Still Stand

Halt, Einhalt, Pause – Stockung, Ruhe, Aufenthalt – Stagnation, Nullpunkt, Unterbrechung – toter Punkt, Leerlauf, Nachlassen – Ende, Flaute, stille Zeit – Rast, Störung, Atempause – Einkehr, Einschnitt, Bruch – Zäsur, Unterbrechung, Gemütsruhe – Gleichmut, Lethargie, Trägheit …

In dieser Ausgabe konzentrieren wir uns auf das Wesentliche. In Schwarz, Weiß und Grau-Nuancen finden Sie unsere Auswahl an Themen, die wir mit „still-stand“ in Verbindung bringen. Stillstand ist essenziell. Es gibt keine Bewegung ohne Stillstand. Keine Präsenz ohne Absenz. So wie die Liebe ohne Leid nicht sein kann, so ist der Ton nichts ohne die Stille, das Wachsein nichts ohne den Schlaf, das Abschalten nichts ohne das Aufdrehen.

Nun halten Sie mal schön still bei der Lektüre, schalten Sie einen Gang runter, hören Sie Ihr Blut rauschen und finden Sie Ihr Gleichgewicht. Viel Spaß dabei!

Die Herausgeber

 

dnldbtn

 

 


Inhalt

Freud und Leid

Andrea Potzler über Stillstand Stillstand – Ruhe, innehalten, keine To-do-Liste, keine Termine, keine E-Mails, keine Bewegung. Es tut sich – einfach – nichts. Anhalten, stehen bleiben – schrecklich? Kaum auszuhalten? Das Leben rast vorbei? Nichts tun, nichts planen, nichts erreichen: Das macht so manchen hippen Zeitgenossen nervös, der immer schneller, weiter, mehr will. Der entgegengesetzte Zustand: Körper und Geist lechzen förmlich danach, nichts mehr zu tun, brauchen endlich Ruhe. Auch die Stimmen von außen werden immer lauter mit der Forderung nach mehr Innehalten, Stillstehen oder Stillsitzen. Die Idee ist genau das: Ein bisschen weniger, obwohl wir doch so arg auf das „Immer mehr“ gepolt sind. Und das ist es auch, was vielen schwerfällt: nicht noch einen erfolgreichen Geschäftsabschluss oder ein neues, größeres Auto. Stattdessen: alles auf „Stopp“, verharren mit dem Vorhandenen. Der Stillstand, der erst einmal schrecklich unangenehm erscheint, hat viele positive Seiten. Sie zu sehen und zu nutzen, wird eine unserer großen Aufgaben der […]

Mehr erfahren

Ästhetik der stillen Körper

Die Aktfotografie von Günter Rössler  „Er verrät die Frauen nicht – ihre Empfindsamkeit und Verletzbarkeit werden in den Aktfotos spürbar!“ Renate, ehemaliges Aktmodell, schwelgt im Film in der Erinnerung der vergangenen Tage, an denen sie dem Fotografen Günter Rössler (1926–2012) Modell stand. Fast wie von Rodin, wie für die Ewigkeit in Stein gemeißelt, lassen sich die Figuren betrachten, deren Protagonistinnen kühn und verletzbar, ästhetisch und natürlich, selbstbewusst und weich zugleich wirken. Dieser Mann besitzt die Fähigkeit, die Genialität des Augenblicks perfekt festzuhalten – in einem Moment des Stillstands der Bewegung, im Fluss der Zeit. Ab 1951 vorwiegend freiberuflich als Mode-, Reportage- und Werbefotograf tätig, widmete sich Rössler seit den 1960ern der Aktfotografie und war damit einer der Pioniere dieses Genres in der DDR. „Bilder, die man als Frau schön finden kann … die nicht unbedingt auf die Zielgruppe Mann zugeschnitten waren“, beschreibt Marie, ebenfalls ehemaliges Aktmodell, ihre Wahrnehmung der Fotografien. Das Konnotative seiner Bilder wird […]

Mehr erfahren

FSB

isis M100 Die budgetattraktive Einstiegslösung mit kartenbasierender Programmierung. isis M300 Die online administrierbare Lösung für komplexe Objektanforderung. Mehr Information unter: www.fsb.de/isis

