeln die Fantasie der Menschen und gehören zu den Phänomenen, die als unerschöpflicher Stoff für Metaphern und Komplimente dienen. „Deine Augen glänzen wie die Sterne“, „Du bist mein Stern“, „Für dich hole ich die Sterne vom Himmel“. In der Literatur, insbesondere der Poesie der Romantik, haben die Sterne einen Platz, der ihrem tatsächlichen am Firmament ebenbürtig zu sein scheint. Bereits der große römische Dichter Vergil bediente sich in seinen „Georgica“, dem vierbändigen Gedichtzyklus zum Landbau, seiner Kenntnisse der Astronomie und ging auf die Bedeutung der Sternzeichen für den Feldbau ein. Das war zwischen 37 und 29 vor unserer Zeitrechnung. Bereits lange vor ihm, um 400 vor Christus, erklärte der berühmteste Arzt des Altertums, Hippokrates von Kos:  „Ein Arzt ohne Kenntnisse der Astrologie hat kein Recht, sich Arzt zu nennen.“ Später dann, im Mittelalter, wurde die Astrologie ganz selbstverständlich als Bindeglied […]

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