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Dem Begriff „Zweck“ scheint eine Komplexität inne zu wohnen, die sich uns auf den ersten Blick nicht unbedingt erschließt. Im Alltag häufig verfloskelt in Form von „Das hat keinen Zweck …“ oder „Das ist doch zwecklos …“, gehen wir in dieser Ausgabe von BerührungsPunkte dem Sinn von Zweck und der Frage nach dem „Wozu …?“ auf die Spur.

Die Herausgeber
 

 

 

 

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Inhalt

Die vergessene Frage nach dem „Wozu“

Der Zweck in der Architektur Begegnet einem der Begriff „Zweck“, so fühlen sich Architekten wie Philosophen und vermutlich auch jeder andere zunächst sicher in seinem Verständnis und seiner Definition. Was bei Architekten über Mehrzweckräume, Zweckgebundenheit, über Nutzung, Funktion und die beneidenswerte Zwecklosigkeit in der Kunst gleich gesetzt wird, stellt für den Philosophen ein Bedeutungsgebilde immensen Ausmaßes dar, mit Herleitungsfundamenten aus der Antike und einer vollkommen anderen Perspektive. Im Dialog der historischen Baumeister von Gedankengebäuden mit den Architekten von heute ergeben sich interessante Perspektiven zur Planung und Gestaltung von Architektur und vielem mehr. I. Der Begriff „Zweck“ ist dem Architekten nicht Feind, sondern Freund! Architekten stehen in ihrem Schaffen häufig im Spagat zwischen Kunst und Technik – selten im Einklang. Ihre Berufsbezeichnung kann nur im historischen Zusammenhang vollkommen verstanden werden – stets orientiert an gesellschaftlichen, religiösen und politischen Entwicklungen. Sie tragen diese Verantwortung, nah an Funktion und Nutzen Räume zu schaffen, die ein Stadtbild prägen, den […]

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Der Westen tränkt alle Dinge mit Sinn

Man sagt: „Die japanische Dichtung hat als Samen das menschliche Herz, und ihr entsprießen unzählige Blätter von Worten. Viele Dinge ergreifen die Menschen in diesem Leben: sie versuchen dann, ihre Gefühle durch Bilder auszudrücken, die sie dem entnehmen, was sie sehen und hören.“ HAIKU ist eine japanische Gedichtform, welche traditionell aus drei Gruppen von jeweils 5, 7, 5 Silben besteht. Zur Betonung dieser Form werden sie manchmal in drei getrennten Versen oder auch in einer Zeile, durch Zwischenräume geteilt, angeordnet. Als Versuch, das Gedicht noch kürzer, noch prägnanter zu machen, wurde im Lauf der Entwicklung eine bestimmte künstlerische Wirkung erzielt: die des Unvollendeten, Unausgesprochenen, Angedeuteten. Der Autor soll einen geringen Ausschnitt der sichtbaren Welt so darstellen, dass in ihm sowohl das Dargestellte selbst, wie das viel größere, dahinter liegende Hintergründige erkennbar wird. Zur Einstimmung und Inspiration hier einige ausgewählte HAIKUS – vielleicht machen sie Lust auf einen Selbstversuch: zur Zerstreuung und Reflexion. Zikaden Keiner merkte, […]

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Zweck;

~dienlich, ~bestimmt, ~gebunden, ~haft, ~mäßig, ~los,… Vor dem Hintergrund der Wichtigkeit und Bedeutung der fünf Buchstaben wird dieses Wort relativ selten in unserer täglichen Sprache verwendet. Anders bei Wikipedia. Ganze 11 Seiten erhält man auf Knopfdruck, wenn man den Suchbegriff „Zweck“ eingibt. Allein diese Tatsache ist fast schon Beweis genug, dass dieses Wort die Grundlage für unser menschliches Tun und Handeln ist. In der Enzyklopädie wird als Kurzform hinter dieser Vokabel der Beweggrund einer zielgerichteten Tätigkeit oder eines Verhaltens erklärt und verstanden. Eine spezielle Rolle spielt der „Zweck“ in der Architektur, Ästhetik und der Kunst. So wird beispielsweise grundsätzlich schon anhand des Zwecks zwischen angewandter, freier und bildender Kunst unterschieden. Kurzum: „Zweck“ ist die Basis des menschlichen Selbsterhaltungstriebes. Der tiefen Bedeutung dieses Wortes kann sich niemand entziehen. Was bedeutet „Zweck“ für den ostwestfälischen Beschlägehersteller FSB? FSB-Nachhaltigkeit: sagt das Gefühl Türen und Fenster zählen unbestritten mit zu den wichtigen gestaltungsbildenden Elementen von Gebäuden. Nachhaltigkeit ist dabei […]

