[inszenierung]

Jeder Inszenierung wohnt ein künstlerischer Akt inne, es geht um Öffentlichkeit, Zurschaustellung, nach-außen-kehren. Manchmal geschieht dies ohne Plan, zum Beispiel wenn wir uns unbewusst selber inszenieren. Und die Architektur? Inszenierte sich im Barock in einem Rausch aus Formen und Farben, heute mit gekonnt gesetzter Lichtkunst …

 

 

 

 

 

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Inhalt

Inszenieren – Der Spagat zwischen Rolle und Ich

 Inszenieren heißt faszinieren und ist faszinierend. Inszenieren ist fliegen, schweben, abheben. Dabei für ausreichend Bodenhaftung zu sorgen, ist vielleicht paradoxerweise eines der wichtigsten Ziel jeder Inszenierung.   Unser theatralischer Alltag Das Wort Inszenieren und ihm direkt verwandte Begriffe haben sich längst vom Kontext der Musentempel gelöst und begleiten in allerlei Kombinationen die Verbalisierung unseres schnöden Alltags. Wir inszenieren unseren Auftritt beim Kunden, bei Freunden, am Strand oder in der Disco. Wir können Skandale, Randale oder Versöhnungen inszenieren und überhaupt all die Rituale, mit denen wir uns selbst und den anderen tagtäglich beweisen, dass wir auch wirklich wir selbst sind. Wir legen oft große Szenen hin, wenn wir doch nur Geringes erreichen wollen, oder vermeiden jede Theatralik, wenn es um Kopf und Kragen geht. Wenn wir uns vor den Inszenierungen der anderen schützen wollen, fordern wir sie auf, kein Theater zu machen und machen selbst welches, sobald wir uns ungerecht behandelt fühlen. Wenn wir etwas erreichen […]

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Vom Sinn des Systems

Türkommunikation aus dem Modulbaukasten Was liegt zwischen einer simplen Klingel und einem Kommunikationszentrum nach Wunsch und Maß? 19 Funktionsmodule, ein Bauherr, der weiß, was er will, und ein Architekt, der Wert legt auf einen bewusst gestalteten Eingangsbereich. Am Anfang jeder Entscheidung für eine Türstation stehen Fragen. Bauherren müssen sich fragen, ob sie zufrieden sind mit einem Knopf, dessen Betätigung im Haus ein Geräusch verursacht, und einer Gegensprechanlage, die oft auch nicht viel mehr zustande bringt. Oder ob sie Wert legen auf erstklassige Qualität, vielleicht auf Videoüberwachung des Eingangs, vielleicht auf einen Briefkasten, der mehr ist als eine Blechschachtel mit Klappe. Architekten stehen vor der Entscheidung, ob sie Türstation und Briefkastenanlage kombinieren wollen. In der Wand, an der Wand oder freistehend davor? Vielleicht im Türseitenteil integriert? Möglicherweise benötigt das Objekt eine Zutrittskontrolle oder einen behindertengerechten Zugang, und eine integrierte Beleuchtung wäre auch nicht schlecht. Und selbstverständlich soll ein derart exponiertes Gerät dem gleichen hohen Gestaltungsanspruch genügen […]

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Neobarock bei 75 Grad

Rarität in der Bäderstadt Budapest: Széchényi In Budapest gibt es soviel Thermalwasser, dass damit sogar Wohnungen beheizt werden. Es gibt 20 von Thermalquellen gespeiste Heilbäder, bzw. Freibäder in der Stadt. Die Bäder sind zum Teil auch großartige architektonische Denkmäler. Rarität und Erlebnis ist das Széchényi-Bad, in dem Männer und Frauen getrennt baden. Selbst frostige Kälte lässt die Badelust der Budapester nicht gefrieren. Und so ist das Széchényi-Bad auch im Winter überfüllt. Möglich machen dies 75 Grad heiße Thermalquellen, die unter dem größten Bäderkomplex Europas sprudeln. Ralph Richter fotografierte das Bad, das sich in seiner Eigenwilligkeit gegen die Veränderungen der Zeit zu stemmen scheint. Photos: Ralph Richter Bild 3: Café des Széchényi: Das Heilbad wurde 1913 im Stil des Neobarock erbaut und ist seitdem eine Attraktion im grünen Stadtteil von Pest, dem Stadtwäldchen. Bild 4/5: Technischer Fortschritt ist eine Frage der Interpretation. Gäste können im »Széchényi« ihr Badezeug zum »Waschen« geben. Bikini und Badehose werden allerdings […]

