La Biennale di Venezia

Sie klingen nach Kultur und gesellschaftlichem Flair, sie implizieren Intellektualität und muten interdisziplinär an. Prominenz und Jetset mischen sich unters Volk – sehen und gesehen werden ist stets auch ein Motto.

Doch es gibt wohl kaum einen Ort, der nicht mystischer, romantischer und reizvoller wäre – außer im touristenüberladenen Hochsommer – als Venedig. Sicher ohnehin eine oder mehrere Reisen wert, offenbart sich Venedig als überaus facettenreiche Stadt.

Biennalen sind alle zwei Jahre stattfindende Ausstellungen, Festivals oder Schauen. Der Begriff ist vom Biennium abgeleitet, einem Begriff für den Zeitraum von zwei Jahren. Die ursprüngliche Biennale war die Idee eines Bürgermeisters von Venedig, der seit 1895 alle zwei Jahre eine Weltausstellung der Bildenden Kunst unter dem Titel La Biennale di Venezia veranstalten ließ. Für diese Weltschau wurden in einem Gartengelände die bis heute genutzten Länderpavillons gebaut. Mehrere Dutzend anderer Staaten, die auf diesem Areal keinen eigenen Pavillon erbaut haben, stellen während der Biennale in über das gesamte Stadtgebiet verstreuten Räumlichkeiten aus. Und da sich auch die Zahl der teilnehmenden Nationen ständig erweitert, sind deren Ausstellungsorte über Kirchen, Palazzi und Botschaften in der ganzen Stadt verteilt. Unabhängig von den Länderrepräsentationen gibt es im Arsenale (einem ursprünglich militärischen Sperrgebiet mit Schiffswerften und ihren Hallen aus dem 16. Jahrhundert) eine durch den vom Gremium La Biennale ernannten Kurator der Biennale zusammengestellte Themenausstellung.

Die alternierend zur Kunstbiennale stattfindende Architekturbiennale ist heute die wichtigste Architekturschau weltweit.