Mehr erfahren

Kein bisschen Stillstand

Die Architektenberater von FSB, GIRA und KEUCO im Gespräch Die BerührungsPUNKTE-Redaktion hat die Architektenberater von FSB, Gira und KEUCO zu einem Gespräch eingeladen. Einige von Ihnen werden sie kennen – aus beratenden Gesprächen im Projektkontext oder als Gastgeber im Sommer letzten Jahres im Meetingpoint für Architekten in Venedig. Wolfgang Reul (FSB), Kay Berges (Gira) und Andreas Lohmann (KEUCO) trafen sich mit uns in den Büroräumen des Dortmunder Architekturbüros Schamp & Schmalöer. Sie sprachen mit uns über ihr Verhältnis zu Architekten, ihren arbeitgebenden Firmen, über Venedig, ihre Architekturbegeisterung und ihre persönliche Meinung zu Stillstand. BerührungsPUNKTE: Was schafft die größte emotionale Verbindung zwischen Ihnen und dem Unternehmen, für das Sie arbeiten? Andreas Lohmann (KEUCO): KEUCO verfügt als mittelständisches Unternehmen über diese besondere und vielzitierte Unternehmenskultur: Es gibt unkomplizierte Strukturen, was zählt, ist der Mensch, gesunder Menschenverstand und eine klare Linie, die für alle nachvollziehbar ist. Wir können uns aufeinander verlassen, sprechen die gleiche Sprache, verfolgen dieselben Ziele […]

Mehr erfahren

Falten unterstützt das Gleichgewicht

Pause Stillstand, Architektur und Origami – wie passt das zusammen? Sehr gut, finden wir. Im Moment verweilen, die Zeit gar vergessen, sich in nahezu meditativer Ruhe dem Falten eines sorgfältig ausgewählten Papiers widmen, die Form wachsen sehen, langsame, bedachte  Bewegungen der Finger, die über die geknickten Ränder des Blattes streichen … Die papiernen Skulpturen können teils simpel in ihrer Form, teils atemberaubend in ihrer Komplexität sein. Für Paulo Mulatinho ist Origami, das Falten von papiernen Skulpturen, Lebenselixier. Der gebürtige Brasilianer lebt seit über 20 Jahren in Freising und netzwerkt seitdem weltweit für die Etablierung der Origami-Kultur. Er will sie rausholen aus der Bastelecke, weil sie für ihn so viel mehr ist als das. „Man muss im Gleichgewicht sein, um zu falten. Anders geht es nicht. Und Falten unterstützt dieses Gleichgewicht unglaublich.“ Die Auseinandersetzung mit den Formen ist für „den Falter“ Mulatinho Inspiration, Ausgleich, Herausforderung und Kommunikation zugleich. Die folgenden Zitate des Künstlers, die einem Online-Interview […]

Mehr erfahren

KEUCO: Stillstand ist produktiv

Wir halten inne, lassen unsere Gedanken leiser werden und bringen sie schließlich zum Verstummen. Wir erreichen einen Zustand tiefer Ruhe. Wir schöpfen neue Kraft und kehren gestärkt in den Alltag zurück. In beinahe jeder Minute des Tages sind wir Ablenkungen ausgesetzt. Wir beschäftigen uns gedanklich nicht mit dem, was wir gerade tun, sondern schon damit, was als Nächstes kommt. Wir sind einer Flut von Reizen ausgesetzt, die sich gegenseitig überlagern. In schnellem Takt empfangen wir Signale, die eine Reaktion von uns verlangen. Multitasking ist das Schlagwort für ein zeittypisches Phänomen, das uns im Privatleben mittlerweile ebenso begleitet wie im Beruf. Darum wächst bei immer mehr Menschen das Bewusstsein dafür, wie wertvoll die Zeit ist, in der wir uns aus der Außenwelt zurückziehen können. Zeit, in der wir zum Stillstand kommen. Wasser kann uns in einen solchen Zustand der Selbstvergessenheit hineinversetzen. Wahrscheinlich genießt jeder diese Augenblicke am Morgen: Wir stehen für eine kleine Ewigkeit bewegungslos unter dem […]