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Politischer Türenparcours

Tomi Ungerer und FSB – das ist die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft. »Ich ben minem Kumpel sehr dankbar,« schreibt Ungerer über FSB-Geschäftsführer Jürgen W. Braun: »Er esch d´r Patron von e´ra Fabrick wo Teerklenke hargestellt sen. Met viel Spass und tatkraftigi Unterstetzung hät´rs mejlich gemacht, mini Teere und Klenke harzestelle.« Für seine autobiographische Ausstellung »Zwischen Marianne und Germania« schuf der gebürtige Elsässer Tomi Ungerer 1988 ein begleitendes Kunstwerk, das er »Mein politischer Türenparcours« nannte. Die begehbaren Objekte interpretieren das elsässische Drama der Identitätsfindung zwischen den befestigten Grenzen der Deutschen und Franzosen. Aus dem Blickwinkel des Elsass – der Tür zwischen Deutschland und Frankreich – zeigt Ungerer beispielsweise »Die deutsche Tür«: ein dreigeteiltes, ineinander verkeiltes Türblatt in schwarz, rot und gold und versehen mit soliden Türklinken aus Handwerkshämmern, das sich ohne Gebrauchsanweisung kaum öffnen lässt. »Die Sargdeckel-Tür« – als Klinken dienen Sargnägel – mahnt mit je einem französischen und deutschen Stahlhelm auf Kreuzen in elsässischer Erde. […]

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Design Offensive für innen und außen

GIRA präsentiert das neue Schalterprogramm TX_44, Panels und Energiesäulen In der Schalterwelt galt die strikte Trennung von Innen- und Außenbereich bislang als eisernes Gesetz. Das hatte technische Gründe, vor allem aber optische Folgen: Während innen Wert auf eine ansprechende Gestaltung gelegt wird, wirken Außenschalter meist beliebig, ja lieblos. Mit dem neuen Unterputz-Programm TX_44, mit funktionalen Panels und attraktiven Energiesäulen hat Gira diese Trennung nun überwunden und zugleich eine neue Durchgängigkeit in Qualität und Gestaltung geschaffen. Speziell für den Außenbereich, aber auch für jene Räume in Haus und Wohnung, bei denen der Nutzwert den Wohnaspekt dominiert, hat Gira das neue Schalterprogramm TX_44 auf den Markt gebracht. Die von Phoenix Product Design gestaltete Serie verleugnet ihren Gebrauchs-Charakter nicht und setzt trotzdem Maßstäbe in Sachen Design. Auf den ersten Blick fasziniert die klare, reduzierte Formensprache, die die Robustheit des Schalters bewusst zur Geltung bringt. Er passt in Bad und Küche ebenso wie in den Keller, in Flur und […]

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»BerührungsPUNKTE« kommt ins Kino!

In einem von den Stuhlreihen befreiten Kinosaal des Düsseldorfer Savoy-Theaters präsentiert die Kommunikationsinitiative Ende Oktober »Berührungspunkte« zum Anfassen und Begehen. Dies ist ein Programmpunkt des 8. Deutschen Designer´Saturday, der inzwischen zu einem Anziehungspunkt und Begegnungsort für Design-Interessierte und den Nachwuchs geworden ist. Mehrere Stationen verbinden die gestalterisch aufregendsten Punkte Düsseldorfs. Im Savoy-Theater zeigen Studenten verschiedener Fachhochschulen ‚Gestaltung‘ ihre Arbeiten, außerdem gestaltet die Kommunikationsinitiative von FSB, GIRA, KEUCO und SIEDLE in einem ehemaligen Kinosaal dreidimensionale »Berührungspunkte«. Dies wird eine Schau der besonderen Art, in der Detailprodukte für den Baubereich auf ungewöhnlichen Wegen zu entdecken sind.

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Bottrop leuchtet ins Land

Das Land NRW fördert Lichtkunst im öffentlichen Raum »Wir brauchen künstlerische Initiativen, die zur Profilierung von Städten und Landschaften beitragen.« NRW-Städtebauminister Michael Vesper fördert in 20 Städten künstlerische Lichtinszenierungen im öffentlichen Raum. Ziel: Ein neues Licht-Bewusstsein, das über flache Inszenierungen der Postmoderne oder den Event-Marathon der Markenwerbung hinausgeht. Das Thema Licht gehört zu den Highlights der aktuellen Städtebau- und Architekturdiskussion. Das Meinungsspektrum auf der Suche nach erleuchtenden Ideen ist breit und widersprüchlich. Die einen beschwören die Sicherheit im öffentlichen Raum, die anderen erwarten spektakuläre Inszenierungen von Kunst und Kultur. Licht kann scheinbar alles, es kann Feierlichkeit erzeugen, aber auch Intimität. Es kann Situationen wertvoll, aber auch billig erscheinen lassen. Licht macht sichtbar, ohne selbst sichtbar zu sein. Es setzt Räume, Formen und Gegenstände zueinander in ein Verhältnis. Im Ruhrgebiet setzen bereits jetzt anspruchsvolle Inszenierungen von Licht spannende Akzente. In Bottrop strahlt der Tetraeder, gewissermaßen ein künstlerisch ambitionierter Aussichtspunkt auf einer begrünten Halde, nachts wie ein […]