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Gefundene Zwecklosigkeiten

David Franck Alle Motive David Francks zeigen „gefundene“ Architektur, bei keinem Motiv wurde etwas bewegt oder verändert. Die Menschen, die hier gebaut haben, sind nicht bekannt. Auch den Zweck der Objekte kann man nur erraten. Die Bilder entstanden im Laufe einiger Jahre: immer wenn auf Spaziergängen, im Urlaub oder durch einen Hinweis von Bekannten ein Objekt gefunden wurde, fotografierte Franck die Motive mit einer Großformat-Kamera. Es gibt von jedem Objekt nur eine einzige Perspektive.           David Franck, geb. 1967 in Stuttgart, ab 1990 Studium Visuelle Kommunikation an der FH Dortmund. 1992 Gründung von David Franck Photographie. Neben der freien Arbeit und der Auftragsarbeit für verschiedene Kunden aus dem Bereich der Werbung, zunehmend Beschäftigung mit der Architekturund Reportagefotografie. In 2001 zweiter Preis beim Europäischen Architekturfotopreis. Aufnahme von Motiven „Stadthaus / Jürgen Mayer-H.“ in die Sammlung des MoMa New York, verschiedene Ausstellungen und Preise. www.davidfranck.de Bildrechte: © David Franck

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Lösungen für die Gebäudesystemtechnik

Light+Building 2010 Ohne Gebäudeautomation mit ihren intelligenten Funktionen ist ein modernes Bauwerk nicht mehr denkbar. Als Anbieter von Lösungen zur Gebäudesystemtechnik fühlt sich Gira verpflichtet, Gebäude intelligenter zu machen. Damit vollzieht Gira die entscheidende Weiterentwicklung vom Systemanbieter zum Lösungsanbieter, die von einer breit angelegten Kommunikationsinitiative des Unternehmens begleitet wird. Passend zur neuen Ausrichtung präsentiert Gira auf der diesjährigen Light+Building zahlreiche Neuheiten und Weiterentwicklungen zur Gebäudesystemtechnik, die mit dazu beitragen, wertvolle Energie sparsamer, effizienter und auch bewusster einzusetzen. Gebäudesystemtechnik Zur Gebäudesteuerung hat Gira verschiedene Bediengeräte im Sortiment, mit denen sich einzelne Komponenten und Funktionen regeln, überwachen und visualisieren lassen – immer optimiert an die Gira Interface-Bedienoberfläche und jetzt auch auf mobilen Bediengeräten über Interface Apps. Stationäre Bediengeräte sind dagegen der auf der Light+Building erstmals vorgestellte Gira Control 9 Client sowie der Gira Control 19 Client, der künftig den Gira/ Pro-face ServerClient 15 ersetzt. Die Bezeichnungen 9 bzw. 19 geben die Bildschirmdiagonalen in Zoll an. Der Gira […]

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Freiheit, Last und Schutz

Was Zweckentfremdung uns über den Zweck der Architektur lehrt Je näher man ein Wort anschaue, um so ferner schaue es zurück, hat Karl Krauss einmal gesagt. Ähnlich ergeht es einem, wenn man nach dem Zweck der Architektur fragt. Architektur und Zweck – sind das nicht zwei Dinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass man sie nicht voneinander trennen darf? Fast scheint es, als dürfe man sagen, Architektur ohne Zweck sei doch keine Architektur mehr. Fast. Denn wenn wir näher treten, wird die Sache nicht einfacher. Gerade jetzt, da der Umbau im Bestand eine immer wichtigere Bauaufgabe wird, zeigt sich, dass sich vieles zu vielem umnutzen lässt. In den Kirchen von früher findet man heute Büros, Herbergen oder Kindermuseen, in einem Silo entsteht eine Bibliothek, Gasometer werden zu Wohnungen, Kunst lässt sich scheinbar überall unterbringen – in ehemaligen Dieselkraftwerken, Bunkern oder Ställen. Der Zweck, dem die Architektur diente, wird durch einen anderen ersetzt, nicht immer, […]