Mehr erfahren

QUALITÄT

BRAUCHT ZEIT IST  GELD   Großprojekte in der aktuellen Diskussion Wir erleben aktuell massiven Stillstand – Stillstand auf deutschen Baustellen. Regionale und überregionale Bauprojekte – oft sogenannte Prestigebauten – sind durch explodierende Kosten und erhebliche Probleme im Bauprozess ins Stocken geraten oder werden gleich ganz in Frage gestellt. Die Masse an „Problembaustellen“ hat nun ein breites Echo über die regionale Tagespresse hinaus hervorgerufen. Eine nähere Betrachtung der vorgebrachten Thesen lohnt. BerührungsPUNKTE hat die Berichterstattung verfolgt, bündelt die wichtigsten Aussagen und diskutiert sie mit zwei Experten, deren Profession als Projektentwickler oft in der Schusslinie der Berichterstattung steht. Isabel Brinkmann und Achim Bassa leiten das Büro Koschany + Zimmer Projektentwicklung KZP in Essen und nehmen für sich heraus, auch einmal selbstgewählten „Stillstand“ zuzulassen, sei es im Rahmen der ausführlichen Projektvorbereitung, in Krisensituationen im Bauprozess oder auch durch die Ablehnung eines unseriösen Projektwunsches eines Kunden. Sie kommentieren die Aussagen aus der Praxisperspektive, plaudern aus dem Nähkästchen und rücken […]

Mehr erfahren

GIRA: Als würde die Zeit stillstehen

Kulturgut mit intelligentem Kern Die Hallenhäuser sind ein Schatz der historischen Altstadt von Görlitz. Hinter altehrwürdigen Toren verbergen sich Eingangshallen mit mächtigen Gewölben, vereint sich geschichtliche Bausubstanz mit technischem Ausbau vom Feinsten. Einst waren die Hallenhäuser schlichte Handelshöfe – aber schon damals mit baukünstlerischem Anspruch. Etwa 60 dieser Hallenhäuser gibt es in Görlitz noch, 20 davon sind recht gut erhalten. Das „Handwerk 22“ ist eines davon. Dieses Kleinod ist nun in mühevoller Detailarbeit saniert worden. In den alten Mauern aber verbirgt sich modernste Technik: Die Gira Gebäudeautomation sorgt für maximalen Komfort und Sicherheit. Von Anfang an war klar: Es muss umfassend saniert werden. Auf drei Etagen waren einzelne Wohnungen angelegt, die in ihrer Struktur aufgelöst werden mussten. Die gebäudetechnische Infrastruktur stammt von 1982 und war entsprechend sanierungsbedürftig, auch die Fenster mussten ausgetauscht werden. Der Bauherr holte sich einen regionalen Architekten mit ins Boot, Christian Weise, der über gute Kontakte zu Handwerkern und Behörden in der […]

Mehr erfahren

John Cage: 4’33

„Wherever we are, what we hear is mostly noise. When we ignore it, it disturbs us. When we listen to it, we find it fascinating.“1   Barbican Hall, London, 16. Januar 2004. Ein Dirigent. Ein unbewegter Taktstock. Ein Dirigentenpult. Darauf ein Wecker. Ein Orchester. Kein Laut (wirklich KEINER?). Das Publikum: gebannt. 4 Minuten und 33 Sekunden. 4’33 ist das wohl berühmteste Stück des US-amerikanischen Komponisten und Künstlers John Milton Cage Jr. (5. September 1912 – 12. August 1992). Ein Werk, das mit der – vermeintlichen – Stille spielt. Denn der Inhalt von 4’33 definiert sich keineswegs durch die totale Lautlosigkeit, sondern ist geprägt durch die Umgebungsgeräusche, die das Ohr des Zuhörers während der Performance erreichen. Eine Anregung zum Nachdenken über Stille und Musik. Erkenntnis aus der echofreien Kammer Musik? Das soll Musik sein? „Die Frage, was Musik sei oder nicht sei, ist so alt wie das Nachdenken über Musik selbst. Trotz der zahlreichen historischen Versuche, zu […]

Mehr erfahren

Schreibe einen Kommentar