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»Museumsdirektoren sollten öfter Geisterbahn fahren«

Szenografie-Professor Michael Simon über neue Wege der Inszenierung von Ausstellungen und Events Den bundesweit einzigartigen Studiengang »Szenografie« bietet die Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe an. Das Berufsbild des Bühnenbildners wandelt sich damit zum Gestalter und In-Szene-Setzer von Konzertbühnen, Multimedia-Events, Filmkulissen und Museen. Michael Simon, Regisseur und Bühnenbildner, ist Professor für Szenografie dieses einzigartigen Studienganges. Sein Plädoyer: Einen spielerischen Umgang mit der Komplexität der Realität entwickeln. Mit »berührungspunkte – das magazin« sprach er über Perspektiven neuer Ideen im Spannungsfeld zwischen Architektur, Inszenierung und Auftraggeber. Frage: Herr Simon, Sie plädieren für mehr Mut in der Gestaltung von Ausstellungen, Museen, Kulturtempeln. Wer fällt denn durch Ängstlichkeit auf? Architekten? Ausstellungsmacher / Kustoren? Oder die Auftraggeber? Michael Simon: Angst hat die Gesellschaft, in der wir leben. Wir haben keinen langen Atem. Jede Veränderung, die nicht erkennbar in eigenen Vorteil umzusetzen ist, wird abgelehnt. Die Architekten sind die Mutigsten, aber wie lange? Wieviel verlorene Wettbewerbe nach dem Studium hält jemand aus, […]

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Volles Kinoformat

EDITION 200 – nach oben alles offen. Spiegelschrank, Waschbecken, Unterschrank. Oben, Mitte, unten. Manches ändert sich nie. Denkt man, und wird von KEUCO eines Originelleren belehrt. Denn dieses Grund-Ensemble des Badezimmers schlechthin fällt in der EDITION 200 aus dem gewohnten Rahmen. Die Grundidee der Edition 200 fußt auf einer Veränderung des bekannten Formats: Hier erlebt man das volle Breitband der Kinoleinwand. Ungewohnt und clever: Eine Spiegelschranktür, die sich nach oben (!) öffnen lässt und so einen vollformatigen Blick in den Spiegel möglich macht. Darunter ein Waschbecken, das einlädt, aus dem Vollen zu schöpfen. Die originelle Linie setzt sich bis ins Detail fort und gibt der EDITION 200 ein frisches, natürliches Gesicht. Infos: Christian Bolsmann, 02372.904-423. www.keuco.de

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»Was hat Sie in letzter Zeit besonders berührt,…

…Herr Braun?« Jürgen W. Braun: Es ist immer das gleiche Thema. Ganz gleich, ob ich mich zu Hause im Weserbergland oder in meiner Wahlheimat, der Bretagne, aufhalte. Permanent berührt mich im negativen Sinne die Dekadenz der politischen Szene. Mit welcher Leidenschaft bei uns die Kilbingers, die Späths, die Kohls und jetzt auch noch der liebe Biedenkopf sich selbst ans Messer liefern, bleibt mir auf immer unverständlich. Da fehlt als Ausgleich des Weberschen Dreigestirns Verantwortungsgefühl und Augenmaß. Ich bin inzwischen richtig dankbar dafür, dass die ökonomischen Zwänge und Regeln, die ein Managerleben beherrschen, mich von der politischen Szene ferngehalten haben. Frage: Sie haben ja eine sogenannte »ordentliche« juristische Ausbildung absolviert und nach Ihren vorherigen Stationen im ländlichen Brakel bei FSB angefangen. Dort allerdings machten Sie das abseits gelegene Unternehmen zu einem Design-Vorreiter. Ist die Kunst, das Design, Ihre heimliche Liebe? Jürgen W. Braun: Es wäre zu einfach, Ihre suggestive Frage ex post mit einem klaren JA […]

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Klassiker

Matrinus Adrianus Die Basis des revolutionären Freischwingers – ein Gebilde aus verschweißten Gasleitungen. Martinus Adrianus (Mart) Stam konstruierte diesen Prototypen und stellte ihn 1926 beim Stuttgarter Architektentreffen vor. Seine Zeichnungen inspirierten Mies van der Rohe und Marcel Breuer zu ihren Designs – Perfektionierungen des freischwingenden Möbels. Der Erfinder Mart Stam studierte 1917 bis 1919 Bauzeichnen in Amsterdam, lernte später in Berlin führende Avantgarde- Architekten kennen und kehrte schließlich nach Amsterdam zurück, wo er den Prototypen des Freischwingers entwickelte. Von 1931 bis 1932 arbeitete er als Stadtplaner in Russland und entwarf, seiner sozialistischen Weltanschauung entsprechend, weiterhin funktionalistische Möbel.

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