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Für den guten Zweck

Ein Hilfsprojekt, für das wir zu Spenden aufrufen, würde sich an dieser Stelle förmlich aufdrängen. Doch: Medizinische Hilfe in ein Land zu entsenden ist das eine. Einem Land beim (Wieder-) Aufbau zu helfen, Infrastruktur zu entwickeln, Gebäude zu erstellen, in denen es sich lernen, heilen oder wohnen lässt – das andere. Ortsansässige Architekten und Fachleute sollen bei der Planung und Umsetzung von Gebäuden mit Rat und weniger mit Tat dabei unterstützt werden, Gebäude der Kultur und den üblichen Materialien entsprechend, nachhaltig für die Benutzer zu unterhalten. Architekten über Grenzen beraten vor Ort, stellen in Absprache mit den vor Ort Beteiligten Gelder und Fachleute zur Verfügung. Sie klären auf, informieren und geben die Hoffnung nicht auf – auch wenn ihr Tagesgeschäft aus Windmühlen besteht, gegen die sie ankämpfen müssen. Ungeduld ist hier fehl am Platz – „steter Tropfen höhlt den Stein“ eher angemessen. Unserer Meinung nach ist es wichtig, an dieser Stelle den Fokus zu richten […]

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Von der Idee zur zweckmäßigen Gestaltung

KEUCO COLORBOARDS aus Glas Eine spezielle Rolle spielt der Zweck in der Ästhetik und der Kunst. Zweck und Ästhetik zu verbinden, ist die Kunst der zweckmäßigen Gestaltung. Dieser Herausforderung hat sich KEUCO mit der Entwicklung der COLORBOARDS gestellt. Die spezielle Ästhetik des Glases bietet eine faszinierende Spannung zwischen Transparenz und Farbe. So können ausdrucksstarke Bäder entstehen, die über den Zeitgeist des Augenblicks hinausgehen. Aber die COLORBOARDS erfüllen viele Zwecke: Farbe zum Zweck der Raumgestaltung Mit den neuen COLORBOARDS aus Glas ermöglicht KEUCO einen breiten farblichen Gestaltungsspielraum nach individuellen Bedürfnissen und Raumgegebenheiten. Die COLORBOARDS sind in den aktuellen Farben Anthrazit, Rot, Grün, Violett und Weiß erhältlich. Aber auch jede andere RAL-Farbe wird auf Kundenwunsch realisiert. Glas zum Zweck höchster Pflegeleichtigkeit und optimaler Hygiene Das rückseitig lackierte Glas der COLORBOARDS zeichnet sich durch eine besondere Tiefen-Brillanz sowie höchste Pflegeleichtigkeit und Unempfindlichkeit aus. Alle COLORBOARDS sind aus 10 mm starkem Sicherheitsglas gefertigt. Sicherheitsglas ist besonders temperaturbeständig und weist […]

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Vom Sinn und Zweck der Accessoires fürs Bad

ELEGANCE : Erfolgreichste Accessoires-Collection der Welt Wer kennt sie nicht, die kleinen, praktischen Helfer im Bad? Sie stehen nicht im Vordergrund, aber wenn sie fehlen, bemerkt man es sofort: Wohin mit dem Handtuch, mit der Seife, der Zahnbürste? Es sind die Accessoires, die wir täglich selbstverständlich nutzen, ohne unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ihre Funktion steht im Mittelpunkt. Doch Accessoires sind nicht nur nützliche Begleiter im Badalltag, sondern auch das „Tüpfelchen auf dem i“ in der Badgestaltung. Ohne Handtuchhalter, Seifenschale, Toilettenpapierhalter und -bürste, Lotionspender, Zahnputzglas und Schwammkorb ist das Bad nicht nur unbequem, sondern auch „nackt“. Es wirkt leer und ungemütlich, unaufgeräumt und unwohnlich. Es mutiert zur Nasszelle mit der notwendigsten Ausstattung. Aber wer will das schon? Wer will schon das Handtuch ins Waschbecken oder auf den Boden legen? Oder das Shampoo am Boden der Dusche abstellen, um es sich nochmals bückend wieder zu nehmen. Oder das Toilettenpapier von der Vorwandinstallation hinter sich umständlich hervor […]

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Von Abstraktion bis Zeichen

Ein Buchstabe, eine Definition und eine Vielfalt reflexiver Assoziationen. Ein ABC rund um die Architektur mit immensen Ausmaßen seines Wirkungskreises. Wie werden Mittel zu Zwecken? Was bezweckt man mit den unterschiedlichen Tools in ihrem Einsatz? Wie werden Werkzeuge zu inspirierenden, verlässlichen, widerspenstigen, manchmal auch überraschenden Mitspielern? In welcher Weise spielen gewöhnliche und abstrakte Werkzeuge im weitesten Sinn ihre Rolle im Prozess des Denkens und Erzeugens von Architektur? Ein assoziatives Lexikon exploriert von A bis Z mögliche zweckdienliche Eintragungen einer Reflexion von Elementen, die in unterschiedlichen Praxen der Architekturkreation eine Rolle spielen und die hybride und komplex adaptive Praxis des Designprozesses widerspiegeln.   Abstraktion Die Fähigkeit, das Störende aus dem Prozess zu entfernen und aus der komplexen Gemengelage aller gegebenen Faktoren die wesentlichen herauszufiltern, um diese kritisch zu bearbeiten, ohne sich von ihnen abhängig zu machen. B 6 Stimulierend in der Hand liegender Stift, der weich mit dem Papier zusammentrifft und Tradition garantiert. Von Alvar Aalto […]

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Die aus Papier und Gefühl Raumschaffende

Ein Portrait der Künstlerin Susa Templin Modelle aus Fotocollagen abfotografiert, groß geprintet und schließlich an der Wand entlang hinab rutschend: In den Arbeiten Susa Templins ist der Sinn und Zweck selten vom Mittel zum Zweck zu unterscheiden – und architektonische Räume verschmelzen mit den privatesten, intimsten Innenräumen der eigenen Seele. Wenn man Susa Templins Arbeiten betrachtet, im Original oder als Abbildung, ist nie wirklich klar, ob dies nun das Original ist, die Abbildung selbst das Kunstwerk ist – oder nur ein Zwischenschritt auf dem Weg dorthin. Sie fotografiert Stadtraumsituationen, Innenräume und die eigenen Füße, erstellt Collagen, Miniatur-Modelle, fotografiert erneut, vergrößert auf Raumhöhe, rahmt ein. Susa Templin ist in ständigem Kontakt mit den sie umgebenden Räumen und in permanenter Reflexion über den Bezug zu ihrem eigenen Raum. Die Definition ihres eigenen Raumes reicht von ihrem kleinsten Zimmer, einem Appartment in New York, über weiche Räume, welche zwischen zerwühlten Wolldecken entstehen, bis zum letztendlich intimsten Raum eines […]

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Verbrechen

Ferdinand von Schirach Der Zweck heiligt die Mittel. Diese Floskel verliert für gewöhnlich ihre Gültigkeit mit dem Überschreiten der Illegalitätsgrenze. Moralisch gesehen sollte sie nur gelten, solange andere in ihrer Freiheit nicht eingeschränkt sind, nicht zu Schaden kommen. Ein jeder von uns würde das so unterschreiben. Bis er die Geschichten von Ferdinand von Schirach liest. Geschichten, die das Leben schrieb – zugegebenermaßen nicht das Leben eines jeden, eher das einer Minderheit. Das Leben von Menschen, die zu den Randgruppen unserer Gesellschaft gehören: Prostituierte, Asylbewerber, illegale Einwanderer ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Menschen, die einmal auf der Suche nach dem Glück waren und sich in dem Irrglauben befanden, es gefunden zu haben. Menschen, denen nie etwas Gutes widerfahren ist, bis sie ihre große Liebe fanden und diese einfach nicht mehr aufgaben. Die alles für ihre Liebsten tun würden, weil sie das Leid kennen, den Schmerz, das Gefühl der Ausweglosigkeit. Mit dem Wissen um ihre Lebensgeschichten und der […]

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Architektur im Bau

Seit 2004 richten wir regelmäßig dieses Event aus, das in Kombination mit Vorträgen der verantwortlichen Architekten und Kurzbeiträgen der Firmen FSB, GIRA und KEUCO eine attraktive Austauschplattform darstellt – mitten im Bauprozess. In diesem Jahr lädt BerührungsPUNKTE Sie zu exklusiven Baustellenbesichtigungen nach Düsseldorf, Augsburg und München ein. Baustellenbesichtigungen seit 2004: • Verwaltungsgebäude Lufthansa Frankfurt, Ingenhoven Overdiek & Partner • HafenCity, Hamburg, Jan Störmer Architekten, Spengler & Wiescholek, Chipperfield Architects • HafenCity 2, Hamburg, APB Architekten, Marc-Olivier Mathez • Capricornhaus, Medienhafen Düsseldorf, Gatermann + Schossig • MobileLifeCampus, Wolfsburg, Henn Architekten • Bavaria Gelände, Hamburg, Steidle Architekten, von Gerkan, Marg und Partner – gmp • Kongress-Zentrum, Darmstadt, Chalabi Architects • Sammlung Brandhorst, München, sauerbruch hutton • Bürohaus Leipziger Straße, Berlin, Grüntuch Ernst Architekten • Hauptverwaltung Süddeutscher Verlag, München, Gewers Kühn und Kühn Architekten • Messehalle, Graz, Riegler Riewe Architekten • Innovationszentrum Biotechnologie, Frankfurt, Henn Architekten • Kranhäuser, Köln, Bothe Richter Teherani • Flugzeugmuseum Dornier, Friedrichshafen, Allmann Sattler […